07.04.2021, 08.22 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Neurologische Langzeitschäden! Corona schädigt Psyche und Nerven

Dass Covid-19 sich nicht nur als Lungenkrankheit äußert, ist mittlerweile bekannt. Eine britische Studien hat nun ergeben, dass das Coronavirus auch Nerven und Psyche schädigen kann. Jeder dritte Corona-Infizierte trägt neurologische Schäden davon. 

Eine britische Studie ergab, dass jeder dritte untersuchte Corona-Infizierte unter neurologischen oder psychologischen Folgen leidet. Bild: (Symbolbild) zdyma4/AdobeStock

Das Coronavirus kann nicht nur Organe und Gefäße schädigen, sondern auch Gehirn und Nerven. Das hat eine Studie ergeben, die nun im Fachjournal "The Lancet Psychiatry" erschienen ist.

Coronavirus-News: neurologische und psychologische Schädigungen

Corona-Patienten haben häufiger neurologische oder psychische Probleme als Menschen mit anderen Atemwegserkrankungen. Eine britische Studie im Fachjournal "The Lancet Psychiatry" fand ein um 44 Prozent höheres Risiko für Angsterkrankungen oder Stimmungsschwankungen als nach einer Grippe.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass Hirnerkrankungen und psychiatrische Störungen nach Covid-19 häufiger auftreten als nach der Grippe oder anderen Atemwegsinfektionen", teilte Mitautor Max Taquet von der Universität Oxford mit. Die genauen Gründe dafür seien noch unklar.

Ein Drittel der Corona-Patienten erkrankte an psychologisch oder neurologisch

Insgesamt litt etwa ein Drittel der erfassten Patienten innerhalb von sechs Monaten nach ihrer Covid-19-Diagnose an einer neurologischen oder psychischen Erkrankung. Die britischen Forscher analysierten digitale Daten von mehr als 236.000 Patienten, die überwiegend in den USA behandelt wurden.

Auch Schlaganfälle durch Blutgerinnsel nach Corona-Erkrankung

Die häufigsten Diagnosen waren Angststörungen bei 17 Prozent und Stimmungsstörungen bei 14 Prozent aller analysierten Menschen. Sie litten zudem an Schlaflosigkeit (5 Prozent), Schlaganfall durch ein Blutgerinnsel (2,1) und Hirnblutungen (0,6). Die beteiligten Wissenschaftler weisen auf die Notwendigkeit weiterer Forschung hin, um die genauen Ursachen herauszufinden und Folgeschäden zu verhindern oder zu behandeln.

Häufungen von Depressionen und Angststörungen im Jahr 2020 - auch durch Isolation

Bereits in der Vergangenheit hatte es Studien gegeben, die einen Zusammenhang zwischen neurologischen Erkrankungen und einer Infektion gesehen haben. Aber auch durch Folgen der Isolation infolge von Lockdowns und Quarantänen sind mancherorts die Krankschreibungen wegen psychischer Leiden gestiegen. In Bayern hatte die Auswertung von Versichertendaten ergeben, dass 2020 deutlich häufiger Menschen mit Depressionen und Ängsten bei der Arbeit ausgefallen waren als zuvor.

Patientenakten von 236.379 Corona-Infizierten ausgewertet

In die Studie flossen Daten aus den elektronischen Patientenakten von 236.379 Covid-19-Erkrankten. Der Großteil davon lebt in den Vereinigten Staaten. Patienten, die älter als zehn Jahre waren und nach dem 20. Januar 2020 mit Corona infiziert wurden und im Dezember 2020 noch am Leben waren, wurden einbezogen. Die Gruppe wurde mit 105.579 Grippepatienten verglichen und mit 236.038 Patienten, die an einer anderen Atemwegserkrankung litten.

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sig/bua/news.de/dpa