04.06.2021, 10.16 Uhr

Zwei Tote in Celle, Niedersachsen: Mietstreit eskaliert! Mann erschießt Frau und sich selbst

Großeinsatz am Donnerstagmorgen in Celle (Niedersachsen): Vor dem Amtsgericht der Stadt kam es offenbar zu einer tödlichen Schießerei, bei der ein Mann eine Frau erschossen haben soll. Anschließend soll sich der Schütze selbst getötet haben.

Bei der Schießerei in Celle kamen zwei Menschen ums Leben. Bild: Adobe Stock/TOPIC

Tödliche Schüsse mitten am Tag in Niedersachsen. Auf dem Gelände des Amtsgerichts Celle hat ein Mann eine Frau und anschließend sich selbst erschossen. Das sagte eine Polizeisprecherin der dpa. Die Hintergründe der Tat am Donnerstag würden jetzt ermittelt.

Schüsse vor Amtsgericht: Mann tötet erst Frau, dann sich selbst

Die Sprecherin konnte zunächst nicht sagen, ob es eine Beziehung zwischen Täter und Opfer gab. Ihr zufolge handelte es sich bei dem Schützen um einen älteren Mann, die getötete Frau sei im mittleren Alter. Auch sei noch nicht geklärt, ob die Schüsse mit einem Termin in dem Gericht zu tun gehabt hätten. Laut "Cellesche Zeitung" soll sich die Schießerei gegen 10 Uhr am Donnerstagmorgen ereignet haben. Polizisten sperrten die Mühlenstraße, an der das Amtsgericht liegt, nach der Alarmierung weiträumig ab. Es handele sich um eine der Hauptdurchgangsstraßen in Celle, sagte Birgit Insinger.

Führte ein Rechtsstreit zu den Todesschüssen?

Nach Informationen des Magazins "Legal Tribune Online" (LTO) soll es um eine Räumungsklage gegangen sein - der Mann (78) sei Mieter, die Frau (49) Vermieterin der Wohnung gewesen. "Das war eine ganz normale Mietsache", zitierte LTO den Amtsgerichtsdirektor Dieter Philipp Klass.

Hintergrund des tödlichen Schusswechsels soll nach CZ-Informationen ein Rechtsstreit gewesen sein.Die Frau habe dem Mann ein Haus in Winsen (Aller) im Landkreis Celle vermietet, sagte der Direktor des Amtsgerichts Celle, Dieter-Philipp Klass, am Freitag. Dann gab es aus ihrer Sicht Probleme mit der Miete - sie kündigte dem Mann wegen der nicht gezahlten Miete und klagte auf Räumung. Zu der Tat kam es vor einem Termin zur Güteverhandlung, noch vor Betreten des Gerichts.

Offiziell bestätigt wurden derartige Berichte bislang nicht. Die Sperrung in dem Bereich der Mühlenstraße soll laut Polizei wegen der laufenden Ermittlungen noch mehrere Stunden andauern. Am Mittag war die Polizei mit einem Großaufgebot am Tatort. Beamte der Spurensicherung in weißen Kitteln trafen ein. Vor dem Eingang des Backsteingebäudes hatten die Ermittler ein kleines Zelt aufgebaut. Auch etwa 20 Polizeifahrzeuge standen an der Straße

Ob Zeugen die Schussabgabe beobachtet haben, war ebenfalls zunächst unklar. Das Gelände sei nicht überall von der Straße aus einsehbar, sagte die Polizeisprecherin. Die 70.000-Einwohner-Stadt Celle liegt etwa 40 Kilometer nordöstlich von Hannover.

Justizministerin Barbara Havliza: "Ich bin erschüttert"

Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza sagte: "Ich bin erschüttert und tieftraurig über diese schreckliche Tat in Celle." Das Opfer sei jäh aus dem Leben gerissen worden, ihre Trauer und Anteilnahme gelte vor allem den Hinterbliebenen, sagte die CDU-Politikerin und verwies auf die Opferhilfeeinrichtungen, die bereit stehen, um die Betroffenen zu unterstützen.

"In Gedanken bin ich auch bei den Wachtmeisterinnen und Wachtmeistern sowie den übrigen Beschäftigten des Amtsgerichts Celle. Sie mussten diese Tat zum Teil aus nächster Nähe miterleben", sagte Havliza weiter. Justiz-Staatssekretär Frank-Thomas Hett habe sich am Tatort ein Bild von der Lage gemacht. Zur Unterstützung der Beschäftigten sei das Einsatznachsorgeteam des niedersächsischen Justizvollzuges hinzugezogen worden.

Wenn Sie oder ein Angehöriger unter Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden, sollten Sie sich Hilfe bei Experten holen, die Ihnen Wege aus dieser Situation aufzeigen. Die Telefonseelsorge ist kostenlos, anonym und 24 Stunden lang unter den Telefonnummern 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Hier finden Sie weitere Hilfsangebote.

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sba/bua/news.de/dpa

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