11.05.2021, 12.32 Uhr

Nach Superspreader-Event in Indien: Dutzende Corona-Leichen treiben auf Ganges

Die Corona-Lage in Indien spitzt sich weiter zu. Wie schockierende Bilder aktuell zeigen, treiben auf dem Ganges Dutzende Leichen von Corona-Opfern. Trotz der Pandemie feierten Tausende Inder bei einem Superspreader-Festival.

Dieser Tage sammelt sich nicht nur Müll am Ufer des Ganges. Bild: dpa

Es sind schockierende Bilder, die uns aktuell aus Indien erreichen. Dutzende Leichen sind am indischen Fluss Ganges angeschwemmt worden. Bei den meisten der 35 bis 40 Toten handle es sich wohl um Corona-Tote, deren Angehörige zu arm für eine Einäscherung waren und die Leichen deshalb in den Fluss gelegt hätten, sagte ein örtlicher Behördenmitarbeiter der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.

Schock-Bilder aus Indien: Dutzende Leichen mutmaßlicher Corona-Opfer am Ganges angeschwemmt

Die Leichen hätten wohl vier bis fünf Tage im Wasser getrieben.Einige wenige Leichen pro Tag durch Wasserbestattungen seien nicht ungewöhnlich, sagte der Behördenmitarbeiter. Im Zuge der zweiten Coronavirus-Welle in Indien sei die Zahl jetzt jedoch so hoch. Örtliche Medien berichteten, dass lokale Anwohnerinnen und Anwohner in Panik gerieten, sich durch die angespülten Leichen mit dem Coronavirus zu infizieren. "Wir müssen die Toten begraben", sagte etwa ein Dorfbewohner dem Fernsehsender NDTV. Es besteht die Befürchtung, dass die Leichen zu einer weiteren Explosion von Infektionen in Indien führen könnten, da streunende Hunde sich an dem verrottenden Fleisch laben könnten.

Corona-Lage in Indien spitzt sich mehr und mehr zu

Auch in sozialen Medien machten Bilder der Situation die Runde. Nutzer diskutierten über die steigenden Corona-Todeszahlen auf dem Land, wo mehr als die Hälfte der indischen Bevölkerung lebt. Dort ist es schwieriger, gute medizinische Behandlung und Testmöglichkeiten zu erlangen.

Bereits am Wochenende gab es Berichte, wonach mehrere halb verbrannte Leichen im Fluss Yamuna bei der Stadt Hamirpur gesichtet worden seien. Seit Pandemiebeginn sind im 1,3-Milliarden-Einwohnerland mehr als 22,9 Millionen Corona-Infektionen erfasst worden. In absoluten und bekannten Zahlen ist das Land am zweitmeisten von der Pandemie betroffen. Allein am Montag erfasste das Land 370.000 neue Infektionen und mehr als 3.700 Todesfälle.

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Inder feiern Festival trotz Coronavirus

Unterdessen gibt es Bedenken, dass sich religiöse Feste in Indien zu "Superspreader-Events" entwickeln könnten. Letzten Monat versammelten sich Millionen von Hindus in der Himalaya-Stadt Haridwar, um trotz der tödlichen zweiten Welle am Kumbh Mela-Festival teilzunehmen. Seither wurden mehr als 2.000 Menschen, die an dem Festival teilgenommen hatten, positiv auf das Virus getestet, darunter ein Dutzend religiöser Führer. Es wird angenommen, dass die Zahl noch deutlich höher ist. Währenddessen warnte die Weltgesundheitsorganisation vor der indischen Corona-Mutation B.1.617, die ersten Erkenntnissen zufolge ansteckender als die Ursprungsform sein soll.

Trotz Corona: Gläubige drängen sich dicht an dicht beim Kumbh Mela-Festival. Bild: dpa

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sba/news.de/dpa

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