19.04.2020, 19.08 Uhr

Coronavirus-News + Steuern aktuell: Auf DIESE Leistungen verzichtet das Finanzamt jetzt

Durch die Coronavirus-Pandemie liegt ein Großteil der deutschen Wirtschaft brach. Um Unternehmen und Selbstständige zu entlasten, zeigt sich das Finanzamt gnädig. Diese Zahlungen können Sie zurückfordern.

Das Finanzamt zeigt sich in der Corona-Krise gnädig. Bild: dpa

Normalerweise geht kein Weg dran vorbei: Steuern müssen in Deutschland pünktlich gezahlt werden. Durch die Corona-Krise kann von Normalität jedoch keine Rede sein. das Finanzamt zeigt sich angesichts der Pandemie großzügig. Bei einigen Steuern können die Fristen nun deutlich verlängert werden.

Corona-Krise aktuell: Können Selbstständige die Steuervorauszahlung beim Finanzamt zurückverlangen?

Unternehmen oder Selbstständige, die finanziell durch die Coronavirus-Krise leiden, können bis zum 31.12.2020 mit einem formlosen Antrag, um eine Herabsetzung der Steuervorauszahlung bitten. Dafür "reicht ein Hinweis auf die Corona-Krise", sagt Steuerberaterin Reina Becker gegenüber der "Bild"-Zeitung. Zudem ist es möglich, dass Unternehmen oder Selbstständige, die keinen oder nur einen geringen Gewinn erwarten, bereits geleistete Vorauszahlungen vom Finanzamt zurückfordern."Dazu reicht meist eine einfache Kontaktaufnahme mit den Finanzämtern aus", führt Becker gegenüber der "Bild" weiter aus.

Corona-Soforthilfen zählen als Betriebseinnahme

Selbstständige, die Corona-Soforthilfe beantragt haben, müssen diese Zuschüsse als Betriebseinnahmen versteuern. Allerdings müsse nicht sofort mit Abzügen gerechnet werden. "Ob und wie viel Steuer gezahlt werden muss, klärt sich erst mit Steuerjahreserklärung. Und nur wenn ein positiver Gewinn 2020 zu verzeichnen ist, wird der individuelle Steuersatz fällig", sagte die Steuerberaterin gegenüber der "Bild".

Steuerfreie Bonuszahlungen bis 31.12.2020

Anders verhält es sich jedoch mit Bonuszahlungen, die Arbeitgeber ihren Angestellten in der Zeit vom 01.03.2020 bis 31.12.2020 zahlen. Bis 1.500 Euro entfallen sowohl Steuern als auch Sozialversicherungsbeiträge. Dabei sei es auch völlig egal, in welcher Branche der Arbeitnehmer tätig ist. Betriebliche Zuschläge auf das Kurzarbeitergeld fallen jedoch nicht unter diese Regelung.

Kurzarbeitergeld in Corona-Krise: DAS müssen Sie wissen

Als Lohnersatzleistung ist das Kurzarbeitergeld übrigens steuerfrei. Es unterliegt jedoch dem Progressionsvorbehalt, das heißt: Trotz Steuerfreiheit kann es den eigenen Steuersatz erhöhen. Auf das Kurzarbeitergeld fallen außerdem Sozialabgaben an. Grundlage hierfür ist ein fiktives Entgelt, das regulär bei 80 Prozent des üblichen Bruttoverdienstes liegt. Für die Beiträge, die für das Kurzarbeitergeld zu entrichten sind, kommt der Arbeitgeber auf. Der Beschäftigte zahlt Sozialabgaben für den Teil seines Einkommens, für den er gearbeitet hat.

Ausgenommen von den Sonderregelungen ist die Lohnsteuer."Für den Arbeitnehmer ändert sich nichts, die Lohnsteuer wird weiterhin abgezogen und er bekommt das gleiche Nettogehalt", sagt Reina Becker gegenüber der "Bild". Jedoch ist es in einzelnen Bundesländern möglich, die Meldefrist zu verschieben.

Lesen Sie auch:DIESE Steuern sollten nach der Corona-Krise sinken.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

bua/bos/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser