19.04.2021, 13.46 Uhr

Corona-Mutation B.1.351: Impferfolg in Gefahr? Immer mehr Geimpfte mit Südafrika-Mutation infiziert

Immer mehr Menschen lassen sich gegen das Coronavirus impfen. Gleichzeitig häufen sich Berichte von Geimpften, die sich trotz Impfung mit der südafrikanischen Corona-Variante infiziert haben. Sind unsere Impferfolge in Gefahr?

In Großbritannien infizieren sich immer mehr Geimpfte mit der Südafrika-Variante des Coronavirus. Bild: peterschreiber.media/AdobeStock

Immer mehr Menschen stecken sich trotz Corona-Impfung mit dem Coronavirus an. Besonders die südafrikanische und die britische Corona-Variante infizieren Menschen trotz Impfung.

Coronavirus-Mutationen aus Südafrika stecken Geimpfte an

Dr. Susan Hopkins, Chefärztin für "Test und Trace" in Großbritannien bestätigte, dass sich Menschen trotz Corona-Schutzimpfung mit dem Virus infiziert hätten. Das berichtet die britische "The Sun" am Montag. Gegenüber BBC sagte die Medizinerin: "Wir haben einige Leute gesehen, die ihre erste Dosis des Impfstoffs erhalten haben und die die südafrikanische Variante und die in Kent entstandene Variante hatten."

Impfstoffe schützen dennoch vor schwerer Infektion

Die Ärztin fügte jedoch an: "Das ist zu erwarten, wir wissen, dass diese Impfstoffe Sie nicht zu 100 Prozent vor Infektionen schützen, und deshalb bitten wir die Menschen, Vorsicht walten zu lassen." Weiter erklärte sie, dass erkennbar sei, "dass [die Impfstoffe] gegen die südafrikanische Variante nicht so gut sind wie gegen unsere eigene [Variante] B117, um Infektionen und Übertragungen zu verhindern."

Dennoch sei man auch im Falle einer Ansteckung mit der Variante B.1.351 (Südafrika-Mutation) durch die Impfung vor einem schweren Krankheitsverlauf geschützt. "Wenn Ihr Immunsystem einer Variation desselben Virus ausgesetzt ist, reagiert es schneller und angemessener, um Sie vor schweren Krankheiten zu schützen."

Keine Immunisierung durch Impfung

Die vollständige Gabe eines Corona-Impfstoffs bedeutet also nicht, dass man das Virus überhaupt nicht bekommen kann, auch wenn es die Chancen erheblich verringert. Es bedeutet aber, dass man vermutlich nicht an einer schweren Krankheit leiden oder sterben werde.

Einige der neuen Corona-Varianten können sich der Immunität der Impfung (Escape-Mutationen) entziehen. Dazu gehören die südafrikanische Mutation sowie die neu nachgewiesene indische Variante, von denen es in Großbritannien derzeit 77 Fälle gibt.

Hohe Impfrate in Großbritannien - mehr Ansteckungen mit B.1.351

Die hohe Impfrate in Großbritannien ist vermutlich der Grund dafür, dass sich die Fälle der südafrikanischen Corona-Variante innerhalb eines Monats verdoppelt haben. Auch die indische Variante ist bereits in Großbritannien nachgewiesen worden. Die Gefährlichkeit der Mutation werde derzeit noch untersucht.

Insgesamt ist die Rede von vier "besorgniserregenden Varianten", die Wissenschaftler und Mediziner alarmieren, darunter auch die brasilianische sowie die südafrikanische. Dr. Hopkins erklärte, dass es bislang nicht genügend Daten gibt, um die neue indische Variante offiziell als "besorgniserregende Variante" einzustufen, doch die Untersuchungen dauern an.

Indische Corona-Variante noch zu wenig erforscht

Sie sagte: "Wir haben einige Fälle (der indischen Variante) gesehen, die nicht durch Reisen entstanden sind, aber wir versuchen immer noch, die Untersuchungen durchzuführen, um genau zu untersuchen, woher sie sie haben könnten. Um das Ranking zu verbessern, müssen wir wissen, dass es sich um eine erhöhte Übertragbarkeit, einen erhöhten Schweregrad oder ein Ausweichen aus dem Impfstoff handelt, und das haben wir einfach noch nicht."

Immunologe warnt vor Gefährdung der Impferfolge durch Escape-Varianten

Experten warnten davor, dass eine mögliche Resistenz der Viren gegen Impfstoffe "den Fluchtplan Großbritanniens" aus der Pandemie gefährden könnte. Professor Danny Altmann, Professor für Immunologie am Imperial College London, sagte, er "vermutete", dass die indische Corona-Mutation zu einer "Variante der Besorgnis" eskalieren könnte, da jedem der derzeit angebotenen Impfstoffe ausweichen könnte.

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sig/bua/news.de

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