14.12.2020, 18.36 Uhr

Coronavirus-News am 14. Dezember: Spahn: Tun alles für Impfstart noch im Dezember

Bevor Deutschland in den Knallhart-Lockdown vor Weihnachten geht, liegt die Zahl der bundesweit registrierten Covid-19-Fälle abermals deutlich über 16.000. Binnen 24 Stunden starben laut Coronavirus-News mehr als 180 Corona-Patienten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält einen Beginn von Impfungen gegen das Coronavirus noch im Dezember für denkbar. Bild: dpa

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt laut aktueller Zahlen vom 14. Dezember 2020 auf hohem Niveau, auch wenn die deutschen Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) zum Wochenstart wieder vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet haben.

Coronavirus-News aktuell am 14.12.2020: Mehr als 16.300 Neuinfektionen laut RKI

Innerhalb eines Tages wurden 16.362 neue Fälle übermittelt, wie das RKIam Montagmorgen bekanntgab. Das sind rund 4000 Fälle mehr als am vergangenen Montag, als die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 12.332 lag. Der bisherige Rekord war am Freitag mit 29.875 gemeldeten Fällen erreicht worden. An Sonntagen und Montagen sind die vom RKI veröffentlichten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil amWochenendeweniger getestet wird.

Mehr als 180 weitere Covid-19-Tote in Deutschland - insgesamt knapp 22.000 Todesfälle durch Corona

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten zudem 188 neue Todesfälle binnen 24 Stunden. Vor genau einer Woche hatte dieser Wert bei 147 gelegen. Der bisherige Höchststand von 598 Todesfällen war am Freitag erreicht worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde.Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 21.975.

Das sind die aktuellen Zahlen zu R-Wert und 7-Tage-Inzidenz

Die zur Lagebeurteilung entscheidende 7-Tage-Inzidenz - die gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - steigt ebenfalls deutlich an. Sie lag am Sonntag bei einem Höchststand von 169. Am Montag stieg sie weiter auf 176,4.

Das RKIzählt seit Beginn der Pandemie 1.337.078 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 inDeutschland (Stand: 14.12., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 984.200 Menschen inzwischen genesen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 1,12 (Vortag: 1,17). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 112 weitere Menschen anstecken. Nachdem der Wert wochenlang um 1 herum schwankte, lag er seit Freitag bei über 1,1. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Erst wenn er für längere Zeit unter 1 liegt, flaut dieses ab.

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Alle Coronavirus-News am 14.12.2020 aktuell im News-Ticker

+++ Spahn: Tun alles für Impfstart noch im Dezember +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält einen Beginn von Impfungen gegen das Coronavirus noch im Dezember für denkbar. "Wir tun alles dafür", dass es noch im Dezember losgehen könne mit dem Impfen, sagte der CDU-Politiker am Montag im "Polittalk aus der Hauptstadt", einer Kooperation des RBB-Inforadios mit der "Süddeutschen Zeitung". Spahn machte erneut deutlich, dass es keine Notfallzulassung für Deutschland, sondern eine europäische bedingte Zulassung für den ersten Impfstoff geben solle. "Damit sind wir mit allen 27 Mitgliedstaaten angetreten, nicht zuletzt um Vertrauen zu erhalten. Ich bin mir sehr sicher, bei einer Notzulassung würde manche Debatte sicherlich darüber geführt: Ist da genug geprüft worden, wurde da tief genug hineingegangen in die Daten?", betonte Spahn.

Am Montag hatte die Europäische Arzneimittel-Behörde EMA deutlich gemacht, dass das Zulassungsverfahren für einen Corona-Impfstoff kaum zu beschleunigen ist. Spätestens am 29. Dezember werde das Gutachten des Expertenausschusses vorliegen, erklärte die Direktorin der EMA, Emer Cooke, am Montag in Amsterdam. "Wir arbeiten rund um die Uhr für die Zulassung des ersten Covid-19-Impfstoffes". Die Fristen würden allerdings im Laufe des Prüfverfahrens "ständig neu bewertet".

+++ Söder verkündet Ausgangssperre in Bayern auch an Weihnachten +++

Die nächtliche Ausgangssperre von 21 Uhr bis 5 Uhr morgens soll in Bayern auch an Weihnachten gelten. Das erklärte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag im Radiosender Bayern 2." Wir müssen uns jetzt alle zusammennehmen und alle zusammenreißen", sagte Söder. "Corona macht leider auch an Weihnachten nicht Halt oder Pause, und deswegen gelten die Regeln auch für die Feiertage. Das heißt: Jawohl, da gilt dann auch die Ausgangssperre." Familien könnten stattdessen einige Stunden früher Weihnachten feiern oder Verwandte könnten über Nacht bleiben.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern. Bild: dpa

Gleichzeitig wies Söder darauf hin, dass die Kontaktbeschränkungen für die Weihnachtstage gelockert würden: Vom 24. bis 26. Dezember darf jeder Haushalt vier Verwandte zu sich einladen.

