05.05.2021, 14.30 Uhr

Treffsichere Wetterprognosen: Die Bedeutung der Meteorologie

„Kräht der Gockel auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie's ist." Diese alte Bauernregel weist in jedem Fall eine Trefferquote von 100 Prozent auf. Ihr Nutzen ist allerdings ziemlich begrenzt. Wer es etwas genauer wissen möchte, sollte sich den Prognosen der Meteorologen zuwenden.

Foto: dpa/Fredrik von Erichsen/Archiv Bild: Fredrik von Erichsen/dpa

Hobbymeteorologie als kleine Spielerei

Private Haushalte sind normalerweise nicht auf exakte meteorologische Daten und Prognosen angewiesen, da sich das Wetter in der Regel nur auf das private Freizeitverhalten auswirkt. An den meisten Häusern hängt daher lediglich ein einfaches Thermometer. Wer sich etwas mehr für Meteorologie interessiert, wird womöglich eines der vielen Modelle an Wetterstationen sein Eigen nennen. Mit diesen lassen sich allerlei interessante Statistiken erfassen und mittels entsprechender Software nach den eigenen Wünschen auswerten. Eine zuverlässige Wettervorhersage ermöglichen diese Geräte indes nicht. Einige Modelle erstellen zwar durchaus Wetterprognosen, allerdings werden diese lediglich auf der Basis des Luftdruckverlaufs errechnet. Dies ist zwar eine relevante Größe, jedoch nur eine von vielen.

Bedeutung der Meteorologie für wetterabhängige Branchen

Ganz sicher ist die Landwirtschaft am meisten vom Wetter abhängig. Möglichst genaue Vorhersagen erleichtern die Arbeit in dieser Branche ungemein. Natürlich lassen sich Ernteschäden häufig nicht vermeiden, jedoch können bei frühzeitiger Kenntnis über die kommende Wetterlage gelegentlich Maßnahmen ergriffen werden, um einen Teil der Ernte zu retten. So sind beispielweise Winzer in der Lage, bei auftretendem Spätfrost durch das Aufstellen von Fackeln die Temperatur so zu steigern, dass die Reben keinen Schaden nehmen. Exakte Niederschlagsprognosen versetzen die Landwirte zudem in die Lage, den idealen Zeitpunkt für Bewässerung oder den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu planen.

Auch die Baubranche benötigt wettertechnische Planungssicherheit. Terminpläne sind meist sehr eng gesteckt und wetterbedingte Verzögerungen bringen den aufgestellten Plan schnell durcheinander. Werden Termine nicht eingehalten, drohen mitunter hohe Konventionalstrafen. Daher lechzt die Bauwirtschaft geradezu nach zuverlässigen Wetterdaten.

Damit der Verkehr störungsfrei rollt, sollte sich das Wetter nicht von seiner schlechtesten Seite zeigen. Starke Unwetter, eisige Kälte oder mitunter auch extreme Hitze beeinflussen den Verkehr auf der Straße, der See, der Schiene und in der Luft auf verschiedene Weise. Liegen exakte und verlässliche Wetterdaten vor, lassen sich zum einen Maßnahmen zur Risikominimierung treffen, zum anderen besteht die Chance, alternative Pläne zu erstellen, damit Passagieren und Fracht trotz Wetterkapriolen sicher und pünktlich an ihren Bestimmungsort gelangen.

Die Ursprünge der Meteorologie

Den Startschuss zur modernen Meteorologie gab wohl die Erfindung eines Temperaturmessgeräts durch Galileo Galilei im Jahr 1592. Meteorologie wie wir sie heute kennen, begann so richtig in den 1960er Jahren, als erstmals moderne Technologie wie Wettersatelliten und Niederschlagsradare genutzt wurden. Heute liefern über 10.000 Bodenstationen und über 1.000 Wetterballone zuverlässig und rund um die Uhr Daten, sodass weltweit präzise Vorhersagen auf fundierter Basis möglich sind - auch wenn die Fehlerquote nach wie vor beachtlich ist, denn das Wetter ist und bleibt ein chaotisches System, welches nur schwer über einen längeren Zeitraum exakt zu bestimmen ist.

lic/news.de

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