09.11.2020, 09.30 Uhr

Karneval feiert Saisonbeginn am 11.11.2020: Fünfte Jahreszeit nicht abgesagt! Hier sind Sie in TV und Live-Stream dabei

Coronavirus statt Karnevalsfieber: Feucht-fröhliche Karnevalsstimmung am 11.11. wird es in diesem Jahr nicht geben. Wo Jecken trotz Absagen in Köln, Mainz und Düsseldorf in TV und Live-Stream auf ihre Kosten kommen, verraten wir Ihnen hier.

Die Corona-Pandemie macht dem Karnevalsbeginn am 11.11.2020 einen Strich durch die Rechnung. Bild: Federico Gambarini / picture alliance / dpa

Feuchtfröhliche Sitzungen und große Rosenmontagszüge sind in Corona-Zeiten tabu - zu groß ist die Gefahr, dass neue Hotspots entstehen und die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in Deutschland weiter steigen lässt. Der Beginn der Karnevalszeit am 11.11.2020 fällt genau in den Ende Oktober beschlossenen Lockdown, der öffentlichen Unterhaltungsevents und Menschenansammlungen einen Strich durch die Rechnung macht. Doch Närrinnen und Narren müssen keinesfalls ohne Karnevalsflair auskommen - Kreativität lautet das Gebot der Stunde.

Narren planen Karneval wegen Corona "völlig anders, völlig neu"

Nach der Absage von klassischen Karnevalssitzungen und -Zügen wollen die rheinischen Narren ihr Fest während der Corona-Pandemie auf neue Art feiern. "Die Absage bezieht sich auf die Formate, wie wir sie kennen", sagte der oberste Kölner Karnevalist Christoph Kuckelkorn. "Ab jetzt planen wir völlig anders, völlig neu."

Der Karneval, so wie man ihn kenne, sei dieses Mal nicht möglich. "Wir haben in den letzten Wochen immer gesagt, dass Feiern um jeden Preis nicht unser Karneval sein kann", betonte Kuckelkorn bereits Ende September. Mit dem Karneval sei es aber wie mit Weihnachten: "Weihnachten findet statt - auch wenn kein Weihnachtsmarkt stattfindet." Es gehe jetzt darum, "kreativ zu werden und das Herz des Fastelovends herauszuarbeiten". "Fastelovend" ist der traditionelle Kölner Begriff für Karneval. Gefragt seien kleine und sichere Veranstaltungen, sagte Kuckelkorn.

Karnevalsfans wollen "Hoppeditz' Erwachen" am 11.11.2020 zelebrieren - trotz Corona-Pandemie

So soll am 11.11., dem Beginn der Karnevalszeit, sowohl die traditionelle Eröffnungsveranstaltung in Düsseldorf - Hoppeditz' Erwachen - stattfinden als auch die Auftaktfeier in Köln. Diese Feier mit den bekanntesten Karnevalsbands werde allerdings nicht wie sonst auf dem Heumarkt in der Altstadt mit vielen tausend Zuschauern abgehalten, sondern unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Kölner Wagenbauhalle. Der Westdeutsche Rundfunk werde die ganze fünfeinhalb Stunden lange Show live im Fernsehen übertragen. Der Karneval komme also zu den Menschen nach Hause. Deshalb solle auch niemand zum Feiern in die Stadt fahren. Normalerweise kommen am 11. November mehrere hunderttausend Menschen von auswärts nach Köln. In diesem Jahr wird es jedoch eine Form der Veranstaltung sein, die "in die Zeit passt".

Karneval abgesagt! Sessionseröffnung am 11.11. wegen Corona-Pandemie in NRW gestrichen

Ende September hatten die großen Karnevalsverbände von Köln, Düsseldorf, Aachen und Bonn mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung abgesprochen, dass es in der Saison 2020/21 keinen Sitzungskarneval geben soll und keine Karnevalszüge in bekannter Form. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) twitterte am Samstag: "Wir haben auf den Konsens mit den tausenden Engagierten im Karnevalsbrauchtum gesetzt: Karnevalsumzüge, Straßenkarneval u Party auf engem Raum wird es in der Session 2020/21 nicht geben. Danke allen für das gemeinsame Verständnis."

