25.01.2021, 21.08 Uhr

Coronavirus-News aktuell am Montag: Medienbericht: Keine Zulassung von AstraZeneca für Senioren!

Am Montag meldete das RKI so wenige Corona-Neuinfektionen wie seit drei Monaten nicht mehr. Auch die Zahl der Todesfälle ist deutlich gesunken. Dennoch sorgt die Corona-Mutation für Panik. Das sind die Coronavirus-News vom Montag.

Die Corona-Mutation breitet sich auch in Deutschland weiter aus. Bild: AdobeStock/Josh

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 6.729 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 217 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab.

Coronavirus-News aktuell: Neuinfektionen am Montag (25.01.2021)

Vergangenen Montag hatte das RKI 7.141 Neuinfektionen und 214 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet. Allerdings waren die Daten aus Rheinland-Pfalz zu diesem Zeitpunkt nur unvollständig übermittelt worden. An Montagen sind die erfassten Fallzahlen zudem meist geringer, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Der Höchststand von 1.244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Sieben-Tage-R laut RKI aktuell bei 111,2

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Montagmorgen bei 111,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder.

Bisher 52.087 Corona-Totein Deutschland seit Beginn der Pandemie

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2.141.665 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 25.01., 00.00 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 52.087. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.823.500 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 1,01 (Vortag ebenfalls 1,01). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 101 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Alle Coronavirus-News am 25.01.2021 im News-Ticker

+++ "Bild"-Bericht: Keine Zulassung von AstraZeneca für Senioren! +++

Deutschland droht der nächste Impfstoff-Rückschlag! Wie "Bild" am Montagabend berichtet, erwartet die Bundesregierung, dass der Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers AstraZeneca von der EU-Arzneimittelbehörde EMA nur eine Zulassung für Unter-65-Jährige erhält. Dies erfuhr das Blatt aus internen Gesprächen zwischen der Bundesregierung und den Bundesländern. Dies würde bedewuten: Senioren dürften mit dem AstraZeneca-Vakzin nicht geimpft werden!

+++ UN-Chef warnt vor Corona-Mutation - Impfungen weltweit beschleunigen +++

UN-Generalsekretär António Guterres hat zur Eile bei der weltweiten Verteilung von Corona-Impfstoffen aufgerufen. "Wenn die Industrieländer glauben, dass sie in Sicherheit sind, wenn sie ihre eigenen Leute impfen und dabei die Entwicklungsländer vernachlässigen, liegen sie falsch", sagte Guterres am Montag in einer Videorede beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF). "Es besteht jetzt die klare, reale Gefahr von Mutationen, die das Virus übertragbarer oder tödlicher oder resistenter gegen vorhandene Impfstoffe machen. Wir müssen schnell handeln."

Die weltweiten Produktionskapazitäten der Mittel zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie müssten massiv ausgebaut werden und Lizenzen zur Verfügung gestellt werden, forderte Guterres weiter. Zudem müsse sichergestellt werden, dass die Impfstoffe auch in ärmeren Teilen der Erde erschwinglich sind. "Impfstoffe müssen als globale öffentliche Güter angesehen werden", sagte der UN-Chef und warb für eine bessere Finanzierung der internationalen Corona-Impfinitiative Covax.

+++ Moderna: Corona-Impfstoff schützt wahrscheinlich auch vor Varianten +++

Der Impfstoff von Moderna dürfte nach Herstellerangaben auch vor den zunächst in Großbritannien und Südafrika entdeckten Corona-Varianten schützen. In einem Laborexperiment konnte gezeigt werden, dass geimpfte Probanden in ausreichendem Maß sogenannte neutralisierende Antikörper gegen die Varianten B.1.1.7 (Großbritannien) und B.1.351 (Südafrika) - auch als 501Y.V2 bekannt - im Blut haben, wie Moderna am Montag mitteilte. Die Studie wurde bislang allerdings nicht von unabhängigen Experten begutachtet und in einem Fachjournal veröffentlicht.

"Wir sind durch die neuen Daten ermutigt, und sie bestärken unsere Zuversicht, dass der Covid-19-Impfstoff von Moderna gegen diese neu entdeckten Varianten schützt", sagte Unternehmenschef Stephane Bancel laut Mitteilung. Die Forscher konnten zeigen, dass gegen B.1.1.7 ähnlich viele neutralisierende Antikörper gebildet werden wie gegen die herkömmlichen Varianten. Gegen B.1.351 wurden deutlich weniger solcher Antikörper gebildet. Der Schutz bleibe vermutlich dennoch bestehen, teilte Moderna mit.

+++ Bislang 24 Fälle von Virus-Mutation an Berliner Vivantes-Kliniken +++

An Berliner Vivantes-Kliniken ist inzwischen bei 24 Personen die gefährliche Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. 22 Fälle sind am Humboldt-Klinikum bekannt. Darüber hinaus seien am Spandauer Vivantes-Klinikum zwei weitere Personen betroffen, sagte der geschäftsführende Direktor des Vivantes Humboldt-Klinikums Jürgen Kirschbaum am Montag. Weitere Befunde stehen demnach noch aus. Der Virus-Typ B.1.1.7 war bisher vor allem in Großbritannien aufgetreten. Die Variante ist Experten zufolge leichter übertragbar und womöglich auch tödlicher als die bislang vorherrschende.

