Willi Herren ist tot

Trauer um "Lindenstraße"-Star! TV-Star stirbt mit nur 45 Jahren

Schauspieler und Entertainer Willi Herren ist tot. Das bestätigte sowohl sein Management als auch die Polizei. Demnach starb der TV-Star am Dienstag in seiner Kölner Wohnung. Er wurde nur 45 Jahre alt.

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10.12.2020, 18.55 Uhr

Coronavirus-News Donnerstag: Neuer Corona-Rekord! Sachsen-MP Kretschmer verteidigt Ausgangssperre

Erneut hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland einen Höchststand erreicht. In einer hoch emotionalen Rede bat Bundeskanzlerin Merkel, auf die Wissenschaft zu hören und Kontakte zu reduzieren. Lockdowngespräche sind geplant. Das RKI spricht von einer besorgniserrenden Lage. Die Corona-News von Donnerstag.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder plädiert für einen "kompletten Lockdown". Bild: picture alliance/dpa/AP POOL | Markus Schreiber

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat in Deutschland einen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 23.679 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden, wie aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervorgeht.

Corona-Zahlen Deutschland von Donnerstag: Tote, Neuinfektionen, R-Wert

  • Der bisherige Rekordwert war am 20. November mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. In der Vorwoche waren es am Donnerstag 22.046 neue Fälle.
  • Die Zahl der Todesfälle stieg über die Marke von 20.000. Das RKI verzeichnete am Donnerstag 440 neue Todesfälle binnen eines Tages. Am Vortag war mit 590 Toten ein Höchstwert gemeldet worden.
  • In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 20.372.
  • Insgesamt zählt das RKI seit Beginn der Pandemie 1.242.203 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 inDeutschland (Stand: 10.12., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 922 100 Menschen inzwischen genesen.
  • Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,99 (Vortag: 1,02). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 99 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

So sehen Sie die Pressekonferenz des Robert Koch-Instituts heute live

Coronavirus-News Deutschland am Donnerstag

Die aktuellen Informationen zur Coronavirus-Pandemie in Deutschland erfahren Sie hier in unserem Ticker.

+++ Schwesig für Schließung des Einzelhandels schon zum vierten Advent +++

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat sich für die Schließung des Einzelhandels bereits zum vierten Advent ausgesprochen. Darüber solle rasch bei einer Schalte der Regierungschefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gesprochen werden, am besten schon an diesem Freitag, sagte Schwesig am Donnerstag in Schwerin nach einem MV-Gipfel von Regierung, Wirtschaft, Gewerkschaften und Kommunen. Jeder Tag zähle, die Lage sei ernst. Lebensmittelgeschäfte sollen nach Worten eines Regierungssprechers aber offen bleiben.

Zuvor hatte sich unter anderem bereits Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) für einen harten Lockdown in der Corona-Krise noch vor Weihnachten ausgesprochen. Dafür wolle er sich angesichts der hohen Infektionszahlen auch bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz einsetzen, sagte Günther am Donnerstag nach einer Sondersitzung des Kieler Kabinetts.

+++ Thüringens Gesundheitsministerin hält härteren Lockdown für notwendig +++

Angesichts der nach wie vor hohen Infektionszahlen zeichnet sich auch in Thüringen ein härterer Lockdown ab. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sprach am Donnerstag von einer besorgniserregenden Situation im Freistaat. "Der Lockdown-Light hat nicht dazu geführt, dass die Infektionszahlen signifikant sinken." Es brauche offensichtlich einen größeren Schritt, um die Infektionswelle zu brechen.

"Wir müssen jetzt kurzfristig über den richtigen Zeitpunkt und die richtigen Begleitmaßnahmen für einen Lockdown diskutieren", kündigte Werner an. Das betreffe zum einen die Kindergärten und Schulen, wo es für Familien auch eine entsprechende Begleitung und Notbetreuung brauche. Und es betreffe den Einzelhandel, wo es entsprechende Ausgleichszahlungen geben müsse.

