Uhr

Coronavirus-News aktuell am Donnerstag: Regierung bereitet wegen Tirol und Tschechien Grenzkontrollen vor

Einen Tag nach dem Corona-Gipfel von Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder meldet das RKI 10.237 Corona-Neuinfektionen. Zum Schutz vor der Corona-Mutation drohen nun mögliche Grenzschließungen. Die Coronavirus-News am Donnerstag.

Angela Merkel traf sich am Mittwoch in einer Video-Schalte mit den Ministerpräsidenten der Länder. Bild: dpa

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 10.237 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 666 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Donnerstag hervorgeht. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.30 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Coronavirus-News aktuell: RKI meldet 10.237 Corona-Neuinfektionen am Donnerstag

Am Donnerstag vergangener Woche hatte das RKI 14 211 Neuinfektionen und 786 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Der Höchststand von 1244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Sieben-Tage-Inzidenz laut RKI bundesweit bei 64,2

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 64,2. Vor vier Wochen, am 13. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 155 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.

63.635 Corona-Tote seit Beginn der Pandemie in Deutschland

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.310.233 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 11.02., 00.00 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.087.600 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 63.635.

Sieben-Tage-R laut RKI aktuell bei 0,82

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,82 (Vortag 0,82). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 82 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Alle Coronavirus-News am 11.02.2021 im News-Ticker

Alle aktuellen News zum Coronavirus erhalten Sie hier!

+++ Regierung bereitet wegen Tirol und Tschechien Grenzkontrollen vor +++

Nach der Ausbreitung des mutierten Coronavirus in Tschechien und Teilen Österreichs bereitet die Bundesregierung neue Einreisebeschränkungen und Grenzkontrollen vor. "Der Freistaat Bayern und der Freistaat Sachsen haben heute die Bundesregierung gebeten, Tirol und grenznahe Gebiete Tschechiens als Virusmutationgebiete einzustufen und stationäre Grenzkontrollen vorzunehmen", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Donnerstag der «Süddeutschen Zeitung». "Wir werden das wohl so entscheiden."

Seehofer verwies darauf, dass dies mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) abgestimmt sei. Die Kontrollen sollen dann wahrscheinlich ab Sonntag 0.00 Uhr gelten. Welche Ausnahmen gelten sollen, ist noch nicht klar. Am Nachmittag hatte sich ein Stab mit Vertretern von Innenministerium, Gesundheitsministerium und dem Auswärtigen Amt getroffen, um über die mögliche Einstufung weiterer Länder als sogenannte Virusmutationsgebiete zu beraten.

Unter den bislang so eingestuften Staaten, für die ein Beförderungsverbot nach Deutschland gilt, ist bislang kein Nachbarland. Aus den bereits festgelegten Mutationsgebieten im Ausland dürfen derzeit fast nur noch Deutsche und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland einreisen. Außerdem gibt es Sonderregeln für medizinisches Personal, Transit-Passagiere und den Warenverkehr.

+++ Linke-Politikerin fordert kostenlose Schnelltests für alle +++

Thüringens Linke-Landespartei- und Fraktionschefin Susanne Hennig-Wellsow hat kostenlose Corona-Schnelltests für alle Bürger gefordert. "Wer sich testen lassen will, soll nach dem Willen der Bundesregierung den Test aus eigner Tasche zahlen. Damit wird der Infektionsschutz zu einer Frage des Geldbeutels", sagte Hennig-Wellsow der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag.

Hintergrund ist eine geplante Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), wonach Corona-Schnelltests künftig auch in Apotheken an Privatleute verkauft werden sollen. Bisher durften die Antigen-Schnelltests nur an Ärzte, medizinische oder Pflegeeinrichtungen und Bildungseinrichtungen abgegeben werden.

Hennig-Wellsow sagte, dass Menschen mit geringem Einkommen sich die Tests nicht werden leisten können. Dies sei aus ihrer Sicht sozial ungerecht und "kontraproduktiv für die Eindämmung der Pandemie". "Der Bund kann kostenlose Schnelltest für alle finanzieren und er sollte es umgehend tun", betonte die 43-Jährige. Susanne Hennig-Wellsow kandidiert zusammen mit der hessischen Linke-Fraktionschefin Janine Wissler als neue Bundesspitze der Linken. Die Wahl ist bei einem dezentralen Parteitag in gut zwei Wochen geplant.

+++ Deutschland droht mit Grenzschließung: Beratungen heute +++

Macht Deutschland die Grenzen nach Tschechien und Tirol dicht? Experten aus dem Innen- und Gesundheitsministerium, sowie dem Auswärtigen Amt treffen sich heute um 15:00 Uhr zu einer Videoschalte, um über die kritische Corona-Lage in unseren Nachbarländern Österreich und Tschechien zu beraten. Die deutschen Behörden wollen verhindern, dass das Virus und die gefährlichen Mutationen über Pendler, Reisende oder Handwerker nach Deutschland kommen

+++ Viele Schulen und Kitas in Deutschland öffnen wieder am 22. Februar +++

Viele Grundschulen und Kitas in Deutschland sollen vom 22. Februar an wieder schrittweise ihren Betrieb aufnehmen. Nach den Bund-Länder-Beratungen über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise plant eine Mehrzahl der Bundesländer mit der Rückkehr von Kindern und Grundschülern ab diesem Datum. Einen Überblick über die geplanten Schulöffnungen der Bundesländer finden Sie hier.

 

+++ Sachsen will Pendler-Verkehr einschränken +++

Sachsen will angesichts drastischer Corona- Inzidenzen in Tschechien den Pendler-Verkehr deutlich einschränken. Das Abschotten bestimmter Hotspots sei dringend erforderlich, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Donnerstag in Dresden. Die Lage im Nachbarland spitze sich zu, in zwei Regionen gebe es eine Inzidenz von mehr als 1000. Die britische Mutation des Virus sei dort auf dem Vormarsch. Kretschmer bedauerte die Entwicklung. Er habe Ministerpräsident Andrej Babi? erneut Hilfe angeboten. Die Entscheidung dafür müsse aber vor Ort getroffen werden.

Ausnahmen vom Pendler-Stopp soll es im Bereich der Krankenhäuser und Pflegeheime sowie in der Landwirtschaft geben - und da vor allem bei der Versorgung von Tieren. "Darüber hinaus werden wir keine Ausnahmen machen können", sagte Kretschmer. Tägliche Tests sollen zur Pflicht werden. Zudem ist an eine Art Pendler-Quarantäne gedacht, Betroffene sollen sich dann nach Rückkehr von der Arbeit zu Hause aufhalten. Die Möglichkeiten, das zu kontrollieren, seien aber begrenzt, hieß es.

+++ Dreyer erwartet von nächster Bund-Länder-Runde klare Perspektiven +++

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) erwartet von der nächsten Videoschalte der Länder mit der Kanzlerin am 3. März konkrete Aussichten für die Lockerung des Lockdwons. Die Chefs der Staatskanzleien der Länder und Kanzleramtsminister Helge Braun bereiteten dies gemeinsam vor, sagte Dreyer am Donnerstag in Mainz. "Es ist leider nicht gelungen, ein richtiges Stufenmodell für ganz Deutschland vorzulegen", sagte sie über die Videoschalte der Länderchefs mit der Kanzlerin am Mittwoch. "Der Frust" darüber sei "schon umfassend groß" gewesen. Die Meinungen über "Perspektivstrategien" seien jedoch weit auseinander gegangen und in dem Gremium könne nicht offen gesprochen werden, weil gleich alles direkt nach außen dringe.

"Am Ende sind wir stärker den Weg von Sorge und Vorsorge gegangen als von Risikobereitschaft", sagte Dreyer. Dies sei angesichts des mutierenden Virus und den Entwicklungen in anderen europäischen Ländern "angemessen". "Die Mutationen werden früher oder später die Oberhand gewinnen - auch in Deutschland." Es sei zudem wichtig, dass Bund und Länder "in der großen Linie eine gemeinsame Strategie verfolgen".

+++ Laschet: Müssen in Corona-Pandemie weiter auf Sicht fahren +++

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hält weiterhin nichts von Langzeitplänen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. In der derzeitigen Lage sei es «eine Illusion zu glauben, man könne Schritt für Schritt planen», sagte der CDU-Bundesvorsitzende am Donnerstag in einer Sondersitzung des Landtags in Düsseldorf. Laschet verwies dabei vor allem auf die Gefahr der Verbreitung der Coronavirus-Varianten. «Ich würde weiter dafür plädieren, auf Sicht zu fahren», sagte Laschet.

