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Lee Evans ist tot: Zweifacher Olympiasieger (74) überraschend verstorben

Trauer um Lee Evans! Der zweifache Olympiasieger ist überraschend im Alter von 74 Jahren verstorben. Das gab die US-amerikanische Leichtathletikorganisation bekannt. Der Sportler war auch für seine Antirassismus-Proteste berühmt.

Der zweifache Olympiasieger Lee Evans ist verstorben. Bild: picture alliance/dpa/AP | Uncredited

Trauer um Lee Evans! Der zweifache Gold-Medaillen-Gewinner ist im Alter von 74 Jahren verstorben. Das berichtet das Onlineportal "deadline.com" unter Berufung auf die Leichtathletikorganisation der USA.

Lee Evans im Alter von 74 Jahren verstorben

Lee Evans, der bei den Olympischen Sommerspielen 1968 in Mexiko-Stadt zwei Goldmedaillen gewann und Teil der berühmten Proteste gegen Rassismus war, ist am Mittwoch verstorben. Das gab die US-amerikanische Leichtathletikorganisation bekannt. Er verstarb im Alter von 74 Jahren. Eine Todesursache gab die Organisation nicht bekannt.

Laut "San Jose Mercury News" sei Lee Evans in seiner Heimatstadt in einem Krankenhaus in Nigeria gestorben. Laut der Nachrichtenagentur sei er die Woche zuvor bei der Dinnerparty eines Freundes zusammengebrochen.

Lee Evans war an Antirassismus-Protesten bei Olympia beteiligt

Evans machte sich mit weiteren Athleten gegen Rassismus bei Olympia stark. Beispielsweise trugen er und seine Mitstreiter schwarze Baskenmützen auf der Siegertreppe in Mexiko-Stadt, was zu dieser Zeit als skandalöser politischer Schachzug galt. Evans' Protest folgte dem der beiden amerikanischen 200-Meter-Sprintmedaillengewinner Tommie Smith (Gold) und John Carlos (Bronze). Sie hoben ihre Fäuste in die Luft, als das Lied "The Star-Spangled Banner" erklang und amerikanische Flagge gehisst wurde.

Aufstieg der Black Power-Bewegung in den USA

Die Proteste sind ein Symbol für den Aufstieg der Black Power-Bewegung in den USA und gingen in die Geschichte ein. Seitdem sind andere Proteste wie das Knien oder das Erheben der Faust bei Sportveranstaltungen üblicher geworden. Bei den Olympischen Spielen in Tokio sollen politische Proteste sogar verboten worden sein, wobei eine Durchsetzung dieser Regel sich schwierig gestalten könnte.

Evans war einer von mehreren Schwarzen Athleten, die damit gedroht hatten, die Olympischen Spiele zu boykottieren. Sein Protest gegen die Spiele wurde verstärkt, nachdem Smith und Carlos suspendiert und für ihren Protest lebenslang von den Olympischen Spielen ausgeschlossen worden waren.

Evans fuhr bei den Olympischen Spielen zwei Goldmedaillen und zwei Weltrekorden ein. Sein erstes Gold gewann er 1968 auf dem 400-Meter-Lauf mit einer Rekordzeit von 43,86 Sekunden (20 Jahre lang Rekord) und sein zweites Gold in der 1.600-Meter-Staffel mit 2 Minuten und 56,16 Sekunden, ein Rekord, der anhielt 24 Jahre.

Lee Evans Karriere nach Olympia

Evans setzte seine Karriere nach den Olympischen Spielen fort. Er gewann die nationalen Meisterschaften der USA in den Jahren 1969 und 1972. Nach seiner Karriere trainierte er viele Jahre lang Leichtathletik-Teams in den USA, Afrika und im Nahen Osten. 1983 wurde er in die nationale Leichtathletik-Hall of Fame der Vereinigten Staaten in Manhattan und 1989 in die olympische Hall of Fame der Vereinigten Staaten in Colorado Springs aufgenommen.

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sig/bua/news.de