Laut der Ministerin geraten inzwischen auch Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen in Thüringen an ihre Grenzen. "Das ist für mich der Maßstab, hier schnell zu handeln." Thüringen hat nach Sachsen (309,6) laut dem Robert Koch-Institut bundesweit die höchste Sieben-Tage-Inzidenz. Sie lag am Donnerstag bei inzwischen 192 neuen Fällen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Sachsen hatte bereits den bisher geltenden Teil-Lockdown verschärft. Ab kommenden Montag sollen dort Schulen, Kitas, Horte und viele Geschäfte geschlossen bleiben.

+++ Kretschmer verteidigt Pläne für nächtliche Ausgangssperre +++

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat die geplanten nächtlichen Ausgangssperren verteidigt. "Mildere Mittel haben nicht gewirkt", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Deswegen bleibe nun angesichts steigender Infektionszahlen nur "stringentes staatliches Handeln". Geplant sind demnach nächtliche Ausgangssperren zwischen 22 und 6 Uhr. Das sieht die neue Corona-Schutzverordnung vor, die das Kabinett am Freitag beschließen will. "Jeder, der sich dann auf der Straße bewegt, kann angesprochen werden und muss sich erklären", so Kretschmer. Ausgenommen ist der Weg zur Arbeit, auch an Weihnachten und Silvester soll es keine nächtliche Ausgangssperre geben.

Die medizinische Versorgung sei nicht verhandelbar. "Sachsen muss das jetzt durchziehen", sagte er. Die Position werde er auch bei einem möglichen Treffen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch vor Weihnachten vertreten. Die Krankenhäuser seien voll. Jeder, der das sehen wolle, sehe das auch. Die anderen hätten jetzt mal "Sendepause".

Sachsen sei von der Pandemie im Frühjahr und Sommer weitgehend verschont geblieben. "Deswegen hat es sehr lange gedauert bis alle begriffen haben, dass wir handeln müssen und die bisherigen Maßnahmen nicht greifen." Nun gebe es aber große Einigkeit in der Regierung, so Kretschmer mit Blick auf den Lockdown ab Montag in Sachsen. Schulen und Kitas sowie zahlreiche Geschäfte bleiben dann geschlossen.

"Ausgangsbeschränkende Maßnahmen können keine Wirkung entfalten, wenn Geschäfte, Kindergärten und Schulen geöffnet sind. Wir müssen das Land jetzt zur Ruhe bringen - vor Weihnachten, über den Jahreswechsel hinaus", sagte Kretschmer.

+++ Nicht corona-konform: Bayern erteilt Klarsichtmasken eine Absage +++

Klarsichtmasken aus Kunststoff schützen nach Einschätzung des bayerischen Gesundheitsministeriums nicht ausreichend wirksam vor Ansteckungen mit dem Coronavirus. Die durchsichtigen Masken gelten damit nicht mehr als ausreichende Mund-Nasen-Bedeckung, etwa an Orten, an denen Maskenpflicht herrscht, teilte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag in München mit.

Zuvor war eine Studie der Hochschule München öffentlich geworden, die den Nutzen von Klarsichtmasken stark in Frage stellte. Tests hätten ergeben, dass die Aerosole unter den Klarsichtmasken austreten und sich dann unkontrolliert ausbreiten können. Dies bedeute ein hohes Ansteckungsrisiko, sagte der Leiter der Studie, der Münchner Professor Christian Schwarzbauer.

Die oft nach unten und zur Seite offenen Klarsichtmasken sind seit einigen Monaten auf dem Markt und von Anfang an umstritten. Befürworter halten sie für günstiger, weil sie das Erkennen von Mimik um die Mundpartie des Trägers erlauben. Einige Schulen und andere Einrichtungen hatten die Masken sogar zeitweise ausdrücklich empfohlen.

Klarsichtmasken aus Kunststoff, auch wenn sie eng anlägen, entsprächen nicht den Vorgaben zur Vermeidung von Aerosolen, erklärte das Gesundheitsministerium. Die Masken seien damit den Kunststoffvisieren gleichzustellen, die die Regierung schon seit längerer Zeit nicht gelten lässt. Zunächst sei man davon ausgegangen, dass die Klarsichtmasken ausreichenden Schutz böten. Mit zunehmendem Fortschritt der Erkenntnisse über Corona-Infektionen habe dies präzisiert werden müssen.