 

+++ Söder: Mutation hat in Teilen Nordostbayerns die Oberhand +++

Die stärker ansteckende Coronavirus-Variante aus Großbritannien hat nach Angaben von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in einigen ostbayerischen Regionen bereits die Oberhand gewonnen. In den nordostbayerischen Regionen Hof, Wunsiedel und Tirschenreuth an der Grenze zu Tschechien betrage der Anteil der Mutation an den positiven Fällen bereits 40 bis 70 Prozent, sagte Söder am Donnerstag nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts in München.

Es sei deswegen umso wichtiger, die Zahl der Neuinfektionen besonders deutlich nach unten zu drücken. "Wir müssen den Mutationspuffer einbauen", sagte Söder. Ansonsten drohten schwere gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden.

+++ Schleswig-Holstein: Zoos und Blumenläden dürfen zum 1. März öffnen +++

Zoos, Wildparks, Gartenbaucenter und Blumenläden sollen in Schleswig-Holstein zum 1. März öffnen können. Das kündigte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Donnerstag im Landtag an. Gleiches gelte für bestimmte Sportmöglichkeiten auch innen sowie neben Friseursalons auch für Nagelstudios.

Generell hatten Bund und Länder am Mittwoch die Verlängerung des Corona-Lockdowns mit geschlossenen Geschäften, Gaststätten und Freizeiteinrichtungen bis 7. März beschlossen. Länder haben aber auch eigene Regelungsmöglichkeiten. So sollen Grundschulen und Kitas in Schleswig-Holstein am 22. Februar in den regulären Präsenzbetrieb zurückkehren. Dies soll einhergehen mit einer erweiterten Teststrategie des Landes. Lehrkräfte und andere an Schulen und in Kitas Beschäftigte sollen sich regelmäßig testen lassen können. Schleswig-Holstein lag mit Stand Mittwochabend bei 60,2 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Das war im Länderranking der sechste Platz.

+++ Lehrer und Erzieher: Giffey sieht gute Chance für frühere Impfung +++

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat sich optimistisch gezeigt, dass Kita-Personal und Lehrkräfte an Grundschulen früher als bisher geplant gegen Corona geimpft werden können. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe bei den Beratungen von Bund und Ländern am Mittwochabend "sehr deutlich" artikuliert, dass sie das begrüßen würde. Sie schließe sich dem an und halte das für einen sehr guten Weg, sagte Giffey am Donnerstag in Berlin. Es sei sehr gut, dass dieses Signal gesetzt werde. "Das ist eine Bitte, die ständig an mich herangetragen wird."

Beschlossen ist allerdings noch nichts. Bund und Länder hatten am Mittwoch zunächst vereinbart, zu prüfen, ob Erzieherinnen und Erzieher und Grundschullehrer in der «Kategorie zwei mit hoher Priorität» geimpft werden könnten. In der Impfverordnung zählen sie bisher zur Gruppe drei - zusammen mit Über-60-Jährigen. Derzeit laufen Impfungen der Gruppe eins, zu der Über-80-Jährige, Personal und Bewohner in Pflegeheimen sowie Gesundheitspersonal mit höchstem Ansteckungsrisiko zählen. "Immer dann, wenn man sagt, jemand soll höhergestuft werden, muss man gleichzeitig auch sagen: Wer tritt dann ein Stückchen zurück und muss etwas warten", sagte Giffey. Das müsse sehr verantwortungsvoll geschehen.

 

+++ Astrazeneca will neue Impfstoff-Version im Herbst ausrollen +++

Der britische Pharmakonzern Astrazeneca will bereits im kommenden Herbst die nächste Generation seines Corona-Impfstoffes ausrollen, der noch besser vor kursierenden Virus-Varianten schützen soll. Im Frühjahr sollten klinische Tests mit diesen Impfungen beginnen, kündigte das Unternehmen am Donnerstag an. In sechs bis neun Monaten könne dann voraussichtlich die Massenproduktion starten.

Auch der derzeit bereits in der EU, Großbritannien und vielen anderen Ländern eingesetzte Astrazeneca-Impfstoff, den der Konzern gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt hat, soll prinzipiell wirksam gegen Varianten sein. Allerdings belegte eine Studie kürzlich, dass er bei der zunächst in Südafrika entdeckten Variante wohl weniger vor milden und schweren Verläufen von Covid-19 schütze. Bei anderen Corona-Varianten ist zudem teilweise noch ungeklärt, inwieweit sie sich der Wirkung bereits verfügbarer Impfstoffe entziehen können.

