20.10.2019, 07.48 Uhr

Kurden-Demo am 19.10.2019 in Köln: Friedliche Demo in Köln! Ausschreitungen in Stuttgart

In Köln gingen am 19.10.2019 Tausende bei der Kurden-Demo auf die Straße. Trotz Angst vor Ausschreitungen fand die Demonstration friedlich statt. Dafür gab es in anderen Städten Auseinandersetzungen mit der Polizei. Alle aktuellen Entwicklungen im News-Ticker.

In Hamburg wurde bereits am 12.10.2019 gegen den Einmarsch türkischer Truppen in syrische Kurdengebieten demonstriert. Bild: dpa

Die Türkei hatte am 9. Oktober eine Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG gestartet, die von ihr als Terrororganisation angesehen wird. Zahlreiche Politiker verurteilen den Angriff. An diesem Samstag (19.10.2019) wollen Tausende in Köln auf die Straße gehen und demonstrieren.

Großdemo in Köln am 19.10.2019: Tausende bei Kurden-Demo erwartet

Etwa 15.000 Menschen seien angemeldet worden. Die Polizei rechne jedoch mit 20.000 Teilnehmer. Die Stimmung sei äußerst angespannt. Die Polizei befürchtet Ausschreitungen.

Von den zentralen Versammlungspunkten Ebertplatz und Chlodwigplatz sollen die Teilnehmer laut vorheriger Planung zu einer gemeinsamen Abschlusskundgebung auf den Hohenzollernring - eine der Hauptverkehrsstraßen in der Kölner Innenstadt - ziehen. Für die Demonstration werden große Teile der Innenstadt für den Durchgangsverkehr gesperrt. Man rechne mit erheblichen Einschränkungen, hatte die Stadt bereits vor einigen Tagen mitgeteilt. Autofahrer sollten die Innenstadt großräumig umfahren oder zusätzliche Zeit einplanen.

Kurden-Demo am 19.10.2019: Alle aktuellen Informationen im News-Ticker

+++ 19.10.2019:Tausende bei Kurden-Demos - Auseinandersetzungen in Stuttgart +++

Tausende haben am Samstag in mehreren deutschen Städten gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien protestiert. Die Demonstrationen verliefen weitgehend friedlich. In Köln etwa blieb eine befürchtete Eskalation aus. In Stuttgart dagegen kam es nach Angaben der Polizei zu Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern der Demonstration und der Polizei. Dabei wurde nach bisherigem Stand ein Polizist verletzt.

Nach Angaben der Stuttgarter Polizei spaltete sich bei der Abschlusskundgebung in der baden-württembergischen Landeshauptstadt eine größere Gruppe ab und lief teils vermummt Richtung Hauptbahnhof. Die Menge habe sich nicht aufhalten lassen. "Um nicht überrannt zu werden, mussten die Einsatzkräfte Pfefferspray und Schlagstock einsetzen. Sie wurden mit Gegenständen und Böllern beworfen, weshalb die Versammlung gegen 17.15 Uhr durch die Polizei aufgelöst wurde." Anschließend kontrollierten die Beamten mehr als 200 Personen. Dabei seien erneut Flaschen- und Böller geworfen worden. Ein Beamter erlitt ein Knalltrauma und wurde von Rettungskräften versorgt.

+++ 19.10.2019: Kurden-Demo in Köln verläuft friedlich - weniger Teilnehmer +++

 

Tausende pro-kurdische Demonstranten haben in Köln gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien protestiert und die Bundesregierung zum Handeln aufgefordert. Die Demonstration verlief nach Angaben der Polizei bis zur Abschlusskundgebung am Samstagnachmittag weitestgehend friedlich. Der Stadt Köln zufolge kamen deutlich weniger Teilnehmer als erwartet.

Nach Polizeischätzungen versammelten sich rund 10.000 Protestierende in der Kölner Innenstadt. Die Veranstalter - mehrere linke Bündnisse - hatten 15.000 Demonstrierende angemeldet. Die Polizei hatte sich mit einem Großaufgebot an Sicherheitskräften sogar auf mehr als 20.000 eingestellt - auch für die erwarteten gewaltbereiten Teilnehmer.

Die befürchtete Eskalation zwischen kurdischen Demonstrierenden und Anhängern des türkisch-nationalistischen Spektrums blieb aus. Es seien keinerlei Vorfälle dieser Art bekannt geworden, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Allerdings hätten die Demonstrationszüge einige Male unterbrochen werden müssen - unter anderem wegen Feuerwerkskörpern und PKK-Rufen. Zudem sei eine Fahne mit dem Konterfei des seit Jahren inhaftierten Führers der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK eingezogen worden. Wegen solcher Vorfälle würden "vereinzelt" Anzeigen geschrieben.