"Vor allem in geschlossenen Räumen, wie zum Beispiel in Schulen, Kitas, Büros oder öffentlichen Verkehrsmitteln, ist von der Verwendung solcher Masken dringend abzuraten", sagte Christian Hanshans, Professor für medizinische Grundlagen und Medizintechnik an der Hochschule München (HM), der die Studie als Mediziner und Projektingenieur begleitete.

+++ Bildungsminister beraten über Corona-Situation an Schulen +++

Die Bildungsminister der Länder haben am Donnerstag in einer Videokonferenz über die Corona-Situation und mögliche Folgen für den Schulunterricht beraten. Zu Beginn der letzten regulären Sitzung der Kultusministerkonferenz (KMK) verschafften sie sich nach Informationen aus Teilnehmerkreisen einen Überblick zu den einzelnen Bundesländern. In Sachsen wurden wegen der hohen Infektionszahlen bereits für die kommende Woche wieder Schulschließungen wie im März angekündigt.

Die Mehrheit der Ministerrunde vertrete weiter die Linie, die Schulen so lange wie möglich offen zu halten, hieß es in Teilnehmerkreisen. Ein Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht soll es in einzelnen Regionen mit besonders hohen Infektionszahlen geben. Die letzte Entscheidung für weitere Maßnahmen zum Schulunterricht soll dem Vernehmen nach nicht bei den Bildungsministern liegen, sondern der Ministerpräsidentenkonferenz vorbehalten sein. Das Bundesbildungsministerium wurde von Staatssekretär Christian Luft vertreten.

Auf der Tagesordnung der zweitägigen Videokonferenz unter dem Vorsitz der rheinland-pfälzischen Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) standen auch Vorbereitungen für die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz: Ursprünglich als Bildungsrat geplant, soll diese Kommission mit Bildungswissenschaftlern besetzt werden, die die künftige Gestaltung der Bildungspolitik der Länder mit wissenschaftlicher Expertise begleiten sollen. Außerdem wollten sich die Teilnehmer der KMK-Sitzung mit dem Bedarf der Einstellung von Lehrern bis 2020 befassen und dazu Modellrechnungen der Länder betrachten. Schließlich sollte auch die brandenburgische Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) zur KMK-Präsidentin für das kommende Jahr gewählt werden.

+++ Schwesig: Bundesweit nach Weihnachten Einzelhandel schließen +++

Aus Sicht von Mecklenburg Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sollten spätestens ab Weihnachten bundesweit die Geschäfte schließen. Dies betreffe nicht den Lebensmitteleinzelhandel, sagte die SPD-Politikerin am Donnerstag in Schwerin. Die Menschen sollten sich sicher sein, dass sie, egal wie schwierig die Lage wird, ganz normal Lebensmittel einkaufen können.

Die Ministerpräsidentin betonte, dass das Weihnachtsfest für sie der späteste Zeitpunkt für die Schließung ist. Sie sei offen dafür, zügiger zu diesen Maßnahmen zu greifen. Deshalb plädiere sie dafür, dass es spätestens am Freitag eine Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) darüber geben soll.

+++ Innenminister dringen auf frühe Impfungen für Polizisten +++

Die Innenminister wollen sich dafür einsetzen, dass Polizisten mit als erste eine Corona-Impfung bekommen können. Baden-Württembergs Ressortchef Thomas Strobl (CDU) sagte am Donnerstag anlässlich der Innenminister-Konferenz: "Unsere Polizei muss bei den Impfungen so weit oben wie irgendwie möglich priorisiert werden." Die Polizistinnen und Polizisten seien ständig draußen unterwegs und hätten viele Kontakte, wodurch sich ein Infektionsrisiko ergebe. Die Innenminister von CDU und CSU sowie Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hätten seine Position unterstützt, sagte Strobl der Deutschen-Presse-Agentur.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) sagte am Rande der Innenministerkonferenz in Berlin, er wolle das mit seinen Amtskollegen aus den anderen Ländern besprechen, "weil ich auch der Auffassung bin, dass wir Polizei und übrigens auch Feuerwehr im Zweifel natürlich nicht in die erste Priorität schieben dürfen, aber in der letzten Priorität sollten sie auch nicht sein". Schließlich seien sie gerade in Zeiten, in denen unklar sei, "in welche Richtung sich die Krise entwickelt", von großer Bedeutung für die Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung. Er betonte: "Es geht am Ende nicht darum, die Polizei nach oben zu holen, sondern nur etwas weiter nach vorne zu rücken."

