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Von news.de-Redakteurin Juliane Ziegengeist - 09.04.2013, 11.01 Uhr

Femen: Ihre spektakulärsten Nacktauftritte

Blanke Brüste und provokative Gesten, dafür sind die Frauenrechtlerinnen von Femen bekannt. Die jüngsten Opfer ihrer Nacktauftritte: Kanzlerin Merkel und Russland-Präsident Putin. News.de hat sich in der Protestgeschichte von Femen umgesehen. Das sind die krassesten Aktionen.

FOTOS: Frauenprotest Blanker Busen gegen Missstände

Die Frauenrechtsgruppe Femen ist vor allem für eines bekannt: viel nackte Haut. Mit politischen Botschaften auf blanker Brust demonstriert sie an den ungewöhnlichsten Orten für geschlechtliche Gleichberechtigung.

Ihre jüngste Provokation: Auf dem Eröffnungsrundgang der Hannover Messe am Montag überraschten die Aktivistinnen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsidenten Wladimir Putin mit nackten Tatsachen. Auf ihrem entblößten Oberkörper prangte der Schriftzug: «fuck dictator».

Putin nahm die Aktion gelassen und riskierte einen wohlwollenden Blick, während seine Leibwächter die Frauen gewaltsam beiseite schafften. Bereits am Sonntag hatte es auf dem Messegelände Proteste gegen die russische Menschenrechtspolitik gegeben.

FOTOS: Schlampenmarsch Frauenprotest gegen Vorurteile

Immer wieder sorgt Femen mit Oben-Ohne-Aktionen für Aufsehen. News.de hat eine Top 5 der verrücktesten Auftritte an den mutigsten Locations zusammengestellt.

Platz 5: Moschee

Zum «Topless Jihad Day» (Tag des Oben-Ohne-Heiligen-Krieges) am 4. April 2013 demonstrieren die Femen-Frauen barbusig vor einer Berliner Moschee gegen radikale Islamisten und die Unterdrückung der Frau in islamischen Ländern. Auch in anderen europäischen Städten wie Paris, Brüssel und Mailand gibt es entsprechende Aktionen.

Im Speziellen setzen sich die Frauenrechtlerinnen für ihre tunesische Kollegin Amina Tyler ein. Sie soll wegen ihres Nacktprotests im Internet und TV von den eigenen Eltern in eine Psychiatrie eingewiesen worden sein. Femen kämpft für ihre Freilassung.

Platz 4: Ikea

Auch in einer Hamburger Ikea-Filiale machten sich die Aktivistinnen bereits frei. Ende Oktober 2012 ist das Verhalten des schwedischen Möbelriesens Ziel des nackten Protests. Weil es aus der saudi-arabischen Ausgabe seines Katalogs Frauen herausretuschieren ließ, stürmen Femen-Mitglieder gewohnt freizügig die Wohnzimmer-Abteilung.

Auf ihren Plakaten steht «Allah Created Me Visible» (Allah hat mich sichtbar geschaffen) und «Kämpft gegen Diskriminierung - ermutigt sie nicht»; ihre Brüste sind schwarz-rot-gold bemalt. Die Aktion dauert zehn Minuten, dann bittet Ikea die Frauen höflich nach draußen.

Platz 3: Louvre

Nackt im Museum lautet das Motto Anfang Oktober 2012: Sieben Femen-Aktivistinnen entblößen sich vor der weltberühmten Venus von Milo im Pariser Louvre. Sie solidarisieren sich mit einer Tunesierin, die von zwei Polizisten vergewaltigt worden sein soll und nun selbst als Angeklagte vor Gericht steht.

«Im Namen der Venus» fordert Femen zum weltweiten Protest auf. Der Statue hängen sie ein Schild mit der Aufschrift «Rape Me I Am Immoral» (Vergewaltige mich, ich bin unmoralisch) um. Erst im September desselben Jahres hatte die Organisation ihr Zentrum in Paris eröffnet.

Platz 2: Herbertstraße

Im Juni 2012 macht die Frauenrechtsgruppe die Hamburger Reeperbahn in fragwürdigen Outfits unsicher. Mit umgeschnallten Dildos und Hitlerbärtchen skandieren sie auf der berühmt-berüchtigten Herbertstraße Parolen wie «Prostitution is modern Fascism» (Prostitution ist moderner Faschismus) - Hitlergruß inklusive. Und der ist hierzulande strafbar.

Femen tritt für die Abschaffung legaler und illegaler Prostitution und die Kriminalisierung von Freiern ein. Frauen seien keine Sexspielzeuge, so das Credo der Aktivistinnen. Im «Zentrum der deutschen Sexindustrie», wie sie Hamburg nennen, ist ein Ausbildungscamp geplant.

Platz 1: Berlinale

Zur Berlinale 2013 entert Femen den roten Teppich. Am Rande der glamourösen Eröffnungsgala zum größten deutschen Filmfestival klettern mehrere Aktivistinnen über die Absperrung der Promi-Flaniermeile, um gegen die Beschneidung von Frauen zu demonstrieren.

Die Frage der Genitalverstümmlung hatte Deutschland nach einem unstrittenen Kölner Gerichtsurteil Ende 2012 entzweit. Für die Femen-Mitglieder endet ihr Protest dennoch jäh: Die Security schafft sie unverzüglich außer Sichtweite. Für Femen war es die erste große Aktion in der deutschen Hauptstadt.

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kls/news.de

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