15.01.2020, 18.16 Uhr

Karamba Diaby: Schuss auf Büro des SPD-Politikers in Halle! War es ein rechtsextremer Angriff?

In halle kam es zu einem Angriff auf einen SPD-Politiker. Wie Karamba Diaby auf Twitter mitteilt, wurde auf sein Büro geschossen. Die Hintergründe sind noch unklar. Die Polizei ermittelt.

Schussattacke auf das Büro von SPD-Politiker Karamba Diaby in Halle (Saale). Bild: picture alliance/Jens Wolf/dpa

Das Büro des SPD-Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby in Halle ist angegriffen worden. Ein Polizeisprecher sagte am Mittwoch, dass Einschusslöcher an der Scheibe des Bürgerbüros festgestellt wurden.

Auf Büroscheibe von SPD-PolitikerKaramba Diaby geschossen

Diaby selbst schrieb auf Twitter: "Am Mittwochmorgen wurden an meinem Bürgerbüro Einschusslöcher bemerkt. Eine Büroscheibe mit meinem Konterfei weist mehrere Einschusslöcher auf. Die Polizei und der Staatsschutz ermitteln." Die Polizei nannte zunächst keine weiteren Details.

Ein Mitarbeiter Diabys sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir haben heute Morgen festgestellt, dass in einer ungefähr drei Meter hohen und vier Meter breiten Scheibe fünf größere Löcher waren.". In den vergangenen Wochen hatte es wiederholt Angriffe und Gewaltandrohungen von Rechtsextremisten gegen Politiker gegeben. Bereits 2015 wurde im Bürgerbüro des im Senegal geborenen Parlamentariers die Schaufensterscheibe eingeworfen.

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Politiker reagieren empört nach dem Angriff auf Karamba Diaby

Außenminister Heiko Maas reagierte auf Twitter empört. "Einfach unfassbar. Widerlich und feige. Volle Unterstützung, auch für das gesamte Team", schrieb der SPD-Politiker auf Twitter. "Wir werden weiter an Eurer Seite für eine freie, tolerante und vielfältige Demokratie eintreten. Jetzt erst recht!"

Burkhard Lischka, der Vorsitzende des SPD-Landesverbandes Sachsen-Anhalt sagte dazu gegenüber "Bild": "Mit Gewalt gegen Andersdenkende vorzugehen, ist immer zu verurteilen. Der Versuch, mit einer solchen Tat einen frei gewählten Abgeordneten und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzuschüchtern, ist ein Angriff auf das Herz der Demokratie." Lischka fügt hinzu: "Aber ich weiß: Karamba Diaby lässt sich nicht einschüchtern. Und die SPD Sachsen-Anhalt steht in dieser Situation an seiner Seite."

Karamba Diaby: Erstes Statement nach Schuss-Attacke

Am Mittwochabend äußerte sich Karamba Diaby zur Tat gegenüber der "Bild"-Zeitung. "Was die erreichen wollen ist, dass man sich zurückzieht oder so eingeschüchtert ist, dass man nichts mehr sagt." Er fügt hinzu: "Ich lasse mich aber nicht einschüchtern. Das werden diese Leute niemals schaffen." Er hätte Vertrauen in Polizei und Staatsschutz. Diese Menschen, die mit Waffen rumschießen und Angst verbreiten wollen, sind nicht die Mehrheit. Die Mehrheit sind wir Demokraten, die eine offene Gesellschaft wollen."

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bos/news.de/dpa

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