Der Aachener Karnevalschef Frank Prömpeler sagte, der Karneval habe sich immer schon weiterentwickelt, und jetzt seien Ideen im kleinen Rahmen, etwa in Pfarr- und Vereinsheimen, gefragt. "Gerade dieser versteckte Karneval ist der, wo es auch viele persönliche Momente gibt", sagte Prömpeler.

Kuckelkorn wies darauf hin, das "Konzept Konzert" sei ja schon etabliert und biete ein Fenster auch für den Karneval. Man setze jetzt auf die "karnevalistische Kulturveranstaltung", die sich deutlich von der klassischen Karnevalssitzung unterscheide.

Karneval in TV und Live-Stream sehen: Sessionseröffnung am 11.11.2020 im WDR oder im Live-Stream

Wenn das Dreigestirn in Köln die Karnevalssession am 11.11. um 11.11 Uhr offiziell einläutet, können Närrinnen und Narren das Spektakel ganz bequem im heimischen Wohnzimmer miterleben. Der WDR ist mit Susanne Wieseler im Kölner Karnevalsmuseum live vor Ort, um die Sessionseröffnung 2020 live und in Farbe zu übertragen. Die Live-Sendung im Westdeutschen Rundfunk beginnt am 11. November bereits um 10.45 Uhr mit dem ersten Teil von "11.11. Sessionseröffnung - Alles anders!". Teil 2 schließt sich nach einer kurzen Unterbrechung ab 13.00 Uhr an.

"11.11. Sessionseröffnung - Alles anders!": WDR überträgt Karnevalsspektakel live aus Köln

Stimmung vom feinsten ist dank Gäste wie Hans Süper, Ludwig Sebus, Brings, Höhner oder Bläck Fööss praktisch garantiert, auch wenn kein Publikum anwesend sein wird. Trotzdem können Karnevalsfans die Sendung mitgestalten: Der WDR nimmt in den sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #wdrjeck Grüße entgegen, die dann live im TV ausgestrahlt werden.

Wer von Karneval auch nach der Sessionseröffnung einfach nicht genug bekommt, sollte sich auch in den Abendstunden des 11.11. die TV-Fernbedienung sichern und im WDR vorbeizappen. Ab 22.15 sendet der Westdeutsche Rundfunk "11.11. - Köln singt Zohus". In der Nacht zu Donnerstag, dem 12.11.2020, gibt es ab 00.15 Uhr einen Frontalangriff auf die Lachmuskeln in "Das lustige Alphabet des Karnevals in Nordrhein-Westfalen", ebenfalls im WDR zu sehen. Wer mag, kann die Karnevalssendungen auch im Live-Stream der WDR Mediathek parallel zur TV-Ausstrahlung verfolgen.

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Karneval 2020 abgesagt? Alle News aus Köln, Mainz und Düsseldorf im News-Ticker

Wie sich die Karnevalsplanungen 2020 in den Hochburgen Köln, Manz, Düsseldorf und Co. entwickeln, erfahren Karnevalsfans hier im News-Überblick.

+++ 09.11.2020:Karnevalisten eröffnen Session am 11.11. erstmals digital +++

 

Närrisches Feiern auf Plätzen und Straßen zum Start in die neue Karnevalssession fällt an diesem 11.11. wegen der Corona-Pandemie aus: Daher lädt der Bund Deutscher Karneval (BDK) zur bundesweit ersten digitalen Eröffnung der Session ein - rund um den offiziellen Startschuss um 11.11 Uhr. "Wir wollen in diesen Zeiten trotzdem präsent sein und die Freude in die Wohnzimmer bringen", sagte BDK-Präsident Klaus-Ludwig Fess am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Bexbach. Es sei aber kein Aufruf zum Partymachen. "Die Leute sollen zuhause bleiben und nicht rausgehen."