Die Veranstalter forderten bei der Abschlusskundgebung von der Bundesregierung, die türkische Offensive nicht nur zu verurteilen, sondern auch konkrete Maßnahmen dagegen zu ergreifen - etwa erneut den Sicherheitsrat einzuberufen oder im Europarat auf die Türkei einzuwirken. Deutschland dürfe sich nicht "an die Seite eines Despoten stellen". Demonstrationen gegen den Militärschlag der Türkei waren auch in anderen deutschen Städten geplant.

+++ 19.10.2019:Tausende bei Kölner Kurden-Demo gegen Militäroffensive in Syrien +++

Zwei Demonstrationszüge gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien haben sich am Samstagmittag in Köln mit Tausenden Teilnehmern friedlich in Bewegung gesetzt. Nach Polizeiangaben zogen insgesamt zunächst rund 5000 Teilnehmer in Richtung Kölner Innenstadt. Dort war für den Nachmittag eine gemeinsame Abschlusskundgebung geplant.

Die Protestierenden waren mit Flaggen der kurdischen YPG-Miliz ausgestattet und trugen Plakate mit Aufschriften wie "Keine Deals mit dem AKP-Regime" oder "Der Hauptfeind steht im eigenen Land". Transparente und Bilder würden daraufhin überprüft, ob sie Symbole der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK enthielten, bestätigte die Polizei.

Zum Auftakt hatten die Veranstalter eindringlich gewarnt: "Es ist sehr wichtig, dass wir uns nicht provozieren lassen!" Es gebe Hinweise, dass sich Teilnehmer aus dem türkisch-nationalistischen Milieu unter die linken Gruppen - darunter viele Kurden - mischen und provozieren wollten.

 

+++ 19.10.2019: Polizei: Kurden-Demonstration in Köln kann starten +++

Trotz befürchteter Ausschreitungen wird die geplante Großdemonstration in Köln gegen die türkische Militäroffensive in Nordsyrien wohl wie geplant am Samstag um 11 Uhr starten können. "Die Kundgebung findet statt", sagte eine Sprecherin der Polizei Köln am Samstagmorgen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Bei der Anreise der Protestierenden habe es zunächst keine besonderen Vorkommnisse gegeben.

Die Polizei rechnet mit über 20.000 Teilnehmern aus ganz Europa. Mehrere Tausend sind ihrer Einschätzung zufolge als gewaltbereit einzuschätzen. Der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob hatte bereits am Freitag gewarnt, die Demonstration könne bei entsprechender Gefährdungslage auch noch kurz vor dem Start verboten beziehungsweise bei Gewalttätigkeiten umgehend beendet werden. Die Einsatzkräfte stehen stünden mit mehreren Hundertschaften und Wasserwerfern bereit.

Der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu, twitterte am Morgen unter dem Stichwort «#WirHier»: «Für den Zusammenhalt in Deutschland, gegen Gewalt auf unseren Straßen.» Die Dachverbände der kurdischen Gemeinden in Deutschland haben eigenen Angaben zufolge keine Anhaltspunkte für Gewaltbereitschaft.

+++ 18.10.2019, 18.59 Uhr: Polizei prüft Verbot von Kurden-Demonstration in Köln +++

Die Kölner Polizei prüft ein Verbot der angekündigten Demonstration in der Stadt gegen die türkische Militär-Offensive in Nordsyrien. Durch den Austausch mit anderen Sicherheitsbehörden habe man konkrete Anhaltspunkte, dass sich mehrere Tausend gewaltbereite Menschen auf die Teilnahme an der Demo am Samstag vorbereiteten, sagte Polizeipräsident Uwe Jacob am Freitag bei einer Pressekonferenz. Die Veranstalter - mehrere linke Bündnisse - hatten 15.000 Teilnehmer angemeldet, darunter viele Kurden. Da europaweit zu der Demo aufgerufen worden sei, rechne man nun aber mit mindestens 20.000 Teilnehmern, sagte Jacob - auch aus dem türkisch-nationalistischen Milieu. "Wir rechnen damit, dass Teile der jungen Menschen bewaffnet sein werden."

Um die Bevölkerung zu schützen und möglicher Gewalt keinen Raum zu geben, prüfe man derzeit ein Verbot der Demonstration - dies sei auch noch bis kurz vor Beginn der Veranstaltung am Vormittag möglich, sagte Kölns Polizeipräsident Jacob weiter. Die Anforderungen dafür seien jedoch sehr hoch und die Versammlungsfreiheit ein hohes Gut. Außerdem bestehe die Gefahr, dass sich gewaltbereite Gruppen trotzdem in Köln versammelten. Jacob rief erneut dazu auf, sich friedlich zu verhalten. "Gewalt im Nahen Osten kann nicht mit Gewalt in Köln bekämpft werden", sagte er.

Einsatzleiter Klaus Rüschenschmidt sagte an, man werde neben mehreren Hundertschaften und Wasserwerfern Polizeieinheiten im Einsatz haben, die speziell für das Eingreifen in Tumulte geschult seien. Auch Spezialeinsatzkräfte sollen in Köln vor Ort sein - die hoffentlich nicht eingreifen müssten. "Ich fürchte aber, es wird passieren."

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

bua/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser