31.01.2021, 12.56 Uhr

Lawinenwarnungen im Winter 2021: Zwei Menschen durch Lawinen in Tirol getötet

Zu den Schattenseiten der Wintermonate gehört die erhöhte Lawinen-Gefahr. Im Berchtesgadener Land wurden drei Alpinisten von einer Lawine überrascht und verletzt. Alle News dazu hier im Ticker.

Im Schweizer Kanton Uri wurde eine Straße von einer Lawine verschüttet. Bild: picture alliance/dpa/KEYSTONE | Urs Flueeler

Von der Idylle romantisch-verschneiter Landschaften sind Regionen in der Schweiz und in Skandinavien Anfang 2021 weit entfernt: Gewaltige Schneemassen erhöhen in den Bergregionen die Lawinengefahr. Im Kanton Uri in der Schweiz verschüttete eine Schneelawine eine Straße, in Russland starben mehrere Menschen, nachdem eine Lawine mehrere Häuser unter sich begrub.

Das sind die aktuellen Lawinen-Meldungen im Überblick:

+++ 31.01.2021:Deutscher Teenager und Österreicher durch Lawinen in Tirol getötet +++

 

Bei zwei Lawinenabgängen sind in Tirol ein deutscher Teenager und ein Österreicher ums Leben gekommen. Die Lawinen lösten sich am Samstag in Kühtai sowie in Axamer Lizum, wie die Polizei berichtete. Insgesamt meldete der Lawinenwarndienst in Tirol sieben Lawinen, bei denen Menschen betroffen waren. Abgesehen von den beiden tödlichen Unfällen wurde dabei aber niemand verletzt. Es herrschte "erhebliche Lawinengefahr", Stufe drei auf der fünfstufigen Skala.

Bei dem deutschen Opfer handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen 16-jährigen gebürtigen Münchner, der in Innsbruck wohnte. Der Junge sei mit zwei Freunden (14 und 15) im freien Gelände im Bereich des Neunerkogels unterwegs gewesen. Als er auf etwa 2150 Metern Höhe gestürzt sei, habe sich plötzlich oberhalb eine Schneebrettlawine gelöst und ihn verschüttet. Die Freunde hätten die Rettung alarmiert. Ein Lawinenhund habe den Jugendlichen zwei Stunden später unter einem halben Meter Schnee aufgespürt, er sei aber schon tot gewesen.

Der österreichische Skitourengeher wurde beim Aufstieg in Richtung des 2327 Meter hohen Widdersberg von einer Schneebrettlawine verschüttet. Zwei Wintersportler, die in der Nähe waren, konnten den Mann mit Lawinensuchgeräten in zwei Metern Tiefe orten, doch konnten Rettungskräfte den Mann nicht mehr wiederbeleben.

In der Schweiz wurden am Samstag zwei Menschen auf einem Wanderweg im Averstal im Kanton Graubünden von einer Lawine verschüttet. Ihre Hunde waren den Schneemassen entkommen und alarmierten mit ihrem Bellen Schneeschuhläufer in der Nähe. Diese konnten die Verschütteten ausgraben, wie die Rettungsflugwacht Rega berichtete. Die Lawine war auf der gegenüberliegenden Hangseite niedergegangen, doch breiteten sich die Schneemassen über das Bachbett hinaus aus und erfassten auch den leicht erhöhten Wanderweg.

+++ 29.01.2021: Weiter große Lawinengefahr bei starkem Schneefall in der Schweiz +++

Tagelange heftige Schneefälle haben in der Schweiz zahlreiche Verkehrswege unterbrochen. Die Lawinengefahr ist groß, wie das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos am Freitag mitteilte.

Die bereits unterbrochene Bahnstrecke von Täsch nach Zermatt am Matterhorn im Kanton Wallis konnte am Freitag zunächst nicht geöffnet werden. In dem Kanton waren mehrere weitere Dörfer über Straßen nicht zu erreichen. Die Behörden riefen Bewohner wegen der Lawinengefahr am späten Donnerstag auf, möglichst in den Häusern zu bleiben.

Auch ein Autobahnabschnitt südlich des Vierwaldstättersees war am Freitag wegen Lawinengefahr gesperrt. Die Schweizer Bahnen (SBB) und die Rhätische Bahn im Kanton Graubünden sperrten Strecken Richtung Tessin und in der Nähe von Interlaken und Davos.

Für das Wochenende werden im Wallis mancherorts 40 Zentimeter Neuschnee erwartet. Eine Kaltfront dämpfte die Lawinengefahr aber. Das Schnee- und Lawinenforschungsinstitut nahm die teils verhängte höchste Lawinenwarnstufe 5 am Freitagmorgen zurück auf 4.

+++ 23.01.2021: Lawine am Hochstaufen: Drei Alpinisten verletzt +++

Bei einem Lawinenabgang am Staufenkar im Berchtesgadener Land sind drei Männer verletzt worden. Die 33, 25 und 22 Jahre alten Skibergsteiger waren am Freitagnachmittag unterwegs, als sie von einer Lawine erfasst und über rund hundert Höhenmeter mitgerissen wurden, wie das Bayrische Rote Kreuz mitteilte. Das etwa 100 Meter breite Schneebrett hatte sich in rund 1.650 Metern Höhe gelöst. Die Männer wurden oberflächlich verschüttet, konnten sich jedoch selbst befreien.