Bei einem Live-Stream, der im Internet unter anderem über die Seite www.karnevaldeutschland.de (ab 10.45 Uhr) zu sehen sein wird, werde ein buntes Programm geboten: Unter anderem soll ein neues Musikvideo mit einem speziellen BDK-Song "Die längste Polonaise auf der Welt", bei der jeder 1,50 Meter Abstand hält, präsentiert werden. Zudem gibt es Video-Botschaften, eine Talkrunde und Witziges: "Wir wollen die Menschen aus dem Alltag herausreißen und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Wir lachen durch die Pandemie zu wenig", sagte Fess.

Der Start in die fünfte Jahreszeit gehe in diesem Jahr eben auch anders. "Wir zeigen neue Formate." Neben dem saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans (CDU) und der rheinland-pfälzischen Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) werde auch BDK-Sonderbotschafterin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) mit einer Video-Botschaft dabei sein, kündigte Fess an.

Wegen Corona sind Veranstaltungen mit vielen Menschen für die Session 2020/21 abgesagt. Der BDK zählt bundesweit rund 2,6 Millionen Mitglieder in mehr als 5.300 Vereinen und Zünften. Karneval, wie "wir ihn in den letzten Jahren erlebt haben, wird es in allen 16 Bundesländern so nicht geben", sagte der Präsident. Das heiße aber trotz allem nicht, dass der Fasching oder Karneval ausgesetzt sei. "Er wird andere Formen finden müssen", sagte Fess. In alternativen kleineren Formaten oder eben digital.

+++ 29.10.2020: Düsseldorfer Prinzenpaar bekommt wegen Corona zweite Karnevalssession +++

Wie das Kölner Dreigestirn wird auch das designierte Düsseldorfer Prinzenpaar das närrische Volk für die Dauer von zwei Sessionen regieren. Das Comitee Düsseldorfer Carneval sprach bei der Bekanntgabe seines Beschlusses am Donnerstag von einer Premiere. Das Motto "Wir feiern das Leben" werde ebenfalls bis Ende der Session 2022 gelten. Der Termin der Kürung von Dirk Mecklenbrauck und Uåsa Katharina Maisch müsse wegen der verschärften Corona-Beschränkungen erneut verschoben werden. Angepeilt werde dafür nun ein neuer Termin im Januar 2021.

Völlig ohne Publikum vor Ort werde der Hoppeditz am 11.11. um 11:11 Uhr aus seinem Senftopf klettern, um seine mit Spannung erwartete Rede zu halten. Die traditionelle Zeremonie in einem Innenhof des Düsseldorfer Rathauses werde allerdings per Video-Stream live ins Internet auf Facebook, YouTube und auf die CC-Website übertragen.

Das Festkomitees Kölner Karneval hatte am Montag angekündigt, dass das Dreigestirn aus Prinz, Bauer und Jungfrau in der Stadt zwei Amtszeiten regieren werde. Viele Höhepunkte der kommenden Session wie der Rosenmontagszug könnten so nicht stattfinden. Daher habe man dem designierten Dreigestirn angeboten, "in die Verlängerung" zu gehen.

+++ Keine Fastnachtsfeier am 11.11. in Mainz +++

Der Mainzer Carneval-Verein (MCV) hat jetzt auch die zuletzt im kleinen Rahmen geplante Feier zum Start der Fastnacht am 11.11. abgesagt. "Es tut uns unendlich leid, aber es gibt für uns derzeit keine Alternative", sagte MCV-Präsident Reinhard Urban am Donnerstag. Der 11.11. hat in Mainz keine so große Tradition wie in den anderen Karnevalshochburgen am Rhein. In den vergangenen Jahren kamen aber Tausende zum ersten Narrentreiben auf dem Mainzer Schillerplatz zusammen.

