18.03.2021, 08.43 Uhr

Astrazeneca News aktuell: Hersteller verteidigt Impfstoff: Weniger Thrombose-Fälle als erwartet

Zwischenfälle mit Blutgerinnseln schüren die Sorge vor dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca. Die WHO hält die Vorteile für größer als die Risiken. Laut eines Schreibens von Astrazeneca an die Arznei-Behörde EMA, ist die Zahl an Thrombose-Fällen geringer als erwartet.

Die EMA will am Donnerstag darüber entscheiden, wie es mit dem Astrazeneca-Impfstoff weitergeht. Bild: dpa

Der in Deutschland gestoppte Corona-Impfstoff von Astrazeneca erhält international Rückendeckung. Am Mittwoch plädierte die Weltgesundheitsorganisation WHO für die weitere Nutzung, da die Vorteile größer seien als die Risiken. Die entscheidende Bewertung für Europa will am Donnerstag die EU-Arzneimittelbehörde EMA abgeben - einen Tag vor dem deutschen Impfgipfel.

Astrazeneca-Impfstoff-Stopp in Deutschland umstritten

Deutschland und andere EU-Länder hatten die Nutzung des Astrazeneca-Impfstoffs vorerst gestoppt. Hintergrund sind Meldungen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen. Sechs von zehn Deutschen finden den Astrazeneca-Impfstopp laut einer YouGov-Umfrage richtig. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verteidigte die Vorsichtsmaßnahme. "Wir passen auf, wir nehmen gemeldete Vorfälle ernst, und wenn es was zu überprüfen gibt, dann überprüfen wir es", sagte der CDU-Politiker in einem Facebook-Video.

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Arznei-Behörde EMA entscheidet, wie es mit dem Astrazeneca-Impfstoff weitergeht

Er rechne für Donnerstag mit einer Einschätzung der EMA, ob und wie es weitergehen könne. Für den Fall, dass Astrazeneca nicht mehr zum Einsatz kommen sollte - was aber nicht sehr wahrscheinlich sei - würden für ausstehende Zweitimpfungen auch Lösungen zu finden sein. Wie es nach der Bewertung durch die EMA weitergeht, wollen Bund und Länder voraussichtlich am Freitag beim Impfgipfel beraten.

Astrazeneca bezieht Stellung zuallen registrierten Nebenwirkungen

Hersteller Astrazeneca verteidigt weiterhin sein Vakzin. Wie die "Bild"-Zeitung aktuell berichtet, wendete sichAstrazeneca mit einem Schreiben, welches der "Bild" vorliegen soll, direkt an dieArznei-Behörde EMA und nahm zu allen registrierten Nebenwirkungen Stellung. In dem Dokument informierte Astrazeneca die EMA über vier festgestellte Fälle der sogenannten Sinus-Venen-Thrombose. Dazu meldete der Konzern auch weitere Fälle von tödlichen Hirn-Thrombosen bei einer 33-jährigen Frau in Indien und einem 64-jährigen Mann in Großbritannien.

Weniger Thrombose-Fälle als erwartet laut Brief an Arznei-Behörde EMA

Abschließend heißt es im Astrazeneca-Schreiben an die EMA, dass nach Prüfung aller Fälle kein Trend zu erkennen sei. Laut Hersteller bestehe kein kausaler Zusammenhang zwischen den Thrombose-Fällen und der Corona-Impfung. Die beobachtete Anzahl der Vorfälle sei sogar "signifikant geringer als die erwartete Anzahl von Ereignissen".

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fka/sig/news.de/dpa

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