02.04.2020, 13.19 Uhr

Coronavirus News aktuell: Mietaussetzung und Co.! DAS müssen Mieter jetzt unbedingt wissen

Das Coronavirus verändert das öffentliche Leben. Und damit auch das der Mieter und Vermieter. Alles, was Sie aktuell rund um die Themen Mietminderung, Mietaussetzung, Umzug und Kündigung wissen müssen, erfahren Sie hier.

Die Corona-Krise wirkt sich auch auf das Mietrecht aus. Bild: dpa

In vielen Bundesländern herrscht derzeit Ausnahmezustand. Das Coronavirus hat das öffentliche Leben in Deutschland komplett auf den Kopf gestellt. Veranstaltungen wurden abgesagt, Geschäfte geschlossen und auch Restaurants müssen vorerst zu bleiben. Ein Zustand, der aktuell dafür sorgt, dass viele Menschen wenig bis null Einnahmen haben. Was bedeutet das für Mieter, die nun möglicherweise ihre Miete nicht mehr zahlen können?

Coronavirus-Krise aktuell: Bundestag entlastet Mieter

Zur Entlastung von Mietern hat der Bundestag mit großer Mehrheit einer Reihe von vorübergehenden Gesetzesänderungen zugestimmt. Darin wurde unter anderem festgelegt, dass durch die Corona-Krise Geschädigte, ihre Miete stunden können. Aber was genau bedeutet das nun für die Mieter? Im Gespräch mit "Bild" beantwortet Anwalt Adrian Wegel aus Frankfurt a.M. alle wichtigen Fragen rund um das Mietrecht.

Müssen Mieter bei Zahlungsunfähigkeit mit einer Kündigung rechnen?

Doch keine Panik! Wer aktuell wegen der Coronavirus-Pandemie nicht fähig ist, seine Miete zu zahlen, der muss keinesfalls mit einer Kündigung rechnen. "Wer jetzt durch die Corona-Krise unverschuldet in eine Notlage geraten ist, kann seine Miete stunden", sagt Wegel im Gespräch mit "Bild". So darf Mietern nicht mehr gekündigt werden, wenn diese wegen der Corona-Krise die Miete nicht zahlen können. Das gilt für Mietschulden aus dem Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni diesen Jahres. Dem Anwalt zufolge könnte diese Regelung noch bis zum 30. September verlängert werden.

Coronavirus-News: Brauche ich jetzt keine Miete mehr zu bezahlen?

Nein! Nach Angaben von Adrian Wegel bleibt die Zahlungspflicht der Miete trotz Corona-Krise bestehen. "Wer nachweisen kann, dass er unverschuldet jetzt seiner Zahlungspflicht nicht nachkommen kann, dem darf lediglich nicht gekündigt werden. Die Miete würde nur entfallen, wenn der Vermieter auf die Miete verzichtet."

Miete nachzahlen, Miete aussetzten, Kündigung - DAS müssen Mieter jetzt wissen

Für die Nachzahlung haben Mieter laut Wegel bis zum 30. Juni 2022 Zeit. Er fügt jedoch hinzu: "Aber der Vermieter hat auch das Recht, dann Zinsen zu verlangen." Um die Miete stunden zu können, muss ein Mieter zunächst "glaubhaft machen, dass er durch die Corona-Krise geschädigt wurde. Der Vermieter wird sicherlich die Zahlungsaussetzung schriftlich vereinbaren." Dabei gilt diese Regelung sowohl für Wohnraum als auch für Gewerberaummieten. Doch ist man als Mieter auch während der Corona-Krise vor einer Kündigung sicher? "Nur, wenn der Kündigungsgrund ein Zahlungsrückstand wäre. Bei Eigenbedarf ist eine Kündigung möglich", sagt Adrian Wegel.

Umzug während der Corona-Pandemie erlaubt?

Auch wer aktuell einen Umzug geplant hat, muss nicht verzweifeln. Trotz Corona-Krise ist das umziehen grundsätzlich noch erlaubt. Auf die Hilfe von zahlreichen Helfern muss man aktuell jedoch verzichten. Fragen Sie stattdessen bei einer Umzugsfirma an, ob sie noch arbeitet. Ein Mietvertrag kann auch während der Pandemie grundsätzlich beendet werden.

Unter Corona-Quarantäne! Muss ich jetzt dennoch umziehen?

Menschen, die sich aktuell in Corona-Quarantäne befinden, müssen nicht umziehen. "Der Mieter hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Das hat Vorrang vor den Räumungswillen des Vermieters. Die Verpflichtung zur Mietzahlung bleibt bestehen", zitiert "Bild" Weigl.

Welche Rechte haben Vermieter während der Corona-Krise?

Auch Vermietern soll während der Corona-Krise unter die Arme gegriffen werden. Ihnen stehen laut Wegel einerseits "Fördergelder zu, wenn Mieteinnahmen aufgrund der Corona-Krise ausbleiben und andererseits kann ein Vermieter auch bei seiner Bank eine Aussetzung des Kredits beantragen, insofern er seine Immobilie mit einem Kredit finanziert hat." Weiter ergänzt der Anwalt: "Das gilt übrigens auch für Eigentümer, die in der Immobilie wohnen."

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sba/bua/news.de/dpa

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