+++ Regen überschreitet 600er-Inzidenz: Zahlen vieler ostdeutscher Landkreise ebenfalls alarmierend +++

15 Kreise überschreiten laut Lagebericht des RKI vom Sonntag eine Inzidenz von 361,7 Fällen pro 100.000 Einwohner. Davon liegen sechs über 400, drei weitere über 500. Ein Landkreis weist sogar eine Inzidenz von über 600 auf - im Landkreis Regen beträgt sie 604,6.

Dahinter folgen in diesem traurigen Ranking vor allem viele ostdeutsche Landkreise, in denen die Zahlen alarmierend sind. Im Landkreis Bautzen liegt die Inzidenz bei 574,1, die Region ist also ebenfalls nicht mehr weit von der 600er-Marke entfernt. Im Landkreis Görlitz beträgt der Wert aktuell 510,4, im Landkreis Erzgebirgskreis 505,8. Die Inzidenz von 400 überschreiten zudem die Landkreise Altenburger Land (475,4), Meißen (469,1), Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (443,0), Zwickau (437,8), Hildburghausen (427,2) und Oberspreewald-Lausitz.

In vielen Regionen Deutschlands spitzt sich die Corona-Lage dramatisch zu. Bild: Adobe Stock/alexanderuhrin

+++ Kanzleramtschef: Entschädigung für Eltern mit Betreuungsproblemen +++

Für Eltern, die wegen der Schließung von Kitas und Schulen ein Betreuungsproblem bekommen und nicht zur Arbeit können, gibt es Verdienstausfallentschädigung vom Staat. Auf diese bereits geltende Regelung hat Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) im "Frühstart" von RTL/n-tv hingewiesen. Man habe für sie im Infektionsschutzgesetz eine Lohnfortzahlung von 67 Prozent vorgesehen, wenn sie keine anderen Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder finden. "Ich glaube, dass das erstmal eine Möglichkeit ist, die sofort hilft", sagte Braun.

Die Regelung war im Frühjahr beschlossen und im Herbst ergänzt worden. Eltern, die auf der Arbeit ausfallen, weil das Gesundheitsamt ihren Nachwuchs unter Quarantäne gestellt hat oder weil Schule und Kitas behördlich geschlossen wurden, können 67 Prozent des Nettoeinkommens als Entschädigung vom Staat bekommen. Das gilt für Kinder im Alter bis 12 Jahren und für Kinder mit Behinderung, die auf Hilfe angewiesen sind. Die Anträge für die Entschädigung stellt der Arbeitgeber bei der zuständigen Behörde vor Ort und gibt sie als Lohnfortzahlung an den Arbeitnehmer weiter.

Braun verwies auch auf die Möglichkeit für Eltern, Kinderkrankentage zu nehmen. Die Anzahl wurde für das laufende Jahr wegen der Corona-Krise erhöht. Pro Elternteil gibt es nun 15 statt 10 Tage pro Kind, Alleinerziehende haben 30 statt 20 Tage in diesem Jahr.

Im Bund-Länder-Beschluss zu den Schließungen vom Sonntag heißt es: "Für Eltern werden zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, für die Betreuung der Kinder im genannten Zeitraum bezahlten Urlaub zu nehmen." Wie diese konkret aussehen und ob sie über die bisherigen Entschädigungsregeln hinausgehen sollen, ist noch unklar. Sie würden noch in dieser Woche auf den Weg gebracht, hatte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) am Sonntag gesagt.

Bundespräsident Steinmeier wendet sich an die deutschen Bürger. Bild: dpa

+++ Kanzleramtsminister: Weihnachten möglichst mit Online-Gottesdiensten +++

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hat an die Religionsgemeinschaften appelliert, Weihnachten bei Möglichkeit mit Online-Gottesdiensten zu feiern. Angesichts der Corona-Pandemie müsse man "leider eben auch auf Möglichkeiten zur Kontaktreduzierung bei Gottesdiensten zurückgreifen", sagte Braun im rbb Inforadio am Montag nach Angaben des Senders. Er verwies dazu auf Beratungen im Innenministerium mit Vertretern der Religionsgemeinschaften. "Man muss das gut vorbereiten und wirklich nur das tun, was verantwortbar ist", betonte der CDU-Politiker. Allerdings sei die Religionsfreiheit ein sehr tiefgreifend geschütztes Grundrecht und Weihnachten im christlichen Sinne nicht irgendein Fest.

