13.11.2020, 13.25 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Corona-Fälle auf Rekordhoch! Bundesregierung will Maßnahmen NICHT lockern

Hat der Teil-Lockdown im November die zweite Corona-Welle gebrochen? Am Montag ziehen Kanzlerin und Ministerpräsidenten eine erste Zwischenbilanz. Doch die 23.542 neuen Corona-Fälle lassen die Hoffnung auf eine baldige Lockerung der Corona-Maßnahmen schwinden. Die aktuellen Coronavirus-News vom Freitag im Ticker.

Die Corona-News des Tages im Überblick: Eine Krankenpflegerin trägt auf der Corona-Station Schutzkleidung. Bild: dpa

Hat der Teil-Lockdown im November sein Ziel verfehlt? In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 23.542 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Damit ist am Freitag ein neuer Höchststand erreicht worden, wie aus den Angaben des RKI vom Morgen hervorgeht. Am vergangenen Samstag war mit 23.399 verzeichneten Fällen der bisherige Spitzenwert erreicht worden. Im Vergleich zum Donnerstag stieg die Zahl der gemeldeten Fälle am Freitag um knapp 1700.

Coronavirus-News aktuell: RKI-Zahlen schnellen erneut auf Rekordhoch

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 751.095 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 13.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Freitag um 218 auf insgesamt 12 200. Am Donnerstag hatte diese Steigerung 215 Fälle betragen. Das RKI schätzt, dass rund 481 700 der registrierten Infizierten inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,93 (Vortag: 0,89). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 93 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Lesen Sie auch: Zoff um längere Corona-Ferien vor Weihnachten

Die aktuelle Corona-Lage in Deutschland im News-Ticker

 

+++ 13.11.2020: Bundesregierung stuft Schweden und Kanada als Risikogebiete ein +++


Wegen steigender Infektionszahlen hat die Bundesregierung ganz Schweden und ganz Kanada ab Sonntag als Corona-Risikogebiete eingestuft. Zudem wurden am Freitag Regionen in Griechenland, Großbritannien, Norwegen, Lettland, Estland und ein französisches Überseegebiet auf die vom Robert Koch-Institut geführte Risikoliste gesetzt. Eine Region in Finnland wurde dagegen wieder gestrichen. Das skandinavische Land ist damit das einzige in Europa ohne Risikogebiet.

Die Einstufung als Risikogebiet und die damit automatisch verbundenen Reisewarnungen des Auswärtigen Amts bedeuten zwar kein Reiseverbot, sollen aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben. Das Gute für Urlauber: Sie können bereits gebuchte Reisen stornieren, wenn ihr Ziel zum Risikogebiet erklärt wird. Das Schlechte: Rückkehrer aus den Risikogebieten müssen derzeit bis zu 10 Tage in Quarantäne, können sich aber durch einen negativen Test ab dem fünften Tag nach Einreise davon vorzeitig befreien lassen.

+++ 13.11.2020: Bundesregierung will Einschränkungen wegen Corona nicht lockern +++

Nach der Halbzeit des Teil-Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland will die Bundesregierung an den Einschränkungen absehbar festhalten. "Für die Bundesregierung kann ich sagen, dass bei diesem Stand der Dinge für Montag jedenfalls keine Lockerungen von Einschränkungen zu erwarten sind", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. "Die kann es noch nicht geben." An diesem Montag beraten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten über die seit Anfang vergangener Woche geltenden Einschränkungen. Bereits bislang war geplant, dass diese den ganzen November über aufrecht erhalten bleiben. Mit den Worten Seiberts bleibt nun zunächst weiter unklar, ob weitere Maßnahmen für nötig gehalten werden und wie es danach weitergeht.

Seibert wies darauf hin, dass sich weiter immer mehr Menschen mit dem Virus anstecken. «Der Anstieg der Zahlen hat sich abgeflacht, aber sie steigen eben immer noch an." Er sagte, es müsse abgewartet werden, wie die Maßnahmen wirken. "Jeder Tag zählt." Es sei zu früh für ein abschließendes Urteil. Mit Lockerungen würde das Land steigende Infektionszahlen riskieren, sagte Seibert. Er rief einen Satz von Merkel in Erinnerung: "Es soll kein Weihnachten in Einsamkeit werden." Um das zu erreichen, komme es aber auf die Verantwortung jedes Einzelnen an.

Offen ist es nach seinen Worten, ob die Lage an den Schulen bei den Beratungen am Montag eine Rolle spielen werden. "Für die Bundesregierung war immer klar, wir wollen, so gut es möglich ist, die Schulen offen halten." Die Politik habe ein großes Interesse, dass die Kinder weiter in die Schulen gehen könnten. Digitales Homeschooling könne nicht alles ersetzen. Fragen etwa zur Maskenpflicht im Unterricht seien Ländersache.

Wirtschaftshilfe soll es unterdessen auch weit nach November geben, wie eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums bekräftigte. So komme eine Überbrückungshilfe 3, die es über den Dezember hinaus gebe. "Es gibt ein reichhaltiges Portfolio an Hilfen."