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte: "Wir hören, dass die Polizei im Moment in dieser Priorisierung der Ständigen Impfkommission erst relativ spät dran kommt." Die Polizei sollte "sicherlich nicht vor den achtzigjährigen Bewohnern von Seniorenheimen" geimpft werden, aber jedenfalls vor vielen anderen Gruppen an der Reihe sein.

Der Deutsche Ethikrat, die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina und die am Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Ständige Impfkommission hatten im November empfohlen, dass Ältere und Vorerkrankte zur vorrangig zu priorisierenden Personengruppe gehören sollen. Zu einer zweiten bevorzugten Gruppe sollen demnach Gesundheits- und Pflegebeschäftigte gehören. Darüber hinaus seien unter anderem Polizisten, Feuerwehrleute und Lehrer prioritär zu schützen. Eine endgültige Festlegung gibt es noch nicht.

+++ Spahn wirbt für "Herunterfahren über den Jahreswechsel" +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat für zusätzliche Beschränkungen geworben, um die Corona-Infektionen unter Kontrolle zu bringen. "Es braucht ein Herunterfahren insgesamt in der Gesellschaft für uns alle auch über den Jahreswechsel", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im Bundestag. Nach dem Anfang November begonnenen Teil-Lockdown sei zu sehen: "Mit dem, was im Moment ist, erreichen wir unser gemeinsames Ziel nicht." Für die meisten sei der Jahreswechsel ohnehin eine ruhigere Zeit, Schulen hätten geschlossen, so dass zusätzliche Einschränkungen möglich seien. Zugleich heiße dies aber eben nicht, "dass man bis dahin noch mal alles ausreizt".

Spahn sprach von einer "schwierigen Phase" in der Pandemie, in der gerade "das Schlechteste aus drei Welten" zusammenkomme: Neben zu hohen Infektionszahlen gebe es Milliardenkosten für Wirtschaftshilfen und auch "eine Ermüdung bei vielen Bürgerinnen und Bürgern" nach mehreren Wochen mit Beschränkungen. In Regionen mit sehr hohem Infektionsgeschehen brauche es jetzt entschlossenes staatliches Handeln mit zusätzlichen Maßnahmen.

Dazu komme insgesamt aber auch "bürgerliche Eigenverantwortung" etwa bei Abstand, Maskentragen und Hygiene als Schlüssel zum Erfolg. "Diese Erwartungshaltung, die Regierung, die Ministerpräsidenten, die müssten mal was beschließen und dann wird es von allein wieder besser, das wird nicht funktionieren." Spahn betonte, dass die allermeisten Menschen mitmachten. "Das Land steht patriotisch zusammen." Dafür gelte es, Zusammenhalt zu fördern und nicht zu diffamieren oder Verschwörungstheorien zu verbreiten.

+++ Söder fordert bundesweiten Lockdown "so lange wie nötig" +++

Angesichts der unaufhörlich steigenden Corona-Zahlen fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ab Weihnachten einen kompletten Lockdown bis mindestens 10. Januar, notfalls auch länger. "Es braucht bundesweit Ausgangsbeschränkungen, nächtliche Ausgangssperren in Hotspots, Geschäftsschließungen, Betriebsferien und überall verlängerte Schulferien", sagte Söder am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in München. Zum Zeitraum sagte der CSU-Chef: "Das muss bis 10. Januar gelten - aber so lange wie nötig."

"Wir brauchen einen konsequenten Lockdown. Wir müssen das öffentliche Leben runterfahren", sagte er. "Das heißt, auch alle Geschäfte zu, abgesehen von denen des alltäglichen Bedarfs wie Lebensmittel. Es ist notwendig, dass wir dann auch überall in Deutschland Ausgangsbeschränkungen und in Hotspots Ausgangssperren in den Nachtstunden haben. Es sollen für diese Zeit einfach alle zu Hause bleiben."