Bis zuletzt hatten nach Angaben Urbans alle Beteiligten an einem Konzept für eine kleine Feier im Osteiner Hof gefeilt, einem barocken Adelspalais am Schillerplatz. Diese hätte live vom SWR übertragen werden sollen. Aufgrund der aktuellen Infektionslage und nach den Corona-Beschlüssen vom Mittwoch sei aber klar gewesen, dass es unter diesen Umständen keine Veranstaltung zum 11.11. geben könne, erklärte Urban. "Eine Fastnachtsübertragung, die von Leichtigkeit und Frohsinn geprägt sein sollte, wäre unter den gegenwärtigen Bedingungen für mich nicht mehr darstellbar gewesen", fügte SWR-Hauptabteilungsleiter Günther Dudek hinzu. Der MCV rief die Mainzer Fastnachter dazu auf, die Narrencharta selbst zu verlesen und dies über die sozialen Medien zu teilen.

Am Dienstag hatte schon die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) klargestellt, dass der Karnevalsauftakt am 11.11. dieses Jahr in ihrer Stadt wegen Corona ausfallen muss.

+++ Geringere Nachfrage nach Kostümen nach abgesagtem 11.11. +++

Nach dem weitgehend abgesagten Karnevalsauftakt zum 11.11. ist die Nachfrage nach Kostümen in diesem Jahr eher lau. "Es ist natürlich deutlich zurückgegangen", sagte am Mittwoch ein Sprecher des Kostümhauses Deiters. Halloween-Kostüme liefen aber gut. Kostümwünsche, die in irgendeiner Weise auf die Corona-Pandemie anspielten, seien ihm nicht bekannt. Vom Kostümanbieter Karnevalswierts hieß es: "No Kommentar." Am Dienstag hatte die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) gesagt, dass der 11.11. dieses Jahr wegen Corona leider ausfallen müsse.

+++ 27.10.2020: Köln will mit Alkoholverbot Karnevalstouristen abschrecken +++

Mit einem ganztägigen Alkoholverbot außerhalb von Gaststätten will Köln am 11.11. Karnevalstouristen abschrecken. Die Corona-Pandemie mache das Feiern zum traditionellen Start in die neue Karnevalssaison dieses Jahr unmöglich, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker am Dienstag.

"Deswegen werden wir neben den bereits bestehenden Kontaktbeschränkungen und Sperrzeiten zusätzlich am 11.11. ganztägig und auf dem gesamten Stadtgebiet ein Alkoholkonsumverbot und ein Alkoholverkaufsverbot außerhalb von Gaststätten erlassen", kündigte die parteilose Politikerin an. Das Verbot beziehe sich auf Straßen, nicht auf Privatwohnungen, stellte ein Sprecher der Stadt auf Nachfrage klar.

Reker appellierte in einer Pressekonferenz im Historischen Rathaus an alle Bürgerinnen und Bürger: "Wir alle müssen auf das Feiern am 11.11. verzichten. Diesmal wird nicht gefeiert, diesmal wird nicht gesungen, diesmal wird nicht geschunkelt, diesmal wird nicht getanzt. Diesmal gibt es keinen 11.11. Es ist in diesem Jahr nur ein Tag im Kalender wie jeder andere auch."

In geradezu beschwörenden Formulierungen richtete sich Reker an die Öffentlichkeit: "Bleibt bitte alle zu Hause. Feiert auch zu Hause nicht." Das gleiche gelte für all diejenigen, die normalerweise aus anderen Regionen zum Feiern nach Köln reisten - sie sollten diesmal wegbleiben.

Mit einer Plakataktion will Köln in den nächsten Wochen für die strikte Linie werben. Auf den Plakaten sind Prominente wie die Schauspielerin und Moderatorin Janine Kunze zu sehen, dazu ein Spruch wie: "Am 11.11. feiere ich nicht. Weil es dein Leben schützt." Es soll lediglich eine WDR-Fernsehübertragung mit Karnevalsbands geben.