+++ 13.11.2020: Intensivmediziner warnen vor Remdesivir +++

Einige von  Europas führenden Intensivmediziner warnen nun vor einer Behandlung mit dem Corona-Medikament Remdesivir des US-Biotechkonzerns Gilead, berichtet "n-tv". Es sollte nicht routinemäßig bei Covid-19-Patienten angewendet werden, sagt der Präsident der Europäischen Intensivmedizin-Vereinigung ESICM, Jozef Kesecioglu. Laut einer im Oktober veröffentlichten Studie der WHO geht hervor geht hervor, dass das Medikament keinen positiven Einfluss auf die Genesung von Covid-19-Patienten hat. Zuvor hat eine US-Studie das Gegenteil berichtet. Hier hätten Forscher eine positive Wirkung gesehen. 

+++ 13.11.2020: Kretzschmar-Appell: Müssen alle an einem Strang ziehen +++

Stefan Kretzschmar hat in der aktuellen Situation im deutschen Handball durch die Coronavirus-Pandemie zum Zusammenhalt aufgerufen. Nachdem es jüngst zu vier positiven Tests in der Nationalmannschaft gekommen war und erste Partien in der Bundesliga abgesagt wurden, schrieb der ehemalige Profi und jetzige Vorstand der Füchse Berlin am Freitag bei Instagram: "Es sind schwierige Zeiten, in denen wir uns befinden & die wir verantwortungsbewusst zu bewältigen haben. Aber wie ist die Lösung? Wie macht man es richtig? Es gibt so viele Fragezeichen, so viele Interessen. Es geht um das Überleben unserer Sportart, des Sportes allgemein, ganzer Wirtschaftszweige." Allen voran gehe es aber um die Gesundheit.

Nach der Absage von vier Partien des siebten Spieltags war Kritik laut geworden. Kai Wandschneider, Trainer der HSG Wetzler, hatte nach dem 31:22-Sieg seiner Mannschaft am Donnerstagabend gegen Aufsteiger HSC 2000 Coburg gesagt: "Ich hätte mir gewünscht, dass die HBL entschieden hätte, dass unsere Partie ausfällt. Wir verstehen nicht, wieso mit zweierlei Maß gemessen wird."

Kretzschmar appellierte: "Wir müssen in den nächsten Tagen & Wochen Entscheidungen treffen, die ALLE mittragen." Verantwortung, Weitsicht, Mut und Kompromissbereitschaft seien gefragt. "Solidarität hat uns bisher im Handball ausgezeichnet. Wir dürfen jetzt nicht damit anfangen, dass jeder nur an sich denkt. Es ist schwierig und es klingt plakativ, aber wir (Funktionäre, Trainer, Spieler) müssen alle an einem Strang ziehen und eine akzeptable Lösung finden." Wie die aussehen könnte, schrieb Kretzschmar nicht, forderte aber, "nicht anderen den schwarzen Peter andauernd zuschieben zu wollen".

+++ 13.11.2020: Spahn verteidigt Teil-Shutdown - Lindner fordert Alternativen +++


Wenn es nach Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht, kann der Teil-Lockdown den besonderen Schutz für Risikopatienten nicht ersetzen. "Das ist keine Alternative, die Risikogruppen zu schützen oder jetzt die Zahlen im November runterzubringen - beides muss passieren", sagte Spahn am Freitagmorgen im ARD-"Morgenmagazin".

FDP-Chef Christian Lindner hatte zuvor ebenfalls im "Morgenmagazin" erneut den Teil-Shutdown kritisiert und alternative Maßnahmen vorgeschlagen. Man könne zum Beispiel besonders wirksame FFP2-Masken in Apotheken kostenlos an Ältere und Vorerkrankte verteilen lassen. Lindner zweifelte an der Schließung gastronomischer. "Das hat keinen Effekt auf die Pandemie, zumindestens keinen größeren Effekt auf die Pandemie im Verhältnis zu dem Schaden, der entsteht." Zu den Bereichen, in denen es kein Infektionsgeschehen gegeben habe, gehöre auch die Gastronomie. Einer Studie von Forschern der US-Universität Stanford zufolge passiert ein Großteil der Coronavirus-Infektionen hingegen unter anderem in Restaurants und Cafés.

"Wir sehen in den Zahlen, das Maßnahmen zeitverzögert wirken. Und jetzt sind gerade einmal zehn Tage her, seitdem die neuen Maßnahmen in Kraft getreten sind." Die Ausbreitung des Virus steigere sich zwar weniger stark. "Aber wir müssen runter. Da sind wir eben noch nicht, wo wir hinmüssen", sagte Spahn auf die Frage, ob der Wellenbrecher-Lockdown bereits etwas bewirkt hat.