Man müsse zudem den dringenden Appell an die Unternehmen richten, in dieser Zeit soweit möglich Betriebsferien zu machen. "Wir müssen Kontakte reduzieren", mahnte der CSU-Politiker.

+++ Schwesig: Distanzunterricht für ältere Schüler in Risikogebieten +++

Für ältere Schüler in Mecklenburg-Vorpommern ab der 7. Klasse, die in Risikogebieten leben, gibt es vom kommenden Montag an Distanzunterricht. Die Regelung gelte für die Landkreise und kreisfreien Städte, die eine Sieben-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner erreicht haben, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Donnerstag in Schwerin. Mecklenburg-Vorpommern ziehe damit die Konsequenzen aus den rasant gestiegenen Corona-Infektionszahlen der vergangenen Tage.

+++ Berlins Regierender Bürgermeister will Schließung von Geschäften +++

Berlin plant deutliche Einschränkungen für den Einzelhandel und Schulen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Das kündigte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus an. "Wir werden den Einzelhandel herunterfahren müssen. Jenseits vom Lebensmitteleinzelhandel müssen alle andere Shoppingangebote geschlossen werden und zwar bis zum 10. Januar, es geht nicht anders", sagte Müller in der Plenarsitzung. Ab wann das gelten soll, stehe noch nicht fest.

Auch an den Schulen muss es Sicht des SPD-Politikers Konsequenzen geben: "Es gibt wahnsinnig viele Kontakte durch Schulgeschehen, durch den Unterricht. Und wir müssen Kontakte vermeiden", sagte Müller. "Aus diesem Grund komme ich zu dem Ergebnis, dass wir unsere Schulferien bis zum 10. Januar verlängern müssen beziehungsweise es auch eine Variante ist, die Ferien am 4. enden zu lassen, aber die Schülerinnen und Schüler dann in einer digitalen Form oder auf andere Weise zu unterrichten." Müller kündigte an, er wolle das am Dienstag dem Senat vorschlagen. "Wir werden das miteinander beraten. Ich denke, es ist ein gangbarer Weg."

+++ Umfrage: Große Mehrheit ist für strengere Corona-Maßnahmen +++

Fast jeder zweite Deutsche ist für strengere Regeln im Kampf gegen das Coronavirus. Obwohl die Regelungen zuletzt weiter verschärft wurden, sind 49 Prozent der Meinung, die Maßnahmen müssten "härter ausfallen". Das sind 18 Prozentpunkte mehr als noch vor zwei Wochen, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer" hervorgeht. 13 Prozent halten die Vorschriften demnach aktuell für "übertrieben", 35 Prozent finden sie "gerade richtig".

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittwoch im Bundestag eindringlich für strengere Corona-Maßnahmen geworben. Sie bekannte sich ausdrücklich zu den Vorschlägen der Leopoldina. Die Nationale Wissenschaftsakademie hatte gefordert, Weihnachten und den Jahreswechsel für einen harten Lockdown zu nutzen. Zudem sollten Kinder schon ab dem 14. Dezember nicht mehr zur Schule gehen müssen.

Bund und Länder wollen nach Angaben von Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) vom Donnerstag wahrscheinlich noch an diesem Wochenende zu erneuten Beratungen zusammenkommen.

+++ RKI: Corona-Lage in Deutschland verschlechtert +++

Die Corona-Lage in Deutschland hat sich nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) seit vergangener Woche verschlechtert. Nachdem die Fallzahlen seit Wochen auf einem hohen Plateau gelegen hätten, sehe man aktuell wieder einen Anstieg, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Das sei besorgniserregend. Das Plateau, auf dem man sich befinde, sei "äußerst fragil", sagte Wieler: Die Fallzahlen könnten rasch wieder exponentiell ansteigen, dafür reichten wenige zusätzliche Fälle aus. "Das müssen wir verhindern."