+++ Lauterbach findet Debatte über Impf-Privilegien zurzeit sinnlos +++

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kann der derzeitigen Debatte über Privilegien für bereits gegen Covid-19 Geimpfte nichts abgewinnen. Zum jetzigen Zeitpunkt habe sie "keinen Sinn", sagte er. Es fehle der breite Zugang zum Impfstoff ebenso wie wissenschaftliche Daten zu einer möglicherweise anhaltenden Ansteckungsgefahr von Geimpften. Es sei ungewiss, ob geimpfte Menschen das Coronavirus weiter verbreiten. "Zum jetzigen Zeitpunkt fehlen komplett die Daten", sagte Lauterbach am Montag im ZDF-"Morgenmagazin".

FDP-Politiker Marco Buschmann stimmte Lauterbach bezüglich der fehlenden wissenschaftlichen Studien zu. Trotzdem sei es rechtlich schwierig, den Menschen weiterhin Freiheitsrechte zu entziehen, wenn feststehen sollte, dass geimpfte Menschen weder selbst krank werden noch andere anstecken könnten.

+++ Christian Lindner über Corona-Politik: "Regierungsversagen mit Vorsatz!" +++

Seit fast zehn Monaten ist Deutschland im Ausnahmezustand und noch immer wütet das Coronavirus. Die Lockdown-Maßnahmen wurden erneut verlängert. Lockerungen sind bislang nicht in Sicht. Wie lang soll das noch so bleiben? FDP-Chef Christian Lindner kritisiert die Corona-Politik scharf. Hier geht es zum Artikel.

+++KMK-Präsidentin: Erste Schulöffnungen Anfang Februar möglich +++

Die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst, hält erste Schulöffnungen Anfang Februar für möglich. "Sicher nicht vollständig", schränkte die brandenburgische Bildungsministerin in der "Rheinischen Post" ein. "Aber ich halte das bei entsprechender Infektionslage beispielsweise mit Wechselunterricht für möglich. Allerdings kann das anfangs auch nur für Abschlussklassen und die ersten Klassenstufen gelten. Distanzunterricht über einen langen Zeitraum tut insbesondere den Grundschulkindern nicht gut."

"Kein Land sollte auf ein anderes warten müssen, um seine Schulen zu öffnen", sagte die SPD-Politikerin und verwies auf ein sehr unterschiedliches Infektionsgeschehen in den Bundesländern. "Ich finde es richtig, wenn die Länder die Spielräume, die ihnen die Beschlüsse bieten, unterschiedlich nutzen."

Zur Frage, ob an Corona-Abschlüssen ein Makel haften bleiben könnte, sagte Ernst: "Diese Absolventen werden es sein, die unter sehr schwierigen Rahmenbedingungen einen Abschluss gemacht haben. Sie haben gelernt, noch eigenverantwortlicher zu arbeiten. Das wird ihnen im späteren Leben sogar helfen. Und ich hoffe, dass auch die Personalabteilungen in diesem Meistern der Krise einen besonderen Wert potenzieller Bewerberinnen und Bewerber erkennen werden. Ein Abschlusszeugnis der Jahre 2020 und 2021 kann künftig als besondere Auszeichnung gelten, nicht als Makel."

Die SPD-Politikerin sprach sich im Interview mit der Zeitung zudem für Lernangebote in den Sommerferien aus. "Das finde ich sehr wichtig. In den Sommerferien sollten Schulen Angebote machen, auch um Lernstoff nachzuholen, der im Distanzunterricht auf der Strecke blieb. Das hat es ja auch im letzten Jahr schon in vielen Bundesländern gegeben", sagte Ernst.

Könnten die ersten Schulen bereits Anfang Februar wieder öffnen? Bild: dpa

+++ Kanzleramtschef Braun: "Viele Todesfälle waren vermeidbar" +++

Bei "Anne Will" wurde am Sonntagabend zum Thema "Gefahr durch neue Corona-Mutanten – wie viel 'Zumutung' braucht es jetzt?" diskutiert. Kanzleramtschef Helge Braun zeichnete eine düstere Prognose - und räumte Versäumnisse ein. Hier geht es zum Artikel.

+++ Weg zur Corona-Impfung für Ältere zu Hause bislang schwer +++

Viele Senioren im Deutschland sehen sich derzeit auf dem Weg zu einer Corona-Impfung vor mehreren Hürden. Während Menschen über 80 Jahren in Alten- und Pflegeheimen von Impfteams aufgesucht werden, müssen sich Ältere, die zu Hause leben, selbst um eine Impfung kümmern. Die Terminvergabe ist in den Bundesländern sehr unterschiedlich geregelt. Mit der Anmeldung über ein Onlineportal sind Ältere oft überfordert, Telefonhotlines waren zum Start in mehreren Ländern überlastet. Zudem gibt es bislang noch nicht in allen Ländern die Möglichkeit, sich in einem Impfzentrum impfen zu lassen.

So sind etwa in Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen frühestens ab dem 1. Februar Impfungen in den Zentren geplant. In Ländern wie Baden-Württemberg, wo Impfungen in großen Impfzentren bereits zum Jahreswechsel möglich wurden, gab es Probleme mit der telefonischen Anmeldung. Zudem wurde der Start der rund 50 Kreisimpfzentren wegen des Mangels an Impfstoff verschoben.

Ein weiteres Problem bleibt für viele über 80-Jährige mit eingeschränkter Mobilität der Weg zum Impfzentrum. Auch eine mögliche Infektion bei der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln schreckt viele Ältere und ist dennoch für sie oftmals die einzige verfügbare Möglichkeit. Eine Kostenübernahme für eine Taxifahrt zum Impfzentrum und wieder nach Hause, wie etwa in Berlin, gibt es in den wenigsten Ländern. Impfungen zu Hause werden derzeit nicht angeboten. In Mecklenburg-Vorpommern gab es bereits erste Impfungen bei Hausärzten.

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fka/news.de/dpa