+++ Bundespräsident Steinmeier appelliert vor Corona-Lockdown noch einmal an Bevölkerung +++

Kurz vor Inkrafttreten des harten Corona-Lockdowns hat sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an die Öffentlichkeit gewandt. "Wir hatten alle gehofft, weiter zu sein, aber das Virus hat uns fest im Griff", sagte er am Montagmorgen bei einer Pressekonferenz. "Die Lage ist bitterernst, tausende Todesfälle pro Woche." Die Fakten seien "untrüglich, und sie sind bedrückend." Jetzt sei Solidarität gefragt, erklärt Steinmeier. Jeder und jede müsse sich jetzt fragen, wie er andere am besten schützen kann. Die jetzt verhängten Maßnahmen "gefährden wirtschaftliche Existenzen, sie machen einsam und sie drücken aufs Gemüt." Weiter appellierte er: "Es hängt an uns, und wir wissen, was zu tun ist. Feiern lassen sich nachholen, und über Geschenke freuen sich Freunde und Verwandte auch später noch." Jetzt gehe es darum, die Gesundheit zu erhalten und Menschenleben zu retten.

Die kommenden Wochen seien "eine Prüfung für uns alle", sagt Steinmeier. Deutschland sei jedoch ein starkes Land, in dem die Menschen "füreinander da sind und über sich hinauswachsen." Die Pandemie werde "uns die Zukunft nicht rauben", sagt Steinmeier."Wir werden diese Krise überwinden. Das muss gelingen, und das wird gelingen." Mit diesem Worten verabschiedet sich der Bundespräsident wieder.

+++ Kanzleramtschef Braun: Kitas und Schulen öffnen als Erstes wieder +++

Kanzleramtschef Helge Braun hat zugesagt, dass Schulen und Kitas nach einem Ende des Lockdowns als Erstes wieder geöffnet werden. "Das haben wir immer gesagt. Das ist das Letzte, was wir schließen und das Erste, was wir öffnen", sagte der CDU-Politiker in der Sendung "Frühstart»" von RTL/n-tv. "Bildung hat Priorität, und dabei bleibt es auch." Zugleich machte Braun aber wenig Hoffnung auf weitreichende Lockerungen zu Beginn des neuen Jahres.

Er habe zwar große Hoffnung, dass die Infektionszahlen sinken. Aber: "Eine umfassende Lockerung halte ich für sehr, sehr unwahrscheinlich", sagte er. "Januar und Februar sind immer, was Atemwegsinfektionen angeht, besonders schwierige Monate." So lange es in der Winterphase nicht genügend Impfstoff für alle gebe, "werden wir noch schwierige Tage erleben".

Braun räumte ein, die Maßnahmen von Bund und Ländern aus dem November seien zu wenig gewesen. Dadurch seien die Infektionszahlen noch immer zu hoch. Das Ziel, ein sicheres Weihnachtsfest zu ermöglichen, sei nicht erreicht worden.

+++ Impfstoff-Hersteller Curevac macht weiteren Schritt zur Zulassung +++

Das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac ist auf dem Weg zur Zulassung seines Corona-Impfstoffes einen Schritt weiter. Nach Angaben des Unternehmens von Montag hat die zulassungsrelevante klinische Phase-III-Studie mit voraussichtlich mehr als 35 000 Teilnehmern begonnen. Mit ersten Ergebnissen rechnet Curevac nach Angaben eines Sprechers Ende des ersten Quartals 2021. Curevac-Chef Franz-Werner Haas sprach nach dem Start der dritten Phase von einem "Meilenstein in der Entwicklung unseres Impfstoffkandidaten CVnCoV".

In Phase I war der Impfstoff 250 gesunden Probanden im Alter von 18 bis 60 Jahren verabreicht worden, um seine Verträglichkeit und Immunogenität zu überprüfen. In der zweiten Phase werden seit Spätsommer 690 Probanden in klinischen Zentren in Peru und Panama geimpft. Ziel der dritten Phase ist es, Wirksamkeit und Sicherheit des neuen sogenannten mRNA-Impfstoffs gegen das Virus zu beweisen.

Ebenso wie der Impfstoff des Mainzer Pharma-Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer arbeitet auch Curevac mit diesem synthetisch erzeugten Botenmolekül, das im Körper die Bildung eines Virus-Eiweißes anregt. Dies löst eine Immunreaktion aus, die den Menschen vor dem Virus schützen soll. Im Gegensatz zu herkömmlichen Impfungen, bei denen der Wirkstoff mittels Viren über mehrere Monate angezüchtet und dann in abgeschwächter Form injiziert wird, verzichtet der mRNA-Impfstoff auf lebende Krankheitserreger und Zellkulturen. Dadurch sollen sich mögliche Sicherheitsrisiken verringern. Biontech und Pfizer haben bereits die Notfallzulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA erhalten.

Mit der EU-Kommission hat Curevac einen Vertrag über den Kauf von bis zu 405 Millionen Impfdosen geschlossen. Wie viele Dosen nach Deutschland gehen sollen, sagte das Unternehmen nicht.

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loc/news.de/dpa