+++ 13.11.2020: Teil-Lockdown noch mit wenig Wirkung - Keine Lockerungen zu erwarten +++

Hat der Teil-Lockdown im November die zweite Corona-Welle gebrochen? Am Montag ziehen Kanzlerin und Ministerpräsidenten eine erste Zwischenbilanz. Für neue Beschlüsse ist es wohl zu früh. Mehrere Ministerpräsidenten haben Erwartungen an neue Beschlüsse bei den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Pandemie am kommenden Montag gedämpft. Doch mit erneut über 23.000 Neuinfektionen bleibt die Corona-Lage ernst - für Hoffnungen auf Lockerungen scheint es derzeit keinen Anlass zu geben.

Kanzlerin Merkel stimmte die Bevölkerung am Donnerstag auf "schwere Wintermonate" ein. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte im rbb-Inforadio, Veranstaltungen mit mehr als 10 bis 15 Personen wie etwa Weihnachtsfeiern sehe er "in diesem Winter nicht mehr" stattfinden. "Wir müssen noch ein paar Monate die Pobacken zusammenkneifen", kündigte der Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, an.

+++ 13.11.2020: 106-Jährige übersteht Covid-19 +++

Diese Nachricht lässt hoffen: Eine 106 Jahre alte Frau ist in Brandenburg von ihrer Covid-19-Erkrankung genesen. Sie sei schon am Dienstag entlassen worden, teilten die Oberhavel-Kliniken in Oranienburg am Donnerstag mit. "Die Patientin verfügt für das hohe Alter über einen sehr guten Allgemeinzustand, so dass ihr Immunsystem mit unserer Unterstützung das Virus erfolgreich bekämpfen konnte", erklärte Chefarzt Harald Pannwitz.

Über die 106-Jährige hieß es weiter, sie sei wegen Bauchkrämpfen und Durchfall in die Oranienburger Klinik gekommen, nennenswerte Atemwegsbeschwerden habe sie nicht gehabt. Ein Test habe aber die Covid-19-Erkrankung bestätigt. Die Patientin sei umgehend isoliert untergebracht worden. Ein Name wurde auf Wunsch der Patientin nicht genannt. Die Frau sei eine der Ältesten, die in den Häusern der Oberhavel-Kliniken von einer Covid-19-Erkrankung genesen seien, hieß es.

+++ 13.11.2020: Jeder dritte Deutsche hat Angst vor Corona +++

Unmittelbar vor Beginn des aktuellen Teil-Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat sich mehr als jeder dritte Bundesbürger vor einer Ansteckung mit dem Virus gefürchtet. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Forsa-Instituts, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Das Forsa-Institut hatte die Umfrage am 29. und 30. Oktober im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit durchgeführt. 92 Prozent der Bürger ab 14 Jahre halten demnach laut eigenem Bekunden die Corona-Schutzregeln ein.

Besonders ältere Menschen sorgen sich laut der Umfrage wegen des Erregers und der von ihm ausgelösten Krankheit: Fast jeder Zweite ab 60 Jahren hat Angst vor Covid-19. Quer durch alle Altersgruppen sind es 37 Prozent.

+++ 13.11.2020: Pflege soll besser entlohnt werden - Zwischenbericht wird vorgestellt +++

Die Bundesregierung will die Arbeit in der Pflege attraktiver machen und setzt dabei auf höhere Löhne und die Entlastungen für Pflegekräfte. "Pflege soll regelhaft besser entlohnt werden. Dafür soll nach Überlegungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Zahlung einer Entlohnung nach Tarif sozialrechtlich verankert werden", heißt es einem dem Nachrichtenportal "ThePioneer" (Freitag) vorliegenden Zwischenbericht zur sogenannten Konzertierten Aktion Pflege. Die Finanzierung bleibe jedoch offen. Der Bericht soll am Freitag von Spahn (CDU), Familienministerin Franziska Giffey und Arbeitsminister Hubertus Heil (beide SPD) präsentiert werden.

Entlastung für Pflegekräfte soll unter anderem eine bessere Vereinbarkeit von Job und Familie bringen. Laut Bericht haben Heime inzwischen Fördermittel etwa für Betreuungsangebote in Höhe von 870.000 Euro erhalten. Zudem setzen Regierung und Pflegebranche auf digitale Unterstützung.

+++ 13.11.2020: Verband: Innenstadt-Handel würde neue Schließung nicht überleben +++

 

Viele Geschäfte in den Innenstädten würden eine erneute Schließung wegen der Corona-Pandemie nach Einschätzung des Branchenverbands HDE nicht überleben. Die Weihnachtszeit sei die mit Abstand umsatzstärkste Phase des Jahres, sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der Deutschen Presse-Agentur. "Sollten jetzt erneut Läden geschlossen werden, ist das für die Innenstadthändler nicht mehr zu kompensieren." In der Folge drohten ganze Innenstädte "zu kippen".

Mit Blick auf die anstehenden Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten forderte Genth die Bundesregierung auf, bei ihren Hilfen nachzubessern. Schon heute seien die finanziellen Rücklagen der Läden meist aufgebraucht. Ohne massive Hilfen könnten bis zum Ende der Krise nach Einschätzung des HDE 50.000 Geschäfte verloren gehen. Dabei habe der Einzelhandel in den vergangenen Monaten bewiesen, dass er kein Corona-Hotspot sei.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

sba/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser