23.06.2021, 08.12 Uhr

Nach tödlicher Bootskollision in Italien: Sturzbetrunken über Gardasee gerast? DAS sagt der Anwalt der Tatverdächtigen

Auf dem Gardasee wurde am Wochenende ein Liebespaar bei einem schrecklichen Bootsunglück getötet. Demnach sollen zwei betrunkene Deutsche mit einem Motorboot über den See gerast und das Boot des Paares gerammt haben. Das sagt der Anwalt zu den Vorwürfen.

Zwei Deutsche sollen auf dem Gardasee ein Boot gerammt und zwei Menschen getötet haben. Bild: dpa

Nach der tödlichen Bootskollision auf dem Gardasee in Norditalien sind die beiden tatverdächtigen Deutschen wieder zurück in München. Das bestätigte das Büro des Anwalts, der die beiden 52-Jährigen vertritt. Die Männer seien zu ihren Familien und wegen ihrer Jobs zurückgefahren. Es handle sich nicht um eine Flucht, alles folge dem Gesetz, betonte das Büro SC Avvocati Associati.

Tödliche Kollision auf dem Gardasee: Haben zwei betrunkene Deutsche zwei Menschen mit einem Motorboot getötet?

In der Nacht zu Sonntag hatte laut Medienberichten ein Motorboot vom Typ "Riva Aquarama" das Holzboot eines italienischen Paares auf dem Gardasee gerammt und war davongefahren. In dem Motorboot saßen demnach die beiden Deutschen.

Die 25 Jahre alte Frau und ihr 37-jähriger Begleiter aus der Gegend am Westufer des Gardasees verloren dabei ihr Leben. Ein Einwohner entdeckte am Sonntagmorgen den toten Mann in dem Boot. Taucher bargen Stunden später die Leiche seiner Partnerin aus den Tiefen des Gardasees. Ihre Beine waren abgetrennt, heißt es in Medienberichten.

Nichts bemerkt! DAs sagt der Anwalt der Tatverdächtigen zu den Vorwürfen

Dem Verteidiger zufolge hatten die Deutschen ausgesagt, die Kollision nicht bemerkt zu haben. Sie hätten erst am Sonntagnachmittag von dem Vorfall erfahren und seien erschüttert gewesen. Die Münchner führen seit rund 20 Jahren regelmäßig an den Gardasee. Sie haben seit etwa 30 Jahren einen Bootsführerschein, wie der Anwalt weiter erklärte. Der Gardasee ist bei vielen Deutschen ein beliebtes Urlaubsziel mit jährlich Millionen Touristen.

Augenzeugen berichten, dass die beiden Tatverdächtigen betrunken gewesen sein sollen. Und zwar so stark, dass einer nach der Todesfahrt sogar in den Gardasee fiel, als das Boot im Hafen anlegte. Italienische Medien berichten, dass die beiden Männer schon am Nachmittag während der Übertragung des EM-Spiels von Deutschland gegen Portugal in Saló Bier getrunken haben sollen. Danach seien sie mit dem Boot zu einem Restaurant auf der anderen Seeseite gefahren. Auf dem Rückweg ereignete sich das schreckliche Unglück. Doch von dem Crash wollen die beiden Tatverdächtigen nichts bemerkt haben. "Sie haben einen Knall gehört. Die Nase des Boots geht ziemlich hoch, wenn man Gas gibt. Sie drehten ihre Köpfe und sahen ein Stück Holz", sagt der Anwalt der beiden gegenüber der "Bild". "So besoffen kann man gar nicht sein, dass man den Unfall nicht bemerkt", sagte ein erfahrener "Riva"-Fahrer gegenüber der "Bild".

Behörden ermitteln wegen Totschlag und unterlassener Hilfeleistung

Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge mussten die Verdächtigen einen Alkohol- beziehungsweise Drogentest machen. Eine offizielle Mitteilung der Polizei zu dem Fall lag zunächst nicht vor. Die Behörden ermittelten am Montag und Dienstag weiter zur Ursache für den Zusammenprall. Auf Fotos vom Montag (21.06.2021) war zu sehen, wie Experten in weißen Schutzanzügen Bilder von einem Holzboot machten und dort Spuren sicherten. An einer Seite war es stark beschädigt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt Medienberichten nach wegen Totschlags und unterlassener Hilfeleistung.

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bua/loc/news.de/dpa

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