21.04.2020, 07.41 Uhr

Angela Merkel zur Corona-Krise: "Noch lange nicht übern Berg!" Kanzlerin warnt vor neuem Shutdown

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich nach der Sitzung des Corona-Kabinetts öffentlich zu Wort gemeldet und ein Update zur Corona-Krise in Deutschland gegeben. Trotz Lockerungen von Corona-Regeln warnte die Kanzlerin vor Übermut.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich am 20. April nach der Sitzung des Corona-Kabinetts geäußert. Bild: Bernd von Jutrczenka / dpa-Pool / picture alliance / dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in der Corona-Krise weiter zu größter Vorsicht aufgerufen. "Wir dürfen uns keine Sekunde in Sicherheit wiegen", sagte die Kanzlerin am Montag in Berlin nach einer Sitzung des Corona-Krisenkabinetts. "Es wäre jammerschade, wenn wir sehenden Auges in einen Rückfall gehen."

Bundeskanzlerin Merkel verteidigt harte Coronaregeln als wirksam in Pandemie-Eindämmung

Mit harten Maßnahmen sei viel erreicht worden, und die Reproduktionszahl der Infektionsketten sei unter 1 gedrückt worden. An etlichen Tagen gebe es also mehr Genesene als neu Infizierte. Sie sagte aber, "dass wir am Anfang stehen und noch lange nicht über den Berg sind".

Merkel ruft Ministerpräsidenten in Corona-Krise zur Vorsicht auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat an die Regierungschefs der Länder appelliert, die Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht zu früh und zu weitgehend zu lockern. Sie wolle, dass der gemeinsam beschlossene Spielraum "möglichst eng ausgenutzt wird, nicht möglichst weit", sagte die Kanzlerin am Montag in Berlin nach einer Sitzung des Corona-Krisenkabinetts. "Es kann auch ein Fehler sein, dass man zu schnell voranschreitet."

Merkel fügte hinzu: "Die Situation, die wir jetzt haben, ist trügerisch." Denn wie sich etwa die nun beschlossene Öffnung vieler Geschäfte auswirken werde, das "sehen wir in 14 Tagen, nicht vorher", erklärte sie. Diese Zeitverzögerung mache Entscheidungen so schwierig.

Mobile Teams sollen öffentlichen Gesundheitsdienst in Corona-Krise unterstützen

Zur Unterstützung des öffentlichen Gesundheitsdienstes in der Corona-Krise will der Bund 105 mobile Teams aufstellen, schulen und einsetzen. Sie sollten vor Ort bei der Verfolgung von Kontaktpersonen helfen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag in Berlin nach einer Sitzung des Corona-Krisenkabinetts. Die Finanzierung übernehme das Bundesgesundheitsministerium. Ab dem 22. April werde es eine Meldepflicht für Gesundheitsämter geben, die den Bundesländern mitteilen müssten, wenn sie diese Aufgabe noch nicht erfüllen könnten. Nötig sei "eine präzise Nachverfolgung aller Infektionsketten", betonte Merkel. "Das wird nur gelingen, wenn wir den öffentlichen Gesundheitsdienst stärken."

Merkel zurückhaltend zu mehr Hilfen für Gastronomie und Kurzarbeiter

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich zurückhaltend zu den Debatten über eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes und eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes für die Gastronomie geäußert. Der schwarz-rote Koalitionsausschuss werde sich am Mittwoch mit diesen Themen befassen und sich einen Überblick verschaffen, sagte Merkel am Montag in Berlin. "Wir müssen jetzt nur aufpassen, dass wir nicht jede Woche eine Maßnahme uns vornehmen und in der nächsten Woche wieder eine andere. Sondern, dass wir nochmal überlegen: Wo stehen wir? Wo sind Probleme?"

So gebe es etwa beim Thema Kurzarbeitergeld Menschen mit einem sehr geringen Einkommen im Gastronomie- oder im Dienstleistungsbereich. Es gebe aber auch Unternehmen, die auf 100 Prozent des Gehalts aufstockten. Der Koalitionsausschuss werde darüber reden, wo es Handlungsbedarf gebe. "Aber die Maßnahmen sind natürlich jetzt auch erst sehr kurz in Kraft", sagte Merkel. "Man muss jetzt aufpassen, dass wir nicht in zu kleinen Abständen immer wieder eine Gruppe ins Visier nehmen, sondern dass wir da mal uns einen Gesamtüberblick verschaffen."

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loc/news.de/dpa

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