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IS in Deutschland: Philip B., der Pizzabote aus Dinslaken, sprengt sich in die Luft

Früher Pizzabote, dann berühmt als Abu Osama al-Almani: Philip B.

Philip B. im November 2013, über den Weg ins Paradies. Bild: Screenshot news.de (archive.org/N32-1)

Der berühmteste deutsche IS-Kämpfer ist schon tot. Im August sprengte sich Philip B., 27 Jahre alt, beim irakischen Mossul in die Luft, vermutlich, weil er wegen einer Halsverletzung nicht mehr kämpfen konnte. Als Selbstmordattentäter raste er mit seinem Geländewagen in eine Gruppe kurdischer Kämpfer, 20 von ihnen riss er mit sich in den Tod. Philip B. war in der deutschen Presse das Paradebeispiel des deutschen Gotteskriegers. Frustrierter Jugendlicher aus trostlosem Stadtteil einer nordrhein-westfälischen Kleinstadt. Pizzabote, das sagt alles.

2009 dann fand Philip neue Freunde, er konvertierte zum Islam, seine Stimme wurde sanfter und in einem kleinen Lokal in Dinslaken wurde aus dem früher lustigen Jugendlichen ein strenger Salafist. Im Dezember 2013 rief er in einem YouTube-Video dazu auf, mit ihm in den Kampf zu ziehen: «Ansonsten seid ihr unsere Feinde und wir werden euch bekämpfen!» Philip war nicht der einzige, der aus Dinslaken-Lohberg in den IS-Terror zog, als Abu Osama führte er die «Lohberger Brigade». Früher beteten sie gemeinsam in einem scheinbar harmlosen Lokal in NRW, jetzt morden sie gemeinsam in Syrien.

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