16.10.2020, 12.24 Uhr

Geiselnahme in Münster: Häftling erschossen! Geiselnehmer bedrohte Auszubildende mit Rasierklinge

Am Freitagmorgen kam es wegen einer Geiselnahme in der JVA in Münster zu einem Großeinsatz der Polizei. Der Geiselnehmer wurde bei der Befreiung getötet. Jetzt wurde bekannt, dass er eine Mitarbeiterin mit einer Rasierklinge bedroht hat.

In Münster wurde die Polizei wegen einer Geiselnahme im Gefängnis gerufen. Bild: picture alliance/Friso Gentsch/dpa

Ein Häftling ist bei einem Polizeieinsatz in der JVA Münster erschossen worden, nachdem er vorher eine Bedienstete als Geisel genommen hatte. Das bestätigte eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Justizministeriums am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Der Mann wäre demnach in gut drei Wochen entlassen worden. Laut "bild.de" soll er die Bedienstete mit einer Rasierklinge bedroht und einen Hubschrauber verlangt haben.

Geiselnahme in Münster: Opfer nach drei Stunden befreit - Täter erschossen

Die Bedienstete, die in der JVA Münster von einem Häftling als Geisel genommen wurde, ist eine 29 Jahre alte Auszubildende. Die Frau sei körperlich "nahezu unverletzt", sagte ein Sprecher des Justizministeriums am Freitag. Man kümmere sich nun intensiv um die Frau. Gleichzeitig drückte der Sprecher des Justizministeriums sein Beileid für den 40 Jahre alten Häftling aus, der bei der Geiselnahme von der Polizei erschossen wurde: "Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen."

Der Deutsche habe eine viermonatige Haftstrafe wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte abgesessen und wäre am 10. November entlassen worden. Umso unverständlicher sei die Geiselnahme, sagte der Sprecher des Ministeriums. Laut "BILD.de" hatte der Mann die 29-Jährige mit einer Rasierklinge bedroht und einen Hubschrauber gefordert.

Die Polizei hatte um kurz vor 10 Uhr morgens via Twitter mitgeteilt: "Einsatzlage beendet. Geisel unverletzt befreit. Der Täter ist bei dem Einsatz ums Leben gekommen." Die Polizei war gegen 6.30 Uhr alarmiert worden. Sie war mit einem Großaufgebot an der JVA im Einsatz.

Geiselnehmer sollte bald wieder entlassen werden

Die Justizvollzugsanstalt Münster liegt mitten in der Stadt. Wegen des Einsatzes war der Straßenverkehr im Umfeld gestört. Der Täter soll laut "bild.de" eine viermonatige Haftstrafe wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte abgesessen haben. Laut Justizministerium wäre er am 10. November bereits wieder entlassen worden. Sein Motiv blieb zunächst unklar. Die Geisel blieb nach ersten Angaben unverletzt.

Das Gefängnis in Münster ist nur noch zum Teil mit Gefangenen belegt. Seit Jahren ist ein Neubau im Osten der Stadt geplant. Der Bau soll 2025 bezogen werden. 2016 musste ein Teil der JVA innerhalb von 48 Stunden geräumt werden, weil Teile des denkmalgeschützten Gebäudes als einsturzgefährdet galten. Die Evakuierung des 160 Jahre alten Bereiches hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die rund 500 Häftlinge wurden kurzfristig auf andere Gefängnisse in NRW verlegt.

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bos/news.de/dpa

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