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Christian Lindner: Nach Shitstorm zu Falschaussagen! FDP-Chef rudert zurück

Auch nachdem ARD-Moderator Ingo Zamperoni ihn auf den fehlenden Wahrheitsgehalt seiner Aussagen ansprach, beharrte Christian Linder auf seinen Falschbehauptungen zu Corona. Im Netz entbrannte ein Shitstorm, in dem der FDP-Chef sogar als der neue Michael Wendler gehandelt wurde. Nun rudert der Liberale zurück.

Für seine Falschaussagen zu Corona in den "Tagesthemen" erntete Christian Lindner einen Shitstorm. Nun ruderte der FDP-Chef zurück. Bild: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka

FDP-Chef Lindner rudert nach einem Shitstorm rund um Falschaussagen zur Wirksamkeit von Kontaktbeschränkungen zurück. Der FDP-Vorsitzende stellte klar, dass er nicht die Wirksamkeit von Kontaktbeschränkungen für die Eindämmung der Corona-Pandemie bestreite. Zuvor waren Äußerungen von ihm am Freitagabend in den ARD-"Tagesthemen" teils anders verstanden worden und im Internet auf Empörung gestoßen.

Christian Lindner rudert nach Desinformation in "Tagesthemen" zurück

Am Samstag schrieb Lindner auf Twitter: "Wenn ich in den "Tagesthemen" missverständlich war, bedauere ich das. Denn ich werbe für konsequente und wirksame Maßnahmen! An Kontaktbeschränkungen zweifele ich nicht, sondern nur zum Beispiel an der Verhältnismäßigkeit von Ausgangssperren für Geimpfte."

Ingo Zamperoni deckt im Ersten Lindners Falschaussagen auf

In der Sendung war Lindner von Moderator Ingo Zamperoni gefragt worden, warum mit dem Auslaufen des Rechtsstatus der Epidemischen Notlage nationaler Tragweite auf Eindämmungsmöglichkeiten wie Ausgangs- oder Kontaktbeschränkungen verzichtet werde. "Weil diese Maßnahmen nach wissenschaftlichen Untersuchungen keine Wirksamkeit haben und weil auch deutsche Gerichte solche Ausgangsbeschränkungen ja bereits verworfen haben", hatte Lindner geantwortet. Auf Zamperonis ungläubige Nachfrage, ob er wirklich behaupte, dass Kontaktbeschränkungen und Ausgehverbote nicht wirksam seien: "Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirksamkeit von Ausgangsbeschränkungen zum Beispiel für geimpfte Menschen, die eben nicht das Infektionsgeschehen eindämmen."

Christian Lindner kassierte Shitstorm im Netz

Im Netz war ihm vorgeworfen worden, wissenschaftliche Erkenntnisse zu ignorieren. Teilweise wurde ihm die Regierungsfähigkeit abgesprochen. Die mit Corona-Themen befasste Göttinger Physikerin Viola Priesemann bot ihm via Twitter an, Aufklärung zu verschaffen. "Kontaktbeschränkungen haben natürlich eine Wirksamkeit gegen eine Übertragung", stellte die Wissenschaftlerin in einem Tweet klar. "Je nach Umsetzung haben auch Ausgangsbeschränkungen eine Wirksamkeit."

Der Hashtag "#Lindner" kletterte einen Tag nach dem "Tagesthemen"-Debakel auf Platz eins der Twitter-Trends. Userinnen und User kritisierten die Desinformation durch einen führenden Politiker wie Lindner scharf. Wissenschaftliche Fakten zu leugnen, sei gefährlich und eines Politikers unwürdig, so der Tenor.

Christian Lindner: Vergleiche mit Lauch und Michael Wendler

Ein Nutzer vergleicht den FDP-Chef sogar mit einem Lauchgemüse.

Sogar Vergleiche mit dem Verschwörungsmythiker Michael Wendler brachte Christian Lindner sein Auftritt ein.

Auch wenn Lindner mit seinem neuesten Post versuchte, zurückzurudern, so gelingt es der Twitter-Community nicht so recht, ihm die Entschuldigung abzunehmen. "Sie waren nicht missverständlich. Gar nicht. Und Sie haben jedes Wort so gemeint. Intentional desinformierend", schreibt etwa eine Userin unter Lindners Tweet. Wir dürfen gespannt sein, wie die Corona-Strategie der Ampel-Regierung aussehen wird.

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sig/news.de/dpa