23.04.2020, 10.06 Uhr

Angela Merkel: Keine "Endphase der Pandemie"! Bundeskanzlerin malt düsteres Szenario

Angela Merkel hat sich über die Coronakrise und die beschlossenen Maßnahmen geäußert. Dabei hat sie das Vorgehen einiger Politiker kritisiert. Gleichzeitig hat sie gewarnt: Ein Ende der Pandemie sei nicht in Sicht.

Angela Merkel hat am Donnerstagvormittag eine Regierungserklärung abgegeben. Bild: dpa

Angela Merkel spricht im Bundestag am Donnerstag über die Coronakrise und die bislang beschlossenen Maßnahmen.

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Angela Merkel redet über Corona-Maßnahmen

Angela Merkel hebt am Anfang ihrer Rede die Herausforderungen der Corona-Pandemie hervor"Wir erleben ganz und gar außergewöhnliche, ernste Zeiten. Wir alle - Regierung und Parlament, unser ganzes Land - werden auf eine Bewährungsprobe gestellt. Es geht um nicht weniger, als das Leben und die Gesundheit der Menschen." Es seien Maßnahmen getroffen werden, für die es kein gesetzliches Vorbild gebe. "Ich danke von Herzen dafür, dass der Bundestag unter schwierigen Bedingungen die gesetzlichen Maßnahmen beschlossen hat."

Coronavirus News: "Wir leben aber nicht in der Endphase der Pandemie"

Sie betont, dass noch keine Ende in Sicht sei."Ich verstehe, dass dieses Leben und Corona-Bedingungen allen schon sehr lang vorkommt. Wir leben aber nicht in der Endphase der Pandemie, sondern immer noch am Anfang. Wir werden noch lange damit leben müssen", sagt Merkel. Ihr sei es schwer gefallen die "persönlichen Freiheitsrechte" einzuschränken.

Schließlich redet sie über das Gesundheitssystem:"Unser Gesundheitssystem hält der Bewährungsprobe bisher Stand. Jeder Corona-Patient erhält die beste menschenmögliche Behandlung." Die Kanzlerin dankt an dieser Stelle Pflegern und Ärzten. Auch der öffentliche Gesundheitsdienst spiele eine essentielle Rolle.

Deshalb gewährt die Regierung den Gesundheitsämtern mehr Mitarbeiter, um Menschen auf Covid-19 zu testen. Außerdem hilft das RKI mit Studenten, die als Containment-Scouds arbeiten bei der Bekämpfung der Pandemie. 

Wie kann die Coronakrise beendet werden?

Wie kann die Pandemie beendet werden? dazu sagte Merkel: "Wissenschaft ist nie national." Es verstehe sich von selbst, dass ein Impfstoff für alle Welt verfügbar und auch für alle Welt bezahlbar sein muss. "Für die Bundesregierung ist die internationale Zusammenarbeit gegen das Virus herausragend wichtig." Sie fügt hinzu: "Die Pandemie lehrt uns: Es ist nicht gut, wenn Schutzausrüstung ausschließlich aus fernen Ländern kommt." Es gelte, auf diesem Gebiet wieder unabhängiger von Drittländern zu werden. Daher würden die Kapazitäten in Deutschland und Europa mit Hochdruck ausgebaut". "Für die Bundesregierung gilt: Die WHO ist ein unverzichtbarer Partner. Wir unterstützen sie", sagt Merkel. Damit schießt sie gleich gegen Donald Trump, der die WHO immer wieder kritisierte.

