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27.02.2020, 13.04 Uhr

Anschlag in Hanau aktuell: Polizei in der Kritik! Innenpolitiker stellen Einsatz infrage

Hätten Opfer des Terror-Anschlags verhindert werden können? Die Polizei in Hanau steht aktuell im Fokus der Kritik. Der Innenausschuss des Bundestages tagt in einer Sondersitzung.

Der Innenausschuss des Bundestages kritisiert den Polizeieinsatz in Hanau Bild: picture alliance/Kay Nietfeld/dpa

Innenpolitiker fragen nach dem mutmaßlich rassistischen Anschlag in Hanau, warum der Täter so lange ungehindert quer durch die hessische Stadt fahren konnte. Sie wolle wissen, wie es sein konnte, "dass der Täter insgesamt eine Stunde Menschen ermordet hat", ohne dass sich ihm ein Polizist in den Weg gestellt habe, sagte die Grünen-Bundestagsabgeordnete Filiz Polat am Donnerstag in Berlin vor Beginn einer Sondersitzung des Innenausschusses. Die Sitzung begann mit einer Gedenkminute für die Opfer des Anschlags.

Folgen des Hanau-Attentats: Waffenbesitzer sollen endlich stärker kontrolliert werden

Abgeordnete der Union regten an, zu prüfen, ob die Vorschriften zur Kontrolle von Waffenbesitzern in den Ländern richtig umgesetzt werden. Der 43-jährige Tobias R. hatte am Mittwochabend vergangener Woche an verschiedenen Orten und auf der Fahrt mit seinem Auto neun Menschen mit ausländischen Wurzeln, seine Mutter und schließlich sich selbst erschossen. Er besaß eine Waffenerlaubnis.

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CDU macht AfD mitverantwortlich für Hanau-Terror

Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Mathias Middelberg (CDU), sagte, er sehe "eine ganz klare Mitverantwortung" der Alternative für Deutschland für die rechtsextremistisch motivierten Anschläge der vergangenen Monate. Die Partei habe zu einer Radikalisierung in der Gesellschaft beigetragen und solle sich "nicht herausreden".

Tobias R. litt offensichtlich unter Wahnvorstellungen. Er hatte im November 2019 ein Schreiben an den Generalbundesanwalt geschickt, in dem er erklärte, er werde illegal überwacht.

Attentäter von Hanau wurde vor der Tat von der Polizei kontrolliert

Der Todesschütze von Hanau war etwa eine Stunde vor Abgabe des ersten Schusses wegen Falschparkens kontrolliert worden. Wie Teilnehmer einer nicht-öffentlichen Sondersitzung des Innenausschusses am Donnerstag berichteten, stand sein Auto in der Nähe des ersten Tatorts. Er habe bei der Kontrolle nicht aggressiv reagiert, erfuhren die Teilnehmer vom Generalbundesanwalt.

Den Angaben zufolge erschoss der mutmaßliche Attentäter Tobias R. am Mittwoch vergangener Woche um 21.58 Uhr zuerst einen Menschen auf der Straße. Dann floh er und tötete an mehreren Orten acht weitere Menschen, bevor er zur Wohnung seiner Eltern fuhr. Dort soll sein Auto um 23.10 Uhr festgestellt worden sein. Das Spezialeinsatzkommando sei um 3.03 Uhr in die Wohnung eingedrungen, berichteten Teilnehmer der Sitzung. Ihren Angaben zufolge lag seine Mutter tot im Wohnzimmer. Die Leiche von Tobias R. sei am Kellerabgang gefunden worden.

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FOTOS: Bluttat in Hanau Vermutlich rechtsradikaler Amokläufer erschießt 10 Menschen
zurück Weiter Hanau in Hessen: SEK-Beamte stehen nach dem Amoklauf in der Nähe eines der Tatorte an ihrem Fahrzeug.  (Foto) Foto: picture alliance/Boris Roessler/dpa Kamera

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hos/news.de/dpa

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