Karnevalspräsident Christoph Kuckelkorn sagte, die Jecken seien "tieftraurig" darüber, dass sie diesmal keine Farbe in den trüben November bringen könnten. "Aber gleichzeitig sind wir auch erleichtert", sagte er. "Erleichtert darüber, dass wir gemeinsam diesen Tag einfach in Ruhe und Stille begehen, uns daran erinnern, wie er früher war und uns darauf freuen, dass wir ihn bald wieder so erleben können, hoffentlich, wie wir ihn kennen." Eine Sorge sei noch, dass es im privaten Bereich zu Feiern kommen könne.

Öffentliche Toiletten sollen dieses Jahr nicht aufgestellt werden - weil man ja keine Feiernden will. Der Leiter des Ordnungsamtes, Wolfgang Büscher, räumte ein, dass dies möglicherweise zu einer stärkeren Belästigung durch Wildpinkler führen könne, falls doch Leute anreisen sollten.

+++ 26.10.2020: Kölner Dreigestirn bekommt wegen Corona zweite Karnevalssession +++

Der Kölner Karneval reagiert mit einer historischen Neuerung auf die Corona-Pandemie: Erstmals wird das Dreigestirn aus Prinz, Bauer und Jungfrau in der Stadt zwei Amtszeiten regieren. Das kündigte Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, am Montag an. Viele Höhepunkte der kommenden Session - etwa der Rosenmontagszug - könnten so nicht stattfinden, erklärte er. Daher habe man dem designierten Dreigestirn angeboten, "in die Verlängerung" zu gehen. Nach Angaben des Festkomitees geschieht das zum ersten Mal in der Geschichte des Kölner Karnevals. Mehrere Medien hatten berichtet.

Der designierte Prinz Sven I. - bürgerlich Sven Oleff, aufgewachsen in Köln-Nippes - sagte, für ihn erfülle sich ein Lebenstraum. "Es geht uns nicht um Feiern um jeden Preis. Ganz im Gegenteil. Wir möchten unsere Dreigestirnszeit unter drei Oberbegriffe stellen: Das ist zum einen Lebensmut, Zuversicht und Achtsamkeit." Wenn die Pandemie eines gelehrt habe, dann, dass es manchmal ganz gut sei, zu entschleunigen. "Wir glauben, dass auch diese Entschleunigung dem Kölner Karneval gut tun wird."

Das Kölner Dreigestirn ist in Köln das, was in anderen Hochburgen zum Beispiel das Prinzenpaar ist. Prinz, Bauer und Jungfrau absolvieren in normalen Zeiten etliche Auftritte in Sälen und auf Bühnen. Auch in Düsseldorf könnte das Prinzenpaar wegen der Corona-Pandemie ein weiteres Jahr im Amt bleiben.

+++ 15.10.2020: Bund Deutscher Karneval rät zu Verzicht auf Umzüge und Sitzungen +++

Der Bund Deutscher Karneval (BDK) ruft wegen Corona für die Session 2020/21 zum Verzicht auf Rosenmontagszüge und große Narren-Sitzungen auf. "Das gebietet die Verantwortung für die Aktiven der Vereine wie auch für das Publikum", sagte BDK-Präsident Klaus-Ludwig Fess am Donnerstagabend im saarländischen Bexbach. Zudem werde die Turniersaison im karnevalistischen Tanzsport abgesagt - die deutsche Meisterschaft in Köln im März finde nicht statt. Der BDK zählt bundesweit rund 2,6 Millionen Mitglieder in mehr als 5.300 Vereinen und Zünften.

"Es trifft uns emotional alle. Es ist natürlich ein großes Desaster gerade für ganz viele Aktive, die sich in den letzten Monaten schon vorbereitet haben", sagte Fess. Angesichts der hohen Corona-Fallzahlen müsse man aber Verantwortung übernehmen. Klar sei in der bevorstehenden Session: Karneval, wie "wir ihn in den letzten Jahren erlebt haben, wird es in allen 16 Bundesländern so nicht geben".

