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Sensationsfund in Sibirien: 24.000 Jahre alte Tierchen in Permafrost entdeckt

Es ist eine sensationelle Entdeckung, die Forscher im sibirischen Permafrost gemacht haben. Hier fanden sie 24.000 Jahre alte Rädertierchen. Die vielzelligen Organismen überlebten Einfrieren, Austrocknen und Sauerstoffmangel. Rückt damit die Kryptobiose beim Menschen näher?

Ein Rädertierchen unter dem Mikroskop. Bild: AdobeStock/ Eduardo

Wissenschaftler haben im sibirischen Permafrost delloide Rädertierchen entdeckt. Die winzigen vielzelligen Tierchen können einer neuen Studie zufolge nicht nur dem Einfrieren standhalten, sondern auch mindestens 24.000 Jahre im Permafrost überleben. Über den Sensationsfund berichtet aktuell der "Evening Standard".

Vielzellige Tiere überleben Einfrieren, Austrocknen, Sauerstoffmangel

Die Rädertierchen scheinen damit die Fähigkeit zu haben, offenbar für unbegrenzte Zeit in einem Zustand der "schwebenden Animation" unter der gefrorenen Landschaft zu überleben. Sie können den Forschern zufolge nicht nur Einfrieren, sondern auch Austrocknen, Sauerstoffmangel und Hunger für einen sehr langen Zeitraum überleben.

24.000 Jahre alte Tierchen in Permafrost entdeckt

Bisher hatten frühere Forschungen darauf hingedeutet, dass die Rädertierchen im gefrorenen Zustand bis zu 10 Jahre überleben könnten. Doch mittels Radiokarbon-Methode fanden die Wissenschaftler nun heraus, dass die Vielzeller, die sie aus dem Permafrost geborgen haben, etwa 24.000 alt sind.

Kryptobiose über Zehntausende von Jahren möglich

"Unser Bericht ist der bisher stärkste Beweis dafür, dass mehrzellige Tiere Zehntausende von Jahren in Kryptobiose, dem Zustand eines fast vollständig zum Stillstand gekommenen Stoffwechsels, überstehen könnten", so der an der Studie beteiligte Forscher Stas Malavin. Nach dem Auftauen soll sich das winzige Lebewesen in einem klonalen Prozess namens Parthenogenese vermehren können. Um den Vorgang des Einfrierens und der Bergung der Rädertierchen zu verfolgen, haben die Forscher Dutzende von ihnen im Labor eingefroren und aufgetaut.

Rädertierchen verfügen über Mechanismus, der sie bei Extrem-Temperaturen schützt

Da die Tiere der Bildung von Eiskristallen beim langsamen Einfrieren standhalten können, nehmen die Wissenschaftler an, dass sie über einen Mechanismus verfügen, der ihre Zellen und Organe bei extrem niedrigen Temperaturen vor Schäden schützt. "Die Erkenntnis ist, dass ein vielzelliger Organismus als solcher für Tausende von Jahren eingefroren und gelagert werden kann und dann wieder zum Leben erweckt wird", so Stas Malawin. Diese Erkenntnis sei der Traum vieler Romanautoren, scherzte der Wissenschaftler.

Kryptobiose beim Menschen denkbar?

Rücken wir damit also der menschlichenKryptobiose näher? "Je komplexer der Organismus ist, desto schwieriger ist es natürlich, ihn gefroren am Leben zu erhalten, und für Säugetiere ist dies derzeit nicht möglich", zitiert der "Evening Standard" den Forscher. "Dennoch ist der Übergang von einem einzelligen Organismus zu einem Organismus mit Darm und Gehirn, obwohl mikroskopisch klein, ein großer Schritt nach vorn."

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fka/loc/news.de

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