Die Zahl der binnen eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen hatte bis Donnerstagfrüh einen Höchststand erreicht: Die Gesundheitsämter übermittelten dem RKI 23.679 Neuinfektionen, wie aus den Zahlen hervorging. Der bisherige Rekordwert war am 20. November mit 23 648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Bereits im Lagebericht vom Mittwoch schrieb das RKI, seit dem 4. Dezember sei ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen zu beobachten.

+++ Weil: Corona-Beratungen von Bund und Ländern wohl am Wochenende +++

Bund und Länder wollen nach Angaben von Niedersachsens Ministerpräsident Stefan Weil (SPD) in den kommenden Tagen über ein Verschärfen der Corona-Beschränkungen beraten. Wie Weil am Donnerstag im Landtag in Hannover sagte, kommen Bund und Länder wahrscheinlich noch am Wochenende zu erneuten Beratungen zusammen.

+++ Sachsen bleibt Corona-Hotspot +++

Sachsen bleibt in Deutschland der Corona-Hotspot. Am Donnerstag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) für den Freistaat 310 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Das ist mit deutlichem Abstand der höchste Wert aller Bundesländer. Insgesamt meldete das RKI von Montag auf Dienstag 2.128 neue Infektionen. Die Gesamtzahl stieg damit auf 75.895 seit Ausbruch der Pandemie (Stand: Donnerstag 08.25 Uhr).

Der Landkreis Bautzen übersprang mit (530,4) laut RKI auch wieder die 500-Marke bei der Sieben-Tage-Inzidenz. Bundesweit hatte lediglich der Landkreis Regen in Niederbayern am Donnerstag mit 589,1 einen höheren Inzidenzwert. Es folgen in Sachsen die Landkreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (486), Meißen (426) und Zwickau (420).

Sachsens Kabinett hatte am Dienstag wegen massenhafter Corona- Infektionen im Freistaat weitere Einschnitte angekündigt. Sie sollen am Freitag beschlossen werden und von Montag an gelten. Schulen, Kitas, Horte und viele Geschäfte sollen dann schließen. Geöffnet bleiben dagegen Lebensmittelgeschäfte und Geschäfte für den Grundbedarf wie Apotheken, Drogerien und Friseure.

+++ Bayern und Sachsen machen Druck - Söder für "kompletten Lockdown" +++

Bayern und Sachsen machen Druck für bundesweit noch schärfere Auflagen, um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. Für dringend notwendig halten dies auch Ärztevertreter, um eine Überlastung des Gesundheitswesens zu verhindern. Möglicherweise beraten Bund und Länder noch einmal über ein gemeinsames Vorgehen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte in der ZDF-Sendung "Markus Lanz", dies könne wegen der Termine der Kanzlerin beim EU-Gipfel aber frühestens am Wochenende oder Anfang nächster Woche geschehen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte im ZDF-"heute journal" auf die Frage, ob eine solche Runde am Sonntag zusammenkomme, es gebe viele Gespräche.

Söder sprach sich für einen "kompletten Lockdown" von Weihnachten bis zum 10. Januar aus. "Einfach mal alles runterfahren von den Geschäften bis hin zu den Betriebsferien in vielen Unternehmen. Wenn alle mitmachen, wäre das super. Dann hätten wir knapp drei Wochen, in denen wir einfach Kontakte reduzieren können. Eine bessere Zeit als diese Zeit zwischen Weihnachten und 10. Januar wird man im ganzen Jahr nicht mehr finden", sagte der CSU-Chef.

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer äußerte die Hoffnung, mit den anderen Ländern zu gemeinsamen Ergebnissen zu kommen, verwies aber auf die schon im Freistaat beschlossenen Maßnahmen. "Wir haben uns unseren sächsischen Weg jetzt entschieden und werden ihn mit aller Konsequenz gehen", sagte Kretschmer. Im Freistaat sollen von kommendem Montag an Schulen, Kitas, Horte und viele Geschäfte geschlossen werden. Geöffnet bleiben sollen Lebensmittelgeschäfte und Läden für den Grundbedarf. Handel, Schulen und Kitas offenzuhalten - "das wird nicht diese Wirkung bringen", sagte Kretschmer.

