16.09.2020, 17.02 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Fast 2000 Neuinfektionen! Im Landkreis Kulmbach steigen die Zahlen drastisch

Am Mittwoch steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland auf fast 2000 Fälle. Die Zahl der neuen Todesfälle hat sich im Vergleich zum Vortag dafür halbiert. Im Landkreis Kulmbach sind die Zahlen allerdings alarmierend.

Am Mittwoch ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland gestiegen. Epidemiologe Karl Lauterbach nimmt auf Twitter Stellung. Bild: picture alliance/Kay Nietfeld/dpa

Auch am Mittwoch bleibt die Zahl der an das Robert Koch-Institut gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf hohem Niveau. 1901 Neuinfektionen wurden innerhalb eines Tages von den Gesundheitsämtern ans RKI weitergeleitet. Harvard-Epidemiologe Karl Lauterbach beobachtet das Infektionsgeschehen wachsam.

RKI meldet 1901 Corona-Neuinfektionen am Mittwoch

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen 1901 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 266 663 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 16.9., 0.00 Uhr).

Corona-Infektionszahlen im Landkreis Kulmbach und Würzburg alarmierend

Noch vor einer Woche hatte der Landkreis Kulmbach mit keinem Infizierten als coronafrei gegolten. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein. Ganz im Gegenteil! Wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Mittwoch mitteilte, steigerten sich die Corona-Infektionszahlen in Würzburg und im Landkreis Kulmbach geradezu alarmierend.

Die Stadt Würzburg registrierte am Mittwoch innerhalb der vergangenen sieben Tage 75,07 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Der Landkreis geht mit 42,64 Neuinfektionen dem bundesweit vereinbarten Corona-Grenzwert von 50 entgegen. Überschritten hatte diesen am Mittwoch die oberfränkische Stadt Kulmbach samt Landkreis mit 54,28 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Darüber liegen in Bayern außerdem Kaufbeuren (54,68) und Garmisch-Partenkirchen (57,65).

9368 Corona-Tote in Deutschland - Todesfälle auf niedrigem Niveau

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9368. Seit dem Vortag wurden sechsTodesfälle mehr gemeldet. Bis Mittwochmorgen hatten etwa 236 000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Reproduktionszahl sinkt auf 1,04 - R-Wert niedriger als am Vortag

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Dienstagabend bei 1,04(Vortag: 1,18). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Sieben-Tage-R des Robert Koch-Instituts gesunken

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,00 (Vortag: 1,04). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Karl Lauterbach besorgt über steigende Infektionen im Inland 

Der Harvard-Epidemiologe und Gesundheitsexperte der SPD, Karl Lauterbach, beobachtet das Infektionsgeschehen in Deutschland aufmerksam. Auf Twitter teilt er einen Tweet von Olaf Gersemann der "Welt", der auf die gesunkene Zahl der Infektionen, die aus dem Ausland kommen, hinweist. "Während der Anteil der Infektionen im Ausland um über 50% in vergangenen vier Wochen gesunken ist (auf zuletzt 21%), sind die tatsächlichen Gesamtfallzahlen über diesen Zeitraum konstant geblieben", schreibt das RKI. "Die Infektionen finden zunehmend im Inland statt", erklärt Gersemann.

Das bereitet Karl Lauterbach Sorgen. Er schreibt: "Trotz des Rückgangs der Fälle aus dem Ausland sinkt die Zahl der Gesamtfälle nicht. Ein Anstieg der Fälle in den nächsten Wochen wird immer wahrscheinlicher, leider."

Pandemiekämpfung und Wirtschaft gehen Hand in Hand

In seinem vorherigen Tweet hatte Lauterbach auf Studienergebnisse hingewiesen, die aufzeigen, dass jene Länder, die im Kampf gegen das Coronavirus besonders effektiv waren, auch ihre Wirtschaft am besten schützen konnten. "Es gibt keinen Trade-Off zwischen Coronavirusbekämpfung und Rettung der Wirtschaft, allenfalls so: Die Länder, die besonders konsequent das Virus bekämpft haben, haben damit auch ihre Wirtschaft am besten geschützt. Das wird auch für die 2. Welle gelten", schrieb Karl Lauterbach auf Twitter.

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sig/news.de/dpa

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