06.10.2018, 10.54 Uhr

Ende der Zeitumstellung beschlossen: Was versprechen sich Gegner der Zeitumstellung von einer Abschaffung?

Vergangene Umfragen: Die Mehrheit der Deutschen ist für eine Abschaffung der Zeitumstellung. Bild: Sebastian Kahnert / dpa

Sie argumentieren, dass tatsächlich keine Energie gespart wird. So schalten die Deutschen laut Umweltbundesamt zwar im Sommer wegen der Zeitumstellung abends seltener das Licht an - im Frühjahr und Herbst wird morgens allerdings mehr geheizt. Mediziner sehen zudem Risiken für die Gesundheit. Empfindsame Menschen könnten Probleme mit dem Hin und Her haben - samt Schlafstörungen und Appetitlosigkeit. Die EU-Kommission betont indes, es lägen noch keine eindeutigen Erkenntnisse "über die Gesamtwirkung auf die Gesundheit" vor.

Kritiker führen auch wirtschaftliche Folgen, etwa für Landwirte, auf. Diese Befürchtungen dürften laut EU-Kommission dank neuer Technologie jedoch "weitgehend gegenstandslos geworden sein".

Zeitumstellung 1980 in Deutschland eingeführt

Die Uhrenumstellung in heutiger Form wurde in Deutschland 1980 eingeführt - mit dem Ziel, Energie zu sparen. Seit 1996 stellen die Menschen in allen EU-Ländern die Uhren am letzten Sonntag im März eine Stunde vor und am letzten Oktober-Sonntag wieder eine Stunde zurück.

Pro und Contra für Abschaffung der Sommerzeit

Der Nutzen ist umstritten. Laut Umweltbundesamt knipsen die Deutschen wegen der Zeitumstellung im Sommer tatsächlich abends seltener das Licht an - im Frühjahr und Herbst wird jedoch morgens mehr geheizt. Außerdem sehen Mediziner Gesundheitsrisiken. Schlafforscher warnen, empfindsame Menschen könnten Probleme mit dem zeitlichen Hin und Her haben - samt Schlafstörungen und Appetitlosigkeit.

Wie war das Echo auf die Bürger-Konsultation?

Riesig. Allein in den ersten drei Tagen wurden mehr als 500 000 Online-Fragebögen ausgefüllt; zur Hälfte der Laufzeit gab es mehr als eine Million Antworten. Es wird damit gerechnet, dass sich die Mehrheit der Teilnehmer für eine Abschaffung der Zeitumstellung ausspricht - weil Anhänger des Status quo meist weniger motiviert sind, sich freiwillig zu beteiligen. Die EU-Kommission kündigte an, am Freitag nur die Teilnehmerzahl der Umfrage zu veröffentlichen. Das Ergebnis der Abstimmung müsse erst ausgewertet werden, bevor es es präsentiert werde.

Haben die EU-Bürger in Sachen Zeitumstellung das letzte Wort?

Mitnichten. Die EU-Kommission warnt davor, der Umfrage zu viel Bedeutung beizumessen, oder sie gar als eine Art Referendum zu verstehen. Sie sei nur ein Teil der Bewertung. Sollte die Behörde unter Berücksichtigung aller Faktoren zu dem Schluss kommen, dass die Zeitumstellung abgeschafft werden sollte, könnte sie allerdings einen entsprechenden Vorschlag vorlegen. Dem müssten die EU-Staaten und das Europaparlament dann noch zustimmen.

FOTOS: Sommerzeit Eselsbrücken für die Zeitumstellung

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kns/news.de/dpa

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