04.07.2016, 11.18 Uhr

Integration in Deutschland: Städtebund fordert: Flüchtlinge sollen als Polizisten arbeiten

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert mehr Flüchtlinge im öffentlichen Dienst. Auch als Polizisten sollen die Migranten eingesetzt werden. Die Vorteile lägen auf der Hand. Doch die CDU ist dagegen. 

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert mehr Flüchtlinge im Polizeidienst. Bild: dpa

Der Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) fordert, mehr Flüchtlinge im öffentlichen Dienst einzustellen. Die Menschen sollen jedoch nicht nur als Übersetzer arbeiten, sondern auch als Polizisten eingesetzt werden. Für die Union geht dieser Vorschlag jedoch zu weit.

Städtebund fordert: Mehr Flüchtlinge im öffentlichen Dienst

Wie Gerd Landsberg, Geschäftsführer des DStGB, gegenüber der "Welt" sagte, könnten sich Menschen mit "eigener Fluchterfahrung" besonders gut um Flüchtlinge kümmern. Vor allem im Polizeidienst sehe er Vorteile. "Ein Polizist mit Migrationshintergrund hat es möglicherweise bei Konflikten zwischen Flüchtlingen leichter, diese Konflikte zu lösen", ist sich Landsberg im Interview mit der "Welt" sicher.

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CDU will "keine Abstriche" machen

Aus der Union hagelt es für den Vorschlag jedoch harte Kritik. "Natürlich soll die Polizei ein Spiegelbild der Gesellschaft sein", zitiert die "Welt" den CDU-Politiker Kai Wegner. Polizisten mit Migrationserfahrung und interkulturellen Kompetenzen seien zwar wünschenswert, jedoch dürften bei den Einstellungskriterien "keine Abstriche gemacht werden", um die "Qualität der Polizeiarbeit zu sichern", warnt Wegner gegenüber der Tageszeitung "Welt".

"Staatsbürgerschaft, sicheres Beherrschen der deutschen Sprache und ein klares Bekenntnis zu unserer Rechtsordnung" seien laut Wegner Voraussetzungen, dass Flüchtlinge im Polizeidienst eingesetzt werden können. "Da ist kein Platz für Schnellschüsse oder Experimente", ist sich der CDU-Politiker sicher.

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bua/gea/news.de

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