Das Bundesland hat sich zum bundesweit größten Hotspot der Pandemie entwickelt. In Bayern, das im Bundesländer-Vergleich ebenfalls überdurchschnittlich hohe Infektionszahlen aufweist, gelten schon seit Mittwoch strengere Regeln wie Ausgangsbeschränkungen, Alkoholverbot in Innenstädten und Ausgangssperren in Hotspots.

+++ Droht Überforderung? Krankenhäuser arbeiten am Anschlag +++

In den vergangenen Wochen ist die Zahl der Corona-Intensivpatienten deutlich gestiegen.

Vor diesem Hintergrund fordert der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, den von der Wissenschaftsakademie Leopoldina empfohlenen harten Lockdown. Gaß argumentierte ähnlich wie Söder: "Die große Chance eines harten Lockdowns über drei Wochen ist es, dass die Infizierten nicht mehr mit Gesunden in Kontakt treten. Dann hat das Virus keine Chance, sich zu verbreiten", sagte Gaß der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstag). Als "besorgniserregend hoch" bezeichnete er die hohe Zahl von Corona-Toten. "Es sterben mehr Menschen als normal und wir erleben eine Übersterblichkeit. Das sind verlorene Lebensjahre von vielen Menschen und vor allem von Älteren."

Auch die Vorsitzende des Ärzteverbandes Marburger Bund, Susanne Johna, betonte: "Das ärztliche und pflegerische Personal arbeitet am Anschlag." Die verschärften Maßnahmen in einigen Regionen seien zweifellos mit Härten verbunden, aber ohne vernünftige Alternative, sagte Johna der "Rheinischen Post" (Donnerstag). Baden-Württembergs Innenminister und CDU-Bundesvize Thomas Strobl sagte der "Rheinischen Post" (Donnerstag): "Es geht um Menschenleben und es geht um die Gesundheit vieler Menschen". Jeder Tag zähle, fügte er hinzu.

+++ Forderungen nach Lockdown - auch Gesundheitsminister Spahn plädiert dafür +++

Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, verlangte schärfere Corona-Regeln vom ersten Weihnachtsfeiertag an. "Bund und Länder sollten die bisher vereinbarten Lockerungen nach dem 24. Dezember wieder zurücknehmen. Für die Zeit vom 25. Dezember bis 10. Januar brauchen wir härtere Maßnahmen", sagte Landsberg der "Rheinischen Post" (Donnerstag). Der Einzelhandel solle bis Weihnachten geöffnet bleiben, sagte Landsberg weiter. Schließungen vor den Feiertagen halte er nicht für praktikabel, auch wäre der wirtschaftliche Schaden immens. "Das würde in der Bevölkerung auch nicht auf Akzeptanz stoßen, die wir aber für den Erfolg der Maßnahmen dringend benötigen."

In Schleswig-Holstein, wo die Infektionszahlen steigen, aber im bundesweiten Vergleich noch niedrig sind, soll der Corona-Kurs ebenfalls verschärft werden. Es sei notwendig, "dass wir spätestens ab Weihnachten in einen harten Lockdown gehen - um die Zeit über den Jahreswechsel zu nutzen, diese gefährliche Entwicklung in Deutschland zu stoppen", sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) Mittwochabend in Kiel.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte, das Land brauche um den Jahreswechsel zwei Wochen, "wo wir insgesamt Kontakte reduzieren, runterfahren, Schulen geschlossen sind, damit wir diesem Virus einfach mal zwei Wochen so gut wie gar keine Chance geben, um auch auf ein anderes Niveau wieder zu kommen."

+++ Spahn äußert Impfprognose für 2021 +++

Spahn äußerte ferner die Erwartung, dass spätestens im Herbst 2021 ausreichend Impfstoff für die gesamte Bevölkerung vorhanden ist. Deutschland habe sich 300 Millionen Impfstoffdosen bei verschiedenen Herstellern gesichert. "Die werden jetzt Zug um Zug ausgeliefert und verimpft werden", sagte der Gesundheitsminister. "Wenn all die Zulassungen kommen über den Zeitraum, in dem wir es erwarten, dann können wir spätestens im dritten Quartal jedem in Deutschland, der geimpft werden will, ein Impfangebot machen." Mit ersten Impfungen wird spätestens im Januar gerechnet.

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sig/news.de/dpa

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