31.08.2016, 08.46 Uhr

Dreiste Abzocke: 9 Millionen Euro Schaden! Beamte kassieren doppelt Kindergeld

Einem Medienbericht zufolge sollen Beamte und Angestellte in mehr als tausend Fällen jahrelang doppelt Kindergeld kassiert haben. Diese Form des Betrugs kann laut Bundesfinanzministerium auch weiterhin "nicht ausgeschlossen werden".

In mehr als tausend Fällen wurde jahrelang doppelt Kindergeld bezahlt. (Symbolbild) Bild: Julian Stratenschulte/dpa

Hunderte Beamte und Angestellte haben offenbar jahrelang doppelt Kindergeld kassiert. Das berichtet die "Bild"-Zeitung online am Mittwoch, 31.08.2016. Der Schaden soll sich auf 9 Millionen Euro belaufen. Der Betrug sei dadurch möglich geworden, dass Ehepartner, von denen einer im öffentlichen Dienst, einer in der Privatwirtschaft beschäftigt ist, bei den getrennt zuständigen Behörden Kindergeld beantragt haben.

Beamte und Angestellte kassieren doppelt Kindergeld: 9 Millionen Euro Schaden

Jede Behörde unterhält für ihre Beschäftigten eine Familienkasse, allerdings sind diese Kassen nicht mit den Familienkassen der Bundesagentur für Arbeit vernetzt. Diese aber zahlt das Kindergeld an Angestellte in der Privatwirtschaft. So soll das Kindergeld in hunderten Fällen doppelt ausgezahlt worden sein. Nach Angaben der "Bild" hat der Bundesrechnungshof bereits 2009 den massenhaften Betrug beim Kindergeld aufgedeckt: In 1.306 Fällen wurde teilweise jahrelang doppelt Geld bezogen.

Bundesfinanzministerium: Doppelzahlungen können "nicht ausgeschlossen werden"

Und trotzdem sollen bislang nur einige wenige Betrüger mehrere Tausend Euro zurückgezahlt haben, in nur 37 Familienkassen seien Betrugsfälle überhaupt strafrechtlich verfolgt worden. Jetzt erst reagiere die Politik: Rund 8.000 Familienkassen sollen der "Bild" zufolge geschlossen werden, allerdings erst bis Ende 2021. Das zumindest wird in einem aktuellen Gesetzesentwurf gefordert.

Laut Bundesfinanzministerium sei der Betrug heute durch die vorgeschriebene Angabe der Steuer-Identifikationsnummer des Kindes nicht mehr möglich. Gleichzeitig sei aber auch ein automatischer Datenabgleich bundesweit aufgrund einer fehlenden einheitlichen "IT-Landschaft" nicht möglich - daher könnten Doppelzahlungen weiterhin "nicht ausgeschlossen werden".

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lid/saw/news.de

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