21.10.2019, 12.19 Uhr

Hillary Clinton provoziert: Fake-Kennedy-Brief zieht Trump durch den Kakao

Hillary Clinton ist eines der beliebtesten Feindbilder von Donald Trump. Nachdem er sie in der Wahl 2016 geschlagen hat, schiebt er ihren Email-Skandal immer wieder in den Fokus. Doch jetzt holt Hillary Clinton zum Gegenschlag aus und benutzt den verstorbenen Präsidenten JFK, um sich über Trump lustig zu machen.

Hillary Clinton zieht mit einem gefälschten Brief von JFK über Donald Trump her. Bild: picture alliance/Michael Reynolds/EPA/dpa

Mit einem Satirebrief voller derber Ausdrücke und Slang hat sich die frühere US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton über Präsident Donald Trump lustig gemacht. Die 71-Jährige verbreitete den Text am Sonntag über Twitter mit den Worten: "In den Archiven gefunden."

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In dem auf den 16. Oktober 1962 datierten Fake-Brief schreibt vermeintlich der damalige US-Präsident John F. Kennedy dem sowjetischen Regierungschef Nikita Chruschtschow: "Seien Sie kein Arsch, ok? Holen Sie Ihre Raketen aus Kuba raus." Als Vorbild diente der eigenwillige Brief, den Trump Anfang Oktober an den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geschickt hatte.

Fake-Brief imitiert politischen Sprachstil von Donald Trump

Darin hatte er Erdogan zu einer friedlichen Lösung im Nordsyrien-Konflikt ermahnt: "Seien Sie kein harter Kerl. Seien Sie kein Narr!" Am Mittwoch hatten US-Medien eine Kopie des Schreibens veröffentlicht. Datiert ist der Brief auf den 9. Oktober - also jenen Tag, an dem die Türkei mit ihrer umstrittenen Militäroffensive gegen Kurdenmilizen in Nordsyrien begann.

In Trumps Schreiben hieß es, Erdogan könne auf positive Weise in die Geschichte eingehen, wenn er in dem Konflikt richtig und menschlich handele. Andernfalls werde er als Teufel in die Geschichte eingehen. Auch der Satirebrief schlägt einen ähnlichen Ton an: "Alle werden sagen: "Juhu! Chruschtschow! Du bist der Beste!"" Aber wenn er es nicht tue, werde jeder sagen: "Was für ein Arschloch".

Wie Trumps Brief ("Ich werde Sie später anrufen") endet auch das Satireschreiben lapidar: "(Ich) klingel dich später an. Umarmungen, John Fitzgerald Kennedy"

Ist der Fake-Brief nur Schmähung oder steht mehr dahinter?

Es stellt sich die Frage, ob sich die Frau des ehemaligen Präsidenten Bill Clinton nun endlich auf die Schlammschlacht mit Donald Trump einlassen möchte oder ob nicht eine tiefe Botschaft hinter dem augenscheinlichen Scherz steckt. Denn Kennedy hatte 1962 die Kuba-Krise abgewendet, als russische Atomraketen auf Kuba stationiert wurden und die Welt an den Rand eines dritten Weltkrieges brachten.

Der Vergleich zu Trump ist nicht nur ein Witz auf Kosten des aktuellen Präsidenten der USA. Es ist auch ein Hinweis darauf, was hierbei mitunter auf dem Spiel stehen könnte, wenn die Verbündeten der USA in Syrien allein gelassen werden. Ein Ungleichgewicht der Mächte im Nahen Osten könnte Folgen für die gesamte Weltpolitik haben.

luj/news.de/dpa

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