+++ Ärztepräsident: Nicht endlos von Lockdown zu Lockdown hangeln +++

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, ist unzufrieden mit den jüngsten Beschlüssen von Bund und Ländern zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie. Die begrenzte Lockdown-Verlängerung bis 7. März sei angesichts offener Fragen rund um die neuen Virusvarianten zwar unvermeidlich, sagte Reinhardt der "Rheinischen Post". "Klar ist aber auch, dass wir uns nicht endlos von Lockdown zu Lockdown hangeln können. Für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern bedeuten Kita- und Schulschließungen psychosozialen Stress, der krank macht." Nötig sei daher ein bundesweiter Stufenplan zur Wiedereinführung des Präsenzunterrichts. Der jüngste Beschluss sieht dagegen aber vor, dass die Länder in eigener Zuständigkeit allein darüber entscheiden.

Der Ärztepräsident stellte auch infrage, dass nun maximal 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen als einziges Entscheidungskriterium für Öffnungen gelten sollen. Bei der nächsten Bund-Länder-Konferenz Anfang März müsse das Festhalten daran neu diskutiert werden, sagte er. "Dieser Wert ist ein wichtiges Kriterium zur Bewertung der Infektionslage, er sollte aber nicht das einzige Kriterium sein."

+++ Virologe: 35er-Inzidenz könnte bis Anfang März erreicht sein +++

Aus Sicht des Gießener Virologen Friedemann Weber könnte die von Bund und Ländern angepeilte bundesweite 35er-Inzidenz bereits Anfang März erreicht werden. "Ich kann mir vorstellen, dass man bis dahin auf den Zielwert von 35 kommt - wenn sich alle weiter an die verordneten Maßnahmen halten", sagte Weber am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Am Donnerstagmorgen lag die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) laut RKI bundesweit noch bei 64,2.

Abstand halten und Maske tragen helfe auch gegen die britische Mutante, sagte Weber. Zudem könne der zunehmende private Einsatz von Antigen-Schnelltests ein Schlüssel sein. "Das muss dann aber auch an ein Meldesystem gekoppelt sein." Dennoch sei es jederzeit möglich, dass die Zahlen wieder ansteigen, warnte Weber. Daher brauche es nicht nur den Fokus auf Lockerungen, sondern es müsse auch klar festgelegt sein, welche Bereiche bei ansteigenden Zahlen wieder geschlossen werden.

"Ich bin positiv überrascht, dass man jetzt die Inzidenz von 35 einzieht und sich nicht nur über die 50 freut. Je niedriger, desto besser", sagte Weber nach den Gipfel-Beschlüssen. Perspektivisch sei auch denkbar, in Regionen mit besonders niedrigen Infektionszahlen "grüne Zonen" einzurichten und die Einschränkungen lokal herunterzufahren. Mit Blick auf die angepeilten früheren Lockerungen bei Schulen sagte Weber, diese seien "infektiologisch gesehen nicht gut". Aus gesellschaftlicher Sicht seien sie aber verständlich. "Da wird man sehen, wie gut man damit leben kann." Ähnliches gelte für die Öffnung von Friseursalons. Wichtig sei, dass dabei Masken getragen werden.

+++ Kretschmann hält Grenzschließung wegen Virusmutanten für möglich +++

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) schließt wegen der Gefahr durch die Mutanten des Coronavirus Grenzkontrollen wie im Frühjahr nicht aus. Wenn sich die Virusvarianten in den Nachbarländern immer stärker ausbreiteten, "kann das natürlich im Extremfall auch zu Grenzschließungen führen", sagte Kretschmann am Donnerstag im Landtag in Stuttgart. "Wir wollen sie natürlich vermeiden", beteuerte der Grünen-Politiker. Das bleibe die Linie, doch könne sich das insbesondere wegen der Verbreitung der südafrikanischen Virusvariante auch ändern. Er sagte zu, sich mit den Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und des Saarlands, Malu Dreyer (SPD) und Tobias Hans (CDU), wegen der Grenze zu Frankreich absprechen zu wollen.

Beim ersten Lockdown im Frühjahr waren nationale Grenzkontrollen eingeführt worden, um das Einschleppen des Virus aus dem Ausland so weit wie möglich zu verhindern. Damals hatte es viel Kritik an dieser Maßnahme gegeben, weil Pendler, Familien und Unternehmen darunter litten.

+++ Dobrindt meldet Zweifel an baldigen Schulöffnungen an +++

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat Bedenken gegen baldige Schulöffnungen in dieser Phase der Corona-Pandemie angemeldet. Er verstehe, dass es Druck und enorme Belastungen für Familien gebe, sagte Dobrindt am Donnerstag im Bundestag. Er habe aber Zweifel, dass diese Maßnahme zum jetzigen Zeitpunkt die richtige sei. Es gelte, alles daran zu setzen, dass dies nicht weitere Perspektiven der Öffnung der Wirtschaft verbaue.