Ein Ersthelfer und die Bergwacht versorgten die teils schwer verletzten Bergsteiger. Ein Rettungshubschrauber flog sie anschließend ins Tal, wo sie in umliegende Krankenhäuser gebracht wurden.

+++ 18.01.2021:Lawine in russischem Skigebiet: Ein Mensch tot, mehrere verschüttet +++

Bei einem Lawinenabgang im russischen Kaukasus ist mindestens ein Mensch gestorben. Zwischen vier und zwölf Menschen wurden im Wintersportort Dombai nahe der georgischen Grenze am Montagnachmittag zunächst vermisst, wie der zuständige Katastrophenschutzdienst mitteilte. Eine Frau sei aus den Schneemassen gerettet worden.

In Internetvideos war zu sehen, wie Dutzende Freiwillige nach verschütteten Opfern suchten. In dem Skigebiet auf über 2000 Metern Höhe seien mehrere Skiverleihe und Teile eines Cafés von den Schneemassen erfasst worden. In dem Gebiet sind Pisten bis auf 3.200 Meter Höhe präpariert.

+++ 17.01.2021: Viel Neuschnee in der Schweiz - Drei Todesopfer nach Lawinen +++

Drei Menschen haben am Wochenende bei Lawinenunglücken in der Schweiz ihr Leben verloren. Ein Schweizer geriet am Casanna in Klosters im Kanton Graubünden unter die Schneemassen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Der 53-Jährige war am Samstag gemeinsam mit einem anderen Skifahrer außerhalb der markierten und gesicherten Piste unterwegs. Während sich der Begleiter selbst befreien konnte, kamen die Einsatzkräfte für den Verunglückten zu spät. Er konnte nur noch tot geborgen werden.

Ebenfalls am Samstag starb in Stoos im Kanton Schwyz ein 49-jähriger Skifahrer nach einem Lawinenabgang, wie die Polizei mitteilte. Auch in Engelberg im Kanton Obwalden verlor ein Mensch sein Leben, nachdem er unter die Schneemassen gekommen war.

Die Schweiz hatte in den vergangenen Tagen mit massiven Schneefällen zu kämpfen. Die Lawinengefahr in den Alpen blieb am Sonntag weiterhin sehr hoch. Die Kälte und der Schnee sorgten auch in den Niederungen für Probleme. Die Bahn hatte mit großen Verspätungen zu kämpfen und kam vielerorts gar nicht voran. Auch im öffentlichen Verkehr in Zürich ist seit Tagen keine Entspannung in Sicht. Straßenbahnen konnten nur auf Teilstrecken fahren oder blieben ganz eingestellt.

+++ 15.01.2021: Lawinengefahr in Alpen verbreitet "groß" - Wanderwege gesperrt +++

In weiten Teilen der bayerischen Alpen ist die Lawinengefahr inzwischen auf die zweithöchste Warnstufe gestiegen. Die Experten schätzen die Gefahr inzwischen in den Allgäuer, Ammergauer und Werdenfelser Alpen durchgängig in sämtlichen Höhenlagen als groß ein, ebenso in den Bayerischen Voralpen ab 1.500 Metern. Im östlichen Alpenraum ist sie in diesen höheren Lagen erheblich. "Die Situation bleibt angespannt", betonte der Lawinenwarndienst Bayern. Schon am Donnerstag wurden viele Lawinenabgänge gemeldet.

Bei Lenggries in den Voralpen südlich von München ereignete sich auch bereits ein Lawinenunfall, bei dem zwei Menschen teilweise verschüttet worden sind. Sie wurden im Aufstieg zum Brauneck auf etwa 1.350 Metern von einer Lawine mittlerer Größe erfasst. "Der Neuschnee der letzten Tage löste sich im stark mit Triebschnee eingefrachteten Gipfelhang des Braunecks", schilderte der Lawinenwarndienst. Die Beteiligten konnten sich am Donnerstag zum Glück unverletzt selbst aus dem Schnee befreien.

Wegen der erhöhten Lawinengefahr sperrten Ausflugsorte zahlreiche Wanderwege. In Garmisch-Partenkirchen sind nach Angaben der Gemeinde "mindestens über das Wochenende" sämtliche Berg- und Wanderwege gesperrt, in Oberstdorf im Allgäu dürfen Wanderer und Skitourengeher zahlreiche Routen ebenfalls nicht benutzen. In Schwangau im Ostallgäu ist zudem unter anderem der Weg zur Marienbrücke nahe Schloss Neuschwanstein gesperrt.

+++ 14.01.2021: Hohe Lawinengefahr in der Schweiz - Straßen verschüttet +++

Viel Neuschnee verursacht in der Schweiz hohe Lawinengefahr. In der Nähe von Seedorf im Kanton Uri südlich des Vierwaldstättersees ging in der Nacht eine Lawine ab, die eine Straße mit vier Meter hohen Schneemassen verschüttete. Der Verkehr wurde unterbrochen, wie die Polizei des Kantons berichtete. Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Autobahn, die in der Nähe vorbeiführt, ist dort durch eine halboffene Überbauung vor Lawinen geschützt. Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos verhängte praktisch über die gesamten Schweizer Alpen die Lawinenwarnstufe 4 von fünf Stufen.

