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Portal "Boystown" zerschlagen: BKA sprengt Kinderporno-Plattform - mehrere Festnahmen

Den Ermittlern des Bundeskriminalamtes ist es gelungen, eines der weltweit größten Kinderporno-Netzwerke zu sprengen. Mehrere Administratoren der im Darknet agierenden Plattform "Boystown" wurden festgenommen.

Das Bundeskriminalamt hat eine im Darknet agierende Kinderporno-Plattform gesprengt und mehrere mutmaßliche Drahtzieher festgenommen (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / pusteflower9024

Nach mehrmonatigen Ermittlungen ist der Polizei die Zerschlagung einer der weltweit größten Kinderpornografie-Plattformen gelungen. Drei Männer wurden in Deutschland festgenommen und ein weiterer Tatverdächtiger in Paraguay gefasst, wie das Bundeskriminalamt (BKA) am Montag in Wiesbaden mitteilte.

BKA gelingt Schlag gegen Kinderporno-Plattform "Boystown" im Darknet

Die Darknetplattform "Boystown" soll mehr als 400.000 Mitglieder gehabt haben und international ausgerichtet gewesen sein. Unter den geteilten Bild- und Videoaufnahmen hätten sich auch Aufnahmen des schwersten sexuellen Missbrauchs von Kleinkindern befunden.

Kinderporno-Razzia in NRW, Bayern und Hamburg: Drei Verdächtige festgenommen

Ermittler des BKA und der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hatten Mitte April sieben Objekte in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Hamburg wegen des Verdachts der bandenmäßigen Verbreitung von kinderpornografischen Inhalten durchsucht und die drei Männer festgenommen. Zeitgleich sei auf Ersuchen der deutschen Strafverfolgungsbehörden die Festnahme eines weiteren mutmaßlichen Bandenmitglieds in Paraguay erfolgt. Alle vier Beschuldigten haben demnach die deutsche Staatsangehörigkeit.

Mutmaßliche Admins von Kinderporno-Plattform festgenommen

Bei den drei Hauptbeschuldigten handele es sich um einen 40 Jahre alten Mann aus dem Kreis Paderborn, einen 49 Jahre alten Mann aus dem Landkreis München und einen 58 Jahre alten, aus Norddeutschland stammenden Mann, der seit mehreren Jahren in Südamerika lebt. Ihnen werde vorgeworfen, die kinderpornografische Darknetplattformen als Administratoren betrieben zu haben, erklärte das BKA. In dieser Funktion sollen sie maßgeblich mit der technischen Umsetzung der Darknetseite, der Einrichtung und Wartung der Serverstruktur und der Mitgliederbetreuung auf der Plattform beschäftigt gewesen sein.

Verdächtiger soll mehr als 3.500 Kinderporno-Beiträge gepostet haben

Gegen den weiteren 64 Jahre alten Beschuldigten aus Hamburg bestehe der Verdacht, als einer der aktivsten Nutzer der Plattform mehr als 3.500 Beiträge gepostet zu haben, teilten die Ermittler mit. Die Beschuldigten befänden sich aufgrund der Haftbefehle des Amtsgerichts Frankfurt seit Mitte April in Untersuchungshaft, berichteten die Ermittler. Für den Beschuldigten in Paraguay liege ein internationaler Haftbefehl des Amtsgerichts Frankfurt am Main vor. Auf dessen Grundlage soll die Auslieferung des Tatverdächtigen nach Frankfurt erfolgen.

Ermittler hebeln Kinderschänder-Plattform aus - "Boystown" abgeschaltet

Die Plattform hatte nach Erkenntnissen der Ermittler seit mindestens Juni 2019 existiert und war ausschließlich über das sogenannte Darknet zu erreichen. Dabei sei es vor allem um den weltweiten Austausch von Missbrauchsaufnahmen von Jungen unter den Mitgliedern gegangen. Das kinderpornografische Forum und weitere Chatplattformen wurden laut BKA im Anschluss an die Durchsuchungsmaßnahmen abgeschaltet.

Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) sprach von einer "widerwärtigen Plattform" und lobte den Ermittlungserfolg bei der Bekämpfung von sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. "Hinter jedem Foto und Video verbergen sich entsetzliches Leid und schlimmste Schicksale", betonte die Ministerin. Allen Personen, die diesen Darstellungen einen Markt geben, müsse daher mit größter Konsequenz begegnet werden.

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Einer der mutmaßlichen Betreiber von "Boystown" kommt aus Dithmarschen

Gegen einen der mutmaßlichen Betreiber einer weltweit agierenden Kinderpornografie-Plattform, die die Polizei Mitte April zerschlagen hatte, ist bereits früher wegen ähnlicher Taten ermittelt worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft Itzehoe am Donnerstag mit. Gegen den heute 58 Jahre alten Mann sei wegen des Verdachts des Besitzes kinderpornografischer Inhalte und des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern ermittelt worden, sagte Behördensprecher Peter Müller-Rakow. Diese Ermittlungen gegen den Mann seien jedoch im Jahr 2015 vorläufig eingestellt worden, nachdem der Beschuldigte sich 2010 nach Paraguay abgesetzt habe. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet.

Der 58-Jährige soll nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main gemeinsam mit einem 40 Jahre alten Mann aus dem Kreis Paderborn und einem 49-Jährigen aus dem Landkreis Mühldorf am Inn in Bayern kinderpornografische Darknetplattformen betrieben haben. Die Plattform mit dem Namen "Boystown" hatte nach Erkenntnissen der Ermittler seit mindestens Juni 2019 existiert und war ausschließlich über das sogenannte Darknet zu erreichen. Dabei sei es vor allem um den weltweiten Austausch von Missbrauchsaufnahmen von Jungen unter den Mitgliedern gegangen. Die Darknetplattform soll mehr als 400.000 Mitglieder gehabt haben.

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loc/news.de/dpa