Dobrindt unterstrich das Ziel, bei den Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen deutlich unter die Schwelle von 50 zu kommen, um Erfolge nicht zu verspielen. "Die 50 war immer die Zahl, wo man bei wachsender Infektion den Einstieg in den Lockdown gewählt hat. Sie kann nicht gleichzeitig die Zahl des Ausstiegs aus dem Lockdown sein." Ansonsten drohe ein "andauernder Achterbahneffekt". Mit Blick auf stockende Hilfen für Unternehmen mit Einbußen wegen des Lockdowns forderte Dobrindt Härtefallregelungen, wenn Lebenswerke auf dem Spiel stehen, aber Algorithmen der Hilfsprogramme nicht greifen.

+++ FDP-Chef: Menschen erwarten mehr als frischen Haarschnitt +++

FDP-Chef Christian Lindner hat die neuen Corona-Beschlüsse scharf kritisiert und einen verstärkten Einsatz von Technologien gegen die Ausbreitung des Virus gefordert. Angesichts der großen Erschöpfung in der Gesellschaft seien die Erwartungen an die Runde groß gewesen, sagte Lindner am Donnerstag im Bundestag nach einer Regierungserklärung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). "Diese Hoffnungen sind enttäuscht worden, denn viele Menschen haben sich mehr erwartet als einen frischen Haarschnitt", so Lindner.

Auch nach einem Jahr bleibe der wesentliche Grundsatz: "Wir bleiben Zuhause", so Lindner. "Das ist bestenfalls einfallslos. Mit Sicherheit, Frau Merkel, ist das nicht alternativlos", sagte Lindner. Die FDP habe kein Verständnis dafür, dass vorhandene Technologien nicht genutzt würden, beispielsweise im großen Stil Schnelltests einzusetzen oder die Corona-Warnapp zu erweitern.

Dies sei auch nötig mit Blick darauf, dass es künftig Mutationen geben könne, gegen die bisherige Impfungen womöglich nicht mehr wirksam seien. Lindner: "Also brauchen wir jetzt Methoden und eine Infrastruktur, mit der wir die Pandemie besser ausbalancieren, mit dem Gesundheitsschutz der notwendig ist, aber der Freiheit, die die Menschen auch leben müssen."

+++ Nach Corona-Gipfel: Handel wirft Politik Wortbruch vor +++

Nach der Entscheidung von Bund und Ländern zur Verlängerung des Corona-Lockdowns hat der Handel der Politik Wortbruch vorgeworfen. "Die Politik hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht und bleibt in dieser für uns alle dramatischen Situation den vor Wochen versprochenen Plan zum Ausstieg aus dem Lockdown schuldig", klagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth in Berlin. Viele Einzelhändler bringe das in eine ausweglose Lage.

Jeder durch den Lockdown verlorene Verkaufstag kostet die Einzelhändler laut HDE Umsätze in Höhe von rund 700 Millionen Euro. "Viele Händler wissen nicht mehr, wie es weitergehen soll. Die Situation ist oft aussichtslos: Keinerlei Planungssicherheit, kein Licht am Ende des Tunnels und nach wie vor unzureichende staatliche Unterstützung", klagte Genth. Der Umgang der Politik mit den rund 200 000 vom Lockdown betroffenen Handelsunternehmen sei unangemessen und unverständlich.

Scharf kritisierte der HDE auch an die Festlegung einer neuen Inzidenzzahl von maximal 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen einer Woche als Voraussetzung für die Wiedereröffnung der Geschäfte. Die Grenze erscheine willkürlich. Notwendig seien abgestufte Verfahren, die bereits bei höheren Zahlen Öffnungen mit strengeren Hygienevorgaben oder auch den Einkauf mit vorheriger Terminvereinbarung möglich machten. Gleichzeitig forderte der HDE eine Nachbesserung bei den Überbrückungshilfen für den Handel.

