15.09.2020, 08.37 Uhr

Bill Gates: Jetzt nimmt er zu den Corona-Vorwürfen Stellung

Bill Gates ist in der Corona-Pandemie zum Hassobjekt vieler Verschwörungstheoretiker avanciert. In zwei Interviews hat er sich zu der Kritik geäußert und gesagt, was er wirklich über Donald Trumps Verhalten in der Krise denkt.

Bill Gates äußert sich zu den Verschwörungstheorien über ihn. Bild: picture alliance/Gian Ehrenzeller/Keystone/dpa

Zuletzt hatten sich zahlreiche Falschinformationen und Verschwörungstheorien über Bill Gates verbreitet. Demnach stecke Gates etwa selbst hinter der Verbreitung des Coronavirus und wolle den Menschen Mikrochips einpflanzen lassen, um so die gesamte Menschheit zu überwachen.

Bill Gates über Verschwörungstheorien: "Ich habe das Coronavirus nicht erschaffen"

Der nicht erst in der Corona-Pandemie zum Feindbild von Verschwörungstheoretikern avancierte Microsoft-Gründer Bill Gates ist tief besorgt über die Verbreitung von Desinformation und Lügen im Internet. "Diese verrückten Ideen verbreiten sich irgendwie schneller in den sozialen Medien als die Wahrheit. Ich bin überrascht, dass mein Name in diesen Verschwörungstheorien auftaucht", sagte Gates am Montag bei "Bild Live". "Ich finde, dass es irgendwie ironisch ist, dass ich anmahnte, auf diese Pandemie vorbereitet zu sein - und jetzt gibt es Leute, die sagen, ich sei dafür verantwortlich." Der Multimilliardär appellierte an die Vernunft der Menschen: "Wir befinden uns inmitten einer Pandemie, und es ist wichtiger als je zuvor, sich mit den Tatsachen und der Wahrheit auseinanderzusetzen." In einem anderen Interview mit dem "Spiegel" betonte der Microsoft-Gründer abermals: "Ich habe das Coronavirus nicht erschaffen".

Coronavirus News aktuell: Bill Gates lobt Deutschland für seine Pandemie-Bewältigung

Auch zu den Corona-Demonstrationen hat sich Bill Gates geäußert und dabei das Krisenmanagement der deutschen Regierung gelobt: "In gewisser Weise erinnert uns die Pandemie daran, dass eine verantwortungsvolle Regierung extrem wichtig ist. Es ist nicht klar, ob Elemente an den Rändern davon profitiert haben. Ja, sie können rausgehen und demonstrieren. Doch wieviel Prozent der Bevölkerung stimmen ihnen wirklich zu?"

"Deutschland hat insgesamt weniger Todesfälle als andere Länder zu verzeichnen. Es ist ein sehr positives Beispiel für eine ruhige politische Führung. (...) Ich wünschte mir, die Vereinigten Staaten hätten es so gut gemacht wie Deutschland. Demonstrationen wie diese sind in Ordnung, solange die meisten Leute verstehen, dass dies eine reale Krankheit ist, dass es äußerst wichtig ist, eine Maske zu tragen, und dass es die ruhigen, vertrauenswürdigen Botschaften sind, denen die Menschen Glauben schenken", sagte Bill Gates im Gespräch mit "Bild Live".

Bill Gates kritisiert Donald Trumps Regierung

In einem Interview mit dem "Spiegel" legte er nach und sagte, was er über Donald Trumps Coronapolitik denkt. Im Dialog mit der Regierung stelle sich heraus, dass sie nichts verändern wollen. "Die Reaktion der USA war sehr, sehr schlecht, allein schon bei den Tests. Wir hätten nie für Testergebnisse zahlen sollen, die länger als 24 Stunden brauchen. Wir sollten dafür sorgen, dass Tests in den ärmeren Stadtvierteln verfügbar sind, wo die Corona-Last am größten ist, und nicht nur für wohlhabendere Patienten. Die Reaktion der USA ist so viel schlechter, als sie hätte sein sollen. Und dafür ist die politische Führung voll und ganz verantwortlich." Er hofft, dass die USA, im Fall einer Wiederwahl von Donald Trump als US-Präsident, in der WHO bleiben.

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Bill Gates rechnet mit einem Impfstoff in fünf bis zehn Jahren

Gemeinsam mit seiner Frau Melinda setzt sich Gates seit Jahren mit einer Stiftung im Kampf gegen Krankheiten weltweit ein, auch in der Corona-Pandemie. Seine Stiftung hat 20 Milliarden US-Dollar in die Impfstoff- Forschung investiert. Er rechnet damit, dass die großen Hersteller eine "Notzulassung erhalten" werden. Eine dauerhafte Lösung sei das nicht. Sogenannte DNA-Corona-Impfstoffe seien "wahrscheinlich nicht die große Lösung", sagte er im "Spiegel"-Interview. Einen wirksamen Impfstoff gibt es erst in fünf bis zehn Jahren. Dann können auch Menschen auch in Entwicklungsländern geimpft werden.

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bos/loc/news.de/dpa

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