Das heiße aber trotz allem nicht, dass der Fasching oder Karneval ausgesetzt sei. "Er wird andere Formen finden müssen", sagte Fess. In alternativen kleineren Formaten - wie zum Beispiel Platzkonzerte unter Einhaltung von Abstandsregeln und digital präsentierte karnevalistische Unterhaltung. Der BDK habe sich immer gegen ein pauschales Verbot von Fastnachts- und Karnevalsveranstaltungen ausgesprochen.

Vizepräsident Peter Krawietz wandte sich direkt an die Vereine: "Wir empfehlen, nehmen Sie Abstand von Großveranstaltungen in Sälen mit großen Menschenansammlungen. Organisieren sie keine Umzüge in stark bevölkerten Gemeinden und Ortschaften." Zudem solle auf Alkohol verzichtet werden. Die Empfehlung gelte auch für Regionen, die keine Risikogebiete seien - und bis zum Ende der Session Ende Februar 2021.

Bislang habe der BDK einmal eine bereits laufende Session abgesagt: 1991 beim Golfkrieg, sagte Krawietz. "Ich erinnere mich nicht, dass man von Anfang an gesagt hat, die auf uns zukommende Kampagne wird wahrscheinlich nicht stattfinden können in der Art, das muss man immer wieder betonen, wie wir das normal gewöhnt sind."

+++ 08.10.2020: Fastnachtsstart in Mainz unter Ausschluss der Öffentlichkeit +++ 

Beim Start der Fastnacht in Mainz am 11.11. samt der Verlesung des närrischen Grundgesetzes wird die Öffentlichkeit wegen der Corona-Pandemie ausgeschlossen sein. Die Proklamation des närrischen Grundgesetzes werde zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Virus nicht auf dem Mainzer Schillerplatz in der Innenstadt gefeiert, teilte der Sender SWR am Donnerstag mit. Sie finde stattdessen in einem kleineren Kreis im Osteiner Hof statt. Der Sender werde das im Fernsehen übertragen, damit die Mainzer Narren trotzdem teilhaben können.

+++ 25.09.2020: Wegen Corona: Rio verschiebt weltberühmten Karneval +++

Die brasilianische Metropole Rio de Janeiro verschiebt wegen der Corona-Pandemie den weltberühmten Karneval. Ein neuer Termin hängt laut dem Verband der Sambaschulen davon ab, wann es eine Impfkampagne geben wird, wie das Nachrichtenportal "G1" am Donnerstagabend (Ortszeit) berichtete.

Eigentlich sollte der Karneval in Rio im Februar stattfinden. "Angesichts all dieser Unsicherheit, dieser Instabilität (...) sind wir zu dem Schluss gekommen, dass diese Veranstaltung verschoben werden muss", sagte Verbandspräsident Jorge Castanheira. Die Schulen hätten weder die Zeit noch die finanziellen und organisatorischen Voraussetzungen, um den Karneval im Februar auf die Beine zu stellen. Nach den USA und Indien verzeichnet Brasilien die meisten Infektionen (über 4,5 Millionen). Mehr als 139.000 Menschen sind in Brasilien im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Gewöhnlich ist es so, dass sich die Sambaschulen - kaum, dass ein Karneval zu Ende ist - schon wieder mit dem nächsten Thema, den Umzugswagen und den Kostümen beschäftigen, die sie zu den Umzügen ins Sambodrom mitbringen wollen. Jetzt würde in Rio eigentlich die heiße Phase der Vorbereitung beginnen. Nach Daten der Regierung des Bundesstaates Rio de Janeiro registrierte die Stadt Rio bis Donnerstag offiziell knapp 100.000 Infizierte, mehr als 10.000 Patienten sind bislang gestorben.

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loc/news.de/dpa

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