 

+++ Infektiologe: Öffnung nicht nur von Inzidenz abhängig machen +++

Der Münchner Infektiologe Clemens Wendtner sieht in der von Bund und Ländern beschlossenen Fortsetzung des Lockdowns den richtigen Schritt. Vor Lockerungen im größere Stil müssten die Zahlen weiter sinken, sagte der Chefarzt der Klinik für Infektiologie in Schwabing der Deutschen Presse-Agentur zu den Beschlüssen vom Mittwochabend. Neben der Inzidenz sei es notwendig, auf weitere Werte zu schauen, besonders den Reproduktions-Wert, also die Zahl der Neuansteckungen pro Infizierten. "Wir sind gut, aber wir dürfen das Erreichte nicht verspielen", sagte Wendtner mit Blick auf die Virus-Mutanten.

Er favorisiere als Voraussetzung für weitere Öffnungen eine Sieben-Tages-Inzidenz von 25 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner. Die nun angestrebte Inzidenz von 35 sei aus seiner Sicht "sehr akzeptabel", jedoch kombiniert mit einem Reproduktions-Wert von höchstens 0,7 - "besser wäre kleiner". Das könne reichen, um vor einer großen dritten Welle zu schützen.

+++ Merkel verteidigt Entscheidung gegen festen Corona-Öffnungsplan+++

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Entscheidung gegen einen festen Fahrplan für weitere Öffnungsschritte in der Corona-Krise verteidigt. "Wir gehen sozusagen mit dem Virus in einen Kampf, das ist unser Gegner", sagte Merkel am Donnerstag im Bundestag. "Und das Virus richtet sich nicht nach Daten, sondern das Virus richtet sich nach Infektionszahlen und nach Fragen, wie sich die Infektion ausbreitet."

Merkel erklärte, man müsse zunächst sehen, wie gut die Kontaktnachverfolgung funktioniere, wie die Corona-App und Aufstockungen in den Gesundheitsämtern sich auswirkten, was Teststrategien und bessere Schutzmaßnahmen brächten. Weitere Lockerungen dürften nicht zu einer neuen Welle führen, bei der das Virus die Oberhand gewänne und es einen exponentiellen Anstieg der Infektionszahlen gäbe. "Ich glaube nicht, dass das Hin und Her, einmal öffnen, einmal wieder schließen, für die Menschen mehr Berechenbarkeit bringt als ein paar Tage länger zu warten und sich den Überblick darüber zu verschaffen, dass man in einem kontinuierlichen Prozess wirklich auch öffnen kann", sagte Merkel.

+++ Merkel setzt auf mehr Tempo bei Corona-Impfungen +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzt nach Anfangsproblemen auf zusehends mehr Tempo bei den Corona-Impfungen in Deutschland. Sie verstehe, dass der Start der Impfkampagne angesichts riesiger Hoffnungen zunächst viele enttäuscht habe, sagte Merkel am Donnerstag im Bundestag. Das Impfen komme aber immer mehr in Schwung. Jede Woche und jeden Monat werde weitere Impfungen bringen - bis zum Ende des Sommers für jeden, der möchte. Dieses Ziel solle angesichts der zugesagten Mengen für schon zugelassene Mittel erreicht werden.

Die Impfstoffe seien "ein Wendepunkt in der Pandemie", der dank der Arbeit der Wissenschaft in Rekordgeschwindigkeit erreicht worden sei, sagte Merkel. Klar sei aber auch, dass die Impfungen in den nächsten Monaten noch keinen "Gemeinschaftsschutz" bringen könnten, sondern vorerst individuellen Schutz. Die Kanzlerin verteidigte erneut das gemeinsame europäische Vorgehen bei der Impfstoffbeschaffung und mit regulären Zulassungsverfahren statt Notzulassungen. "In der schwersten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg halten wir Europäer zusammen." Dies gelte politisch wie auch epidemiologisch. Kein kleines EU-Land müsse nun bei den Impfungen hinten anstehen.

Lesen Sie dazu auch: DIESE Corona-Versprechen der Regierung drohen zu platzen

+++ So rechtfertigt Merkel die Lockdown-Verlängerung +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält angesichts der Verbreitung von Mutanten des Coronavirus höchste Vorsicht für nötig. "Noch ist nicht alles auserforscht, aber wir tun gut daran, an den Annahmen vieler Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland nicht zu zweifeln, wenn sie uns erklären, alle drei Mutationen sind deutlich aggressiver, also ansteckender, übertragen sich leichter als das Ursprungsvirus", warnte Merkel am Donnerstag im Bundestag in einer Regierungserklärung. Darauf müsse man sich einstellen, um ein neues, exponentielles Wachstum der Infektionen zu verhindern. "So ist es in einigen europäischen Ländern bereits geschehen, die daraufhin eine zeitweilig dramatische Zunahme an Infektionsfällen erlebten, mit allen katastrophalen Auswirkungen auf die Gesundheitssysteme."

Auch hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Fehleinschätzungen und Fehler bei der zweiten Corona-Welle eingeräumt. Die erste Welle im vergangenen Frühjahr habe Deutschland weit weniger getroffen als andere Staaten, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Bundestag. "Dann waren wir nicht vorsichtig genug und nicht schnell genug." Das Vorgehen sei zum Ende des Sommers und Beginn des Herbstes zu zögerlich gewesen. Deutschland habe nicht rechtzeitig und konsequent genug das öffentliche Leben wieder heruntergefahren.

+++ Expertin: Corona-Varianten werden uns noch in 10 Jahren beschäftigen+++

Die Mikrobiologin Sharon Peacock geht davon aus, dass Varianten des Coronavirus Sars-CoV-2 die Welt auch noch Anfang der 2030er Jahr beschäftigen werden. "Sobald wir das Virus unter Kontrolle haben oder es selbst so mutiert, dass es nicht mehr virulent ist und Krankheit hervorruft, können wir aufhören, uns zu sorgen", sagte Peacock, die das britische Programm zur Sequenzierung von Coronavirus-Proben leitet, im BBC-"Newscast". "Aber wenn ich in die Zukunft schaue, denke ich, dass wir das [Sequenzieren] Jahre lang machen werden. Wir werden das meiner Meinung nach auch noch in zehn Jahren machen."

Es sei normal und in den meisten Fällen unbedenklich, dass Viren Mutationen entwickeln. Nur sehr wenige riefen spezielle Eigenschaften hervor, die den Erreger etwa ansteckender machen oder die Immunantwort auf das Virus einschränken könnten. Diese gelte es zu beobachten und früh zu erkennen.

+++ Braun verteidigt Corona-Beschlüsse mit Hinweis auf Mutationen +++

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat die Beschlüsse des Corona-Spitzentreffens gegen Kritik verteidigt. Im ZDF-"Morgenmagazin" wies Braun am Donnerstag auf die neue Situation hin, die mit der Verbreitung von Mutanten des Virus entstanden ist. "Deshalb sind vorsichtige Schritte notwendig", sagte er.

"Wenn wir es weiter mit dem Wildtyp des Virus allein zu tun hätten, dann könnten wir ja jetzt in etwa einschätzen, welche Beschränkungen notwendig sind, unter welchen Bedingungen", so Braun. Einige Staaten hätten aber erlebt, wie auch bei kleinen Öffnungen die Fallzahlen wieder "richtig hoch" gegangen seien - bis hin zu Inzidenzwerten von 800. Nun werde geprüft, was die ersten Öffnungsschritte in Deutschland für Folgen hätten. Für die Öffnung von Schulen sei vereinbart, dass es Hygienekonzepte, Tests und eine frühere Impfung von Lehrkräften und Betreuern geben solle. Es gelte aber die Hoheit der Länder im Bildungswesen.

"Sie haben je in den letzten Monaten erlebt, dass die Bundeskanzlerin und ich auch sehr dafür geworben haben, dass wir bei den Schulen einheitlich vorgehen. Aber wir haben eben auch gesehen, dass wir da nicht allein auf der Welt sind, sondern jeder Ministerpräsident hat eine Koalition, hat einen Kultusminister und hat eine eigene Schulcommunity", sagte Braun. "Und deshalb haben schon in den letzten Tagen viele Länder Entscheidungen getroffen. Und deshalb ist es folgerichtig, dass wir dann im Beschluss auch festgehalten haben, die Länder machen das in ihrer Kultusverantwortung."

+++ Infektionsmediziner: Verlängerung der Corona-Auflagen angemessen +++

Die am Mittwoch beschlossene Verlängerung der Corona-Auflagen ist nach Ansicht des Erlanger Infektionsimmunologen Christian Bogdan "grundsätzlich sinnvoll, notwendig und angemessen". Das gelte mit Blick auf die Lage in Deutschland ganz unabhängig von den viel diskutierten Virusvarianten - von denen es ohnehin sicherlich wesentlich mehr gebe als die derzeit häufig genannten drei (britische, südafrikanische und brasilianische), sagte der Direktor des Instituts für Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene an der Universitätsklinik Erlangen. Er ist Mitglied der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (RKI) und der Nationalen Akademie für Wissenschaften Leopoldina.