Auch im Berner Oberland ging am Morgen eine Lawine zwischen Brienz und Oberried auf die Hauptstraße nieder. Nach Angaben der Polizei wurde niemand verschüttet. Eine Bahnstrecke wurde gesperrt. In Graubünden fiel der Bahnverkehr wegen heftiger Schneefälle bei Davos und Disentis aus. Die Matterhorn-Gotthard-Bahn musste die Autoverladung zwischen Andermatt und Sedrun einstellen.

Bis Freitagabend rechnet der Wetterdienst Meteonews in den Nordalpen mit bis zu einem Meter Neuschnee. Gewaltige Schneemassen gab es auch schon im Kanton Graubünden:In Arosa wurde innerhalb von 48 Stunden ein Meter Neuschnee gemessen.

+++ 14.01.2021: Unfälle und gesperrte Zugstrecken - Schnee und Frost in Deutschland +++

Das Tiefdruckgebiet Dimitrios sorgt in Deutschland weiter für winterliches Wetter mit frostigen Nächten und Straßenglätte. In vielen Teilen der Republik kam es am Donnerstag durch Schnee und Glätte auch zu Unfällen und gesperrten Straßen. In Bayern traf es den Zugverkehr - so kam es im Allgäu und in Oberbayern neben Verspätungen auch zu Ausfällen und Streckensperrungen.

Umgestürzte Bäume verhinderten etwa Fahrten zwischen Garmisch-Partenkirchen und Reutte in Tirol, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Auch zwischen Penzberg und Kochel ging im Oberland nichts mehr. Zwischen Immenstadt und Oberstaufen im Allgäu steckten die Züge ebenso fest wie in den Schneemassen zwischen Kempten und Pfronten-Steinach.

Während in der Nacht zum Freitag im Allgäu und im Schwarzwald noch Niederschlag erwartet wurde, klingen die Schneefälle tagsüber dort allmählich ab, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte. Allerdings kommen zwischen Ostsee und Erzgebirge neue, teils ergiebige Schneefälle auf. In den restlichen Teilen Deutschlands zeigt sich der Himmel bedeckt, es gibt Schneeschauer. Dazu kommt im Osten und Süden leichter Dauerfrost bei 0 bis minus 4 Grad. Ansonsten klettern die Werte auf 0 bis plus 3 Grad.

Am Samstag ist es laut den Prognosen zumeist freundlich und kalt. In der Nacht zum Sonntag kommt dann von Westen neuer Schneefall auf, «der bis Sonntagabend die Mitte und den Süden erfasst», so der DWD. Im Westen ist es am Sonntag etwas milder, in den restlichen Teilen des Landes wird leichter Dauerfrost erwartet.

In Hessen und in NRW bleiben auch an diesem Wochenende viele Ski- und Rodelhänge, Parkplätze und Zufahrten gesperrt. Obwohl sich das große Verkehrschaos am vergangenen Wochenende etwa im Hochsauerland nicht wiederholt habe, bereite man sich auf einen größeren Einsatz vor, sagte eine Polizeisprecherin des Hochsauerlandkreises am Donnerstag. Wie schon zuvor werde die Kreispolizei auch von der Reiterstaffel und Bereitschaftspolizisten unterstützt, um bei Verkehrsproblemen reagieren zu können und die Ordnungsämter bei der Einhaltung der Corona-Auflagen und Sicherung gesperrter Pisten zu unterstützen.

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+++ 09.01.2021:Lawine verschüttet mehrere Häuser in Russland - Drei Tote +++

 

Beim Abgang einer Lawine im Norden Russlands sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Die Schneemassen begruben in der Nacht zum Samstag mehrere Häuser eines Skigebietes in der Nähe der Industriestadt Norilsk am Nordpolarmeer. Die Rettungskräfte bargen die Leichen eines Ehepaars und seines anderthalb Jahre alten Kindes, wie die Behörden mitteilten. Der älteste Sohn der Familie kam demnach mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus. Der Gesundheitszustand des 14-Jährigen wurde wegen schwerer Erfrierungen als ernst eingestuft. In dem Berggebiet seien die Temperaturen auf unter minus 25 Grad gefallen.

Eine andere vierköpfige Familie wurde bereits nach dem Abgang der Lawine gerettet. Zwei weitere Menschen brachten sich den Angaben zufolge selbst in Sicherheit. Auf Videos war zu sehen, wie die Retter mitten in der Nacht mit Schippen in den Schneemassen gruben. Sie lagen demnach bis zu drei Meter hoch. Wie die Staatsagentur Tass meldete, kam in dem Berggebiet 1989 das letzte Mal eine Lawine herunter. Zuletzt hatte es in der Region heftig geschneit. Ein Schneesturm behinderte auch die Rettungsarbeiten.

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loc/news.de/dpa

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