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Coronavirus-News von Freitag: Karneval in NRW soll abgesagt werden - Fast 2000 Neuinfektionen

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich mehr als 30 Millionen Menschen mit Sars-CoV-2 angesteckt. Auch in Deutschland befinden sich die Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf recht hohem Niveau. Corona-Virologe Christian Drosten wagt eine Prognose. 

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigen in ganz Europa - auch bei uns in Deutschland. Virologe Christian Drosten rät dazu, die Zahlen ernst zu nehmen. Bild: picture alliance/Christophe Gateau/dpa

Mehr als 30 Millionen Menschen haben sich laut der Johns Hopkins-Universität seit Beginn der Pandemie mit dem Coronavirus angesteckt. In Deutschland bleibt die Zahl der Neuinfektionen auch am Freitag auf einem vergleichsweise hohem Niveau. Fast 2000 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden wurden dem Robert Koch-Institut von den deutschen Gesundheitsämtern gemeldet.

Sitzungskarneval in NRW soll abgesagt werden

Der Sitzungskarneval in Nordrhein-Westfalen soll für die kommende Session abgesagt werden. Das sagte der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, am Freitag in Düsseldorf nach einem Gespräch mit der Landesregierung. "Gesellige Karnevalsveranstaltungen sind nicht möglic"», sagte Staatssekretär Nathanael Liminski. Kleine "Kulturveranstaltungen" mit Bühnenprogramm könnten dagegen in Übereinstimmung mit den Corona-Regeln möglich sein.

Corona-News am Freitag: Neuinfektionen mit Coronavirus in Deutschland

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist einen Tag nach dem Erreichen des höchsten Wertes seit April unter der Marke von 2000 geblieben. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1916 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen mitteilte.

Höhepunkt der täglichen Neuansteckungen im März/April bei 6000 Fällen pro Tag

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen dürfte auch davon abhängig sein, wie viele Menschen getestet werden.

9.378 Corona-Tote in Deutschland - sieben Todesfälle binnen 24 Stunden

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 267 773 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 18.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.378. Seit dem Vortag wurden sieben Todesfälle mehr gemeldet. Bis Freitagmorgen hatten etwa 238 700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Reproduktionszahl noch nicht aktualisiert - R-Wert des RKI wird berechnet

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Mittwochabend bei 1,00 (Vortag: 1,04). Aktuellere Daten hatte das RKI bis zum frühen Freitagmorgen nicht veröffentlicht. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Sieben-Tage-R des Robert Koch-Instituts bei 1,06

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,06 (Vortag: 1,00). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Christian Drosten: Corona-Lage könnte sich auch hierzulande zuspitzen

Mit Blick auf die verschärfte Corona-Lage in manchen anderen europäischen Ländern hat der Virologe Christian Drosten vor einer ähnlichen Entwicklung hierzulande gewarnt. Angesichts der derzeit in Deutschland gemeldeten Neuinfektionen müsse man sich klarmachen, "dass wir, wenn wir die Kurven übereinanderlegen, etwas hinterherhinken hinter Spanien und Frankreich und England", sagte der Leiter der Charité-Virologie der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er betonte, "dass wir uns aber auch nicht vormachen sollten, dass sich das bei uns alles ganz anders entwickelt. Wir machen auch jetzt nicht sehr viele Sachen sehr anders".

Corona-Pandemie: Drosten beleuchtet Unterschied zwischen Deutschland und Südeuropa

"Es gibt ein paar Details, die vielleicht bei uns anders sind als in Südeuropa. Unsere Haushalte sind häufig kleiner, wir haben mehr Einpersonenhaushalte", sagte Drosten. Es gebe weniger Mehr-Generationen-Familien, in denen das Virus über die Altersgrenzen sehr leicht verbreitet werde. "Das sind sicher Unterschiede. Aber ansonsten ist Deutschland nicht viel anders als diese europäischen Nachbarländer. Darum müssen wir da sehr vorsichtig sein und sehr genau beobachten, wie es jetzt weitergeht."

Nicht mehr Tests in Deutschland als im Rest Europas

Die Testhäufigkeit sei in Deutschland zwar extrem groß - aber erst seit dem Beschluss, Reiserückkehrer zu testen, sagte Drosten. "Das ist eine Testhäufigkeit, die wir in Deutschland so nicht mehr lange durchhalten können." Die Grund-Testtätigkeit, die man vorher in Deutschland gehabt habe und bald wieder haben werde, sei nicht viel höher als in anderen europäischen Nachbarländern. Der Kern der Infektionsüberwachung sei bei uns nur wenig stärker ausgeprägt als in anderen Ländern. "Darum müssen wir schon die Zahlen ernst nehmen."

Zahlen spiegeln Infektionsgeschehen in Deutschland wieder

Wie Drosten erklärte, gingen die Fallzahlen in Deutschland über den Sommer zu einem großen Teil auf Rückkehrer aus dem Urlaub zurück, die das Virus nicht unbedingt in großem Maße hierzulande weitergetragen hätten. Diese Infizierten gäben eher Hinweise auf die Corona-Lage im Herkunftsland. "Was wir jetzt im Moment sehen, ist eine Reflexion durchaus wieder von dem, was in Deutschland los ist in Form von Virusfällen." Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte am Donnerstag von rund 2200 Corona-Neuinfektionen bundesweit berichtet.

Johns Hopkins: Mehr als 30 Millionen Corona-Infektionen weltweit

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind nach Angaben von US-Wissenschaftlern weltweit mehr als 30 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore vom Donnerstagabend (Ortszeit) hervor. Die Zahl der Toten liegt demnach bei mehr 943 000. Weltweit entfallen die meisten Infektionen und Todesfälle auf die USA, ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern.

USA, Indien und Brasilien hatten bisher die meisten Infizierten

In den USA gibt es Johns Hopkins zufolge bislang mehr als 6,6 Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und mehr als 197 000 Todesfälle. An zweiter Stelle steht - gemessen an den Ansteckungen - Indien mit 5,1 Millionen Infektionen und mehr als 83 000 Toten. An dritter Stelle folgt Brasilien mit mehr als 4,4 Millionen Infektionen und gut 134 000 Todesfällen.

Peru hat die meisten Todesopfer pro 100.000 Einwohner

Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten allerdings in sechs Ländern höher als in den USA. An erster Stelle steht nach den Statistiken der Johns Hopkins-Universität Peru mit knapp 97 Todesopfern pro 100 000 Einwohner. Mit deutlichem Abstand folgen Bolivien, Spanien, Chile, Ecuador, Brasilien und die USA - dort starben gut 60 Menschen pro 100.000 Einwohner.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Experten gehen in jedem Fall von einer höheren Dunkelziffer aus.

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sig/news.de/dpa