Bei der Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) befinde sich Deutschland noch nicht im grünen Bereich. "Auch ist klar, dass bei dem derzeit relativ strengen Winter Öffnungen aller Geschäfte und der Gastronomie in erster Linie zu einer Ansammlung der Menschen in geschlossenen Räumen führen würde, was der zentrale Schlüsselfaktor für die Virusweitergabe ist", erklärte Bogdan.

+++ Grundschulen in Rheinland-Pfalz öffnen am 22. Februar +++

Die Grundschulen in Rheinland-Pfalz sollen am 22. Februar wieder öffnen. "Es ist klar, dass mit Schulen und Kitas die ersten Schritte gemacht werden müssen", sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Donnerstag im Ältestenrat des Landtags in Mainz. Die Landesregierung habe nach den Bund-Länder-Beratungen beschlossen, "nach der Fastnachtswoche durchzustarten mit Wechselunterricht in der Grundschule". Dann sollen die Klassen in Gruppen geteilt werden, die abwechselnd zuhause und in der Schule lernen. Die Präsenzpflicht an den Schulen war wegen stark gestiegener Corona-Infektionszahlen am 16. Dezember aufgehoben worden.

+++ Gastgewerbe und Mittelstand enttäuscht über Corona-Beschlüsse +++

Das Gastgewerbe, der Mittelstand und die Immobilienwirtschaft haben sich tief enttäuscht gezeigt über die jüngsten Beschlüsse von Bund und Ländern zur Eindämmung des Coronavirus. Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), sagte der Deutschen Presse-Agentur, es gebe immer noch keine Öffnungsperspektive: "Dass Hotels und Restaurants in dem vorliegenden Beschluss mit keinem Wort erwähnt werden, löst in der Branche Frust und Verzweiflung aus."

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) kommentierte: "Der Coronagipfel ist ein weiterer Beweis der Unverbindlichkeit der Politik und der Gipfel der Enttäuschungen für den Mittelstand." Der Zentrale Immobilien Ausschusses (ZIA), Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, kritisierte, es fehle weiterhin jede Perspektive für eine Öffnung des Handels. "Jeder Tag Lockdown kostet 1,5 Milliarden Euro allein im Handel. Die Folgen sind und werden dramatisch sein. Es geht um die Existenzen ganzer Innenstädte", sagte ZIA-Präsident Andreas Mattner der dpa.

Die aktuell geltenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie werden grundsätzlich bis zum 7. März verlängert. Darauf einigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder am Mittwoch. Damit bleiben etwa Hotels und Kneipen weiter dicht. Sollte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz - also Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche - bis dahin stabil unter 35 gesunken sein, sollen die Beschränkungen von den Ländern etwa im Einzelhandel schrittweise gelockert werden.

Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges sagte: "Wir haben nicht mit einem konkreten Öffnungsdatum gerechnet, aber definitiv mit einer Aussage, wann und unter welchen Voraussetzungen Hotels und Restaurants wieder Gäste empfangen dürfen. Wir hatten klare Perspektiven erwartet für unsere Branche, die für die Lebensqualität der Mitbürger sowie die Attraktivität der Innenstädte und der Regionen höchste Bedeutung besitzt."

Gastronomie und Hotellerie hätten von 2010 bis 2019 gut 300.000 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen. "Unsere Betriebe wurden am 2. November geschlossen und werden Ende Februar inklusive des Lockdowns im Frühjahr 2020 insgesamt sechs Monate geschlossen sein."

+++Söder verteidigt frühere Öffnung von Friseuren: Hat mit Würde zu tun +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Entscheidung verteidigt, Friseursalons früher zu öffnen. "Sie hat auch etwas mit - für die einen - Hygiene, aber auch mit Würde zu tun in diesen schwierigen Zeiten", sagte Söder nach den Bund-Länder-Beratungen am Mittwochabend in Berlin. Für viele Menschen spielten Friseursalons in der Pandemie eine wichtige Rolle, um sich wiederzufinden.

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) befürwortet die bevorzugte Behandlung für Friseure. "Ich staune da über manche Debatte, wie groß die Rolle ist, die Friseure spielen", sagte Müller. Viele Menschen bräuchten aus hygienischen Gründen aber einfach Unterstützung - ähnlich wie bei der Fußpflege.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittwoch mit den Länderchefs vereinbart, dass Friseurbetriebe bei strikter Einhaltung von Hygiene-Auflagen ungeachtet der Lockdown-Verlängerung am 1. März wieder öffnen können.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

fka/news.de/dpa