26.04.2021, 08.20 Uhr

Coronavirus-News: Ärzte schlagen Alarm: So dramatisch ist die Lage für unsere Kinder!

Wie stark wirkt sich die Corona-Pandemie auf das seelische Befinden von Kindern und Jugendlichen aus? Immer mehr Ärzte schlagen Alarm. Denn die Pandemie trifft Kinder und Jugendliche härter als Erwachsene.

Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden unter der Corona-Pandemie. Bild: dpa

Die Pandemie trifft Kinder und Jugendliche härter als Erwachsene. Bereits im Februar 2021 ergab eine Studie, dass fast jedes dritte Kind psychisch auffällig ist - bedingt durch die Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie. Tatsächlich sind unsere Kinder die größten Verlierer in der Pandemie. Und mit der neuen Bundesnotbremse wird sich ihre Lage nicht verbessern. Im Gegenteil. Schon jetzt haben viele Schulen und Kitas in Deutschland wieder geschlossen. Und es werden immer mehr, wenn ab einer Inzidenz von 165 Schulen und Kitas wieder schließen müssen. Mediziner schlagen daher Alarm. Sie warnen vor immensen Folgen für unsere Kinder und Jugendlichen.

Coronavirus-News: So sehr leiden Kinder unter der Pandemie

"Der Kollateralschaden durch die Maßnahmen ist bei Kindern wirklich immens", warnt beispielsweise Dr. Martin Karsten (61), Kinderarzt aus Berlin im Gespräch mit "Bild". Laut Karsten haben immer mehr Patienten mit "psychosomatischen Beschwerden und psychischen Auffälligkeiten" zu kämpfen. "Die Kinder leiden unter Kopf– und Bauchschmerzen. Der Bewegungsmangel sorgt teils für Übergewicht", so der Mediziner. Das liege vor allem daran, dass Kinder keine richtige Lobby hätten. "Wir haben jetzt ein Jahr Solidarität mit den Alten gezeigt, warum kommt jetzt nicht die Solidarität mit den Kindern?", will der 61-Jährige wissen.

Fälle von Magersucht, Suizidgedanken und Selbstverletzung häufen sich

Kinder und Jugendliche erkranken zwar seltener schwer an Covid-19 als Erwachsene. Allerdings leiden immer mehr junge Menschen an psychischen Problemen, warnt Karsten. Neben Suizidabsichten häufen sich auch die Fälle der Selbstverletzungen, so Dr. Martin Karsten. "Auch das selbstverletzende Verhalten durch Ritzen hat extrem zugenommen – das sehe ich inzwischen jeden zweiten Tag! Magersucht wird auch immer häufiger", zitiert "Bild" den Arzt.

Er kritisiert, dass aktuell viele Maßnahmen ausschließlich auf Vermutungen getroffen werden. "Es muss endlich geklärt werden, ob Kinder tatsächlich Treiber der Pandemie sind oder nicht. Maßnahmen wie Kita- und Schulschließungen wären dann besser nachvollziehbar", so der Fachmann.

Mediziner schlägt Alarm: Bewegungsmangel für Kinder und Jugendliche ist verheerend

Auch Kinder- und Jugendarzt Dr. Michael Achenbach (52) aus Plettenberg (NRW) sieht die derzeitige Lage "relativ dramatisch". Vor allem der Bewegungsmangel sei für viele Kinder und Jugendliche "verheerend". Er selbst habe vor Kurzem ein Kind behandelt, dass innerhalb eines Jahre 35 Kilogramm zugenommen habe. Zudem würden immer mehr Kinder und Jugendliche "chronische, unspezifische Symptome wie Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder Verspannungen äußern." In vielen Fällen sei dies ein Ausdruck seelischer Belastung, sagt Achenbach.

Kinderarzt äußert sich besorgt: Immer mehr Kinder "psychisch angegriffen"

Mit großer Sorge blickt auch Dr. Uwe Büsching (67), Kinderarzt aus Bielefeld und Vorstandsmitglied im Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Deutschlands, auf die aktuelle Situation unserer Kinder. Es sei "frustrierend" zu sehen, was da aktuell mit den Kindern und Jugendlichen geschehe. "Bei etwa 15 Prozent merke ich, dass sie psychisch angegriffen sind", so der 67-Jährige. Ähnliche Erfahrungen macht derzeit auch Prof. Julian Schmitz (38), Kinder- und Jugendpsychotherapeut sowie Leiter des Instituts für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie der Uni Leipzig. Er sagt, dass Kinder zunehmend "Verhaltensstörungen mit Wut und Aggression zeigen, aber auch Depressionen und Ängste. Laut Schmitz leiden viele Kinder unter der "Angst, den Schulstoff nicht bewältigen zu können". Auch hätten sie "Angst, den Kontakt zu Freunden zu verlieren, oder auch Angst, sich oder andere anzustecken", so der Experte.

Es braucht mehr Angebote und verbesserte Systeme, um Kindern zu helfen

Zwar sind sich die meisten Ärzte einig, dass es Maßnahmen braucht, um das Infektionsgeschehen einzudämmen und die Älteren zu schützen. Jedoch braucht es auch ein System, das unsere Kinder unterstützt. Das können beispielsweise mehr Sportangebote sein, die die Kinder in Gruppen durchführen können sowie eine Verbesserung des Systems für psychisch belastete Kinder. Auch hat die Pandemie gezeigt, dass unser derzeitiges Schulsystem eine dringende Überarbeitung nötig hat.

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sba/fka/news.de

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