"Wenn wir größtmögliche Ausdauer und Disziplin aufbringen, werden wir in der Lage sein, schneller wieder öffentliches Leben haben zu können." "Es sei essentiell, sich nicht zu schnell in Sicherheit zu wiegen. Ziel sei es, Gesundheit und Wirtschaft sowie soziales Leben in Deutschland haben zu können. "Wir können vermeiden, von einem zu nächsten Shutdown zu wechseln, oder Menschen monatelang isolieren zu müssen." Die Kanzlerin appelliert ausdrücklich zu Ausdauer und Disiziplin. "Diese Überzeugung leitet mein Handeln." "Lasst uns der erreichte nicht zerstören und einen Rückschlag riskieren"

Angela Merkel über die aktuellen Corona Maßnahmen

Angela Merkel geht auf die aktuellen Beschlüsse zwischen Bund und Ländern ein. Dann mahnt sie gegenüber den anderen Politikern: "Die Umsetzung seither bereitet mir Sorgen. Sie wirkt auf mich in Teilen sehr forsch - um nicht zu sagen zu forsch.""Das ändert kein Jota daran, dass ich die Hoheit der Bundesländer natürlich auch beim Infektionsschutzgesetz aus voller Überzeugung unterstützte. Unsere föderale Ordnung ist stark. Dennoch sehe ich es als meine Pflicht an, zu mahnen." Weiter sagt die Kanzlerin: "Lassen Sie uns das bis jetzt erreichte nicht riskieren. Es wäre jammerschade, wenn uns die voreilige Hoffnung am Ende bestraft." Klug und vorsichtig zu sein, sei jetzt wichtig, erklärt die Bundeskanzlerin.

Nach der Krise wird sich das Leben in der Gesellschaft ändern: "Der Alltag wird anders aussehen", sagt die Kanzlerin.

Dann spricht sie über die Videokonferenz mit den anderen europäischen Ministern, um über ein Konjunkturprogramm zu sprechen. Dazu gab es in den letzten Tagen von Italien Kritik über die ablehnende Haltung Deutschlands gegenüber den Euro-Bonds.Es geht darum um strategische Fähigkeiten zu stärken, um in der Digitalisierung, Migrationsschutz oder Klimaschutz zusammen zu arbeiten.

Achtung! Bundeskanzlerin warnt vor Spaltung Europas

Sie warnte vor einem auseinander brechen von Europa: "Kein Stoff für eine Sonntagsrede, wir sind eine Schicksalsgemeinschaft. wenn wir nicht aufpassen gilt sie als Spaltung". Europa müsse für einander einstehen. man habe durch den Zusammenhalt geschafft, dass sich das Virus verlangsamt. Nennen sie es das große Ganze. "Zeit wird noch länger sehr schwer bleiben", betont die Kanzlerin am Ende und beschwört: Gemeinsam als Gesellschaft, gemeinsam in Europa".

Gauland und Lindner kritisieren Lockdown und Maskenpflicht

Nach ihrer Rede gibt es Kritik von Alexander Gauland. Er kritisiert das Kontaktverbot und verweist auf Südkorea. Man müsse Risikopatienten schützen, darf aber nicht Menschen "einsperren""Wo sind wir in diesem Lande angekommen?"

Christian Lindner wird lauter, als er von der Maskenpflicht spricht. Er erklärt das Ja-Nein-Gerede der Bundesregierung zum Tragen von Behelfsmasken. Er sagt auch, dass die "Defizite" in der Bekämpfung durch fehlende Apps erkennbar seien. Er vergleicht die Maßnahmen mit dem "Mittelalter".

Rolf Mötzenich fordert die Ausbildungshilfen weiter zu fördern. Gleichzeitig gratulierte er der Kanzlerin für ihre Worte. Er sagte, wie wichtig die Demokratie jetzt sei.

Twitter-Nutzer sind positiv gestimmt

Auf Twitter erhält die Kanzlerin für ihre Regierungserklärung" viel Zuspruch: "Das ist die stärkste Rede, die ich von der Kanzlerin bisher gehört habe. Trotz aller Kritik: in keinem Land würde ich die Pandemie lieber durchmachen müssen als in Deutschland. #Regierungserklärung #Merkel #CoronaVirusDE"

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bos/news.de

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