22.01.2021, 13.12 Uhr

Coronavirus-News: Forscher alarmiert! Macht DIESES Umweltgift Impfungen nutzlos?

Laut einer neuen Studie können bestimmte Umweltgifte das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf erhöhen. Wahrscheinlich bergen diese Stoffe noch weitaus mehr Gefahren: Machen diese Chemikalien sogar den Corona-Impfstoff nutzlos?

Neue Studie warnt vor Umweltgiften, die schwere Verläufe begünstigen und die Impfung unwirksam machen sollen. Bild: picture alliance/dpa/BELGA/Benoit Doppagne

Sie stecken in Lebensmittelverpackungen, Zahnseide oder Teflon-Pfannen - die Rede ist von per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS). Wie dänische Forscher jetzt herausgefunden haben, sollen diese Chemikalien zu schweren Covid-19-Verläufen führen. Und nicht nur das: Wahrscheinlich minimieren sie auch die Wirkung des Corona-Impfstoffs.

Coronavirus-News aktuell: Umweltchemikalie erhöht Risiko für schweren Covid-19-Verlauf

Die Wissenschaftler um den Studienautoren und Toxikologen Philippe Grandjean von der Süddänischen Universität in Odense schrieben in ihrer Studie, dass eine hohe PFAS-Konzentration im Blut den Verlauf bei einer Covid-19-Erkrankung verschlimmern kann. Dafür untersuchten sie323 Patienten, davon waren 215 im Krankenhaus. Die Forscher maßen die Konzentration von fünf "immuntoxischen "PFAS"-Verbindungen im Blut der Teilnehmer. Besonders bei erhöhten Werten der PFAS-Verbindung namens Perfluorbutansulfonsäure (PFBA) war das Risiko, schwer zu erkranken, um das Doppelte erhöht.

Es zeigte sich, dass bei der Hälfte der schwer an Covid-19 erkrankten Patienten die PFAB-Werte im Blut erhöht waren. Im Gegensatz dazu, waren diese Werte bei nur 20 Prozent der Infizierten mit leichtem Krankheitsverlauf erhöht. 

PFAS reichert sich in der Lunge an

Das Umweltbundesamt (UBA) gibt an, dass es etwa 4.700 PFAS-Verbindungen gibt. Sie werden auch als "Eigkeitschemikalien" bezeichnet, weil sie von der Umwelt fast gar nicht abgebaut werden. Diese Verbindungen wurden bereits in Böden, Gewässern, Nahrungsmitteln und auch in der Arktis gefunden. PFAS können sich schnell verbreiten, weil sie sich an andere Partikel anhaften können.

PFBA wurde von der EU als sicher eingestuft. Das vierkettige Molekül ist winzig und kann daher schneller über das Blut aus dem Körper in Ausscheidungsorgane transportiert werden, als andere PFAS. Es wirkt weit weniger giftig. Dennoch setzt sich PFBA in der Lunge ab, was vermutlich den schweren Verlauf erklärt. "Vermutlich zählt das, was in der Lunge ist, denn dort wird die Covid-Schlacht geschlagen", sagte Philippe Grandjean. 

Mindert das Umweltgift die Wirkung der Corona-Impfung?

Philippe Grandjean sorgt sich jetzt, dass eine erhöhte PFAS-Belastung auch Auswirkung auf die Impfreaktion nach sich zieht. Denn in seiner 2017 im "Journal of Immunotoxicology" veröffentlichten Studie fand er heraus, dass Kinder, die Muttermilch tranken, erhöhte PFAS-Werte hatten. Dadurch wiesen diese Kinder nach der Diphterie und Tetanus-Impfung nur eine schwache Immunreaktion auf. "Ich denke, was wir früher gesehen haben, könnte wieder passieren", sagte er dem US-Umweltmagazin "E&E News".

"In unseren früheren Studien über Kindheits-Impfungen ging jede Verdoppelung der PFAS-Konzentration mit einer Abnahme der durch den Impfstoff erzeugten Antikörper um 50 Prozent einher", erklärte Grandjean und fügte hinzu: "Dies legt eine Schwächung des Immunsystems nahe, doch wir können nicht vorhersagen, wie allgemeingültig dies ist." Seiner Meinung nach könnten erhöhte PFAS-Werte auch nach der Impfung mit den Impfstoffen von BioNTech oder Moderna Probleme verursachen. Um das festzustellen, müssen Tests erfolgen. 

Der Forscher betonte aber gleichzeitig, dass eine zweite Impfung das Risiko senken könnte. Das hätte seine frühere Studie gezeigt: "Bei unseren Untersuchungen boten wir PFAS-exponierten Kindern mit einer schwachen Antikörper-Reaktion eine Wiederholungsimpfung an."

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Verbot von PFAS in der EU gefordert

Diese Stoffe zu vermeiden, ist schwierig. Verbraucher könnten zwar Teppiche oder andere Materialien mit PFAS vermeiden, aber es braucht eine politische Lösung. "Im Sinne einer sicheren Chemie gehören diese Chemikalien auf den Prüfstand", fordert Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA) im Gespräch mit "Focus Online". Das Umweltbundesamt erarbeitet jetzt gemeinsam mit den Niederlanden, Dänemark, Schweden und Norwegen ein Verbot der gesamten Stoffgruppe in der EU.

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bos/loc/news.de

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