Uhr

Coronavirus-News aktuell: Weniger Tests, mehr Neuinfektionen - Kanzlerin meldet sich zu Wort

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland befinden sich weiterhin auf einem konstant hohen Niveau. Am Samstag ist die Zahl der neuen Fälle über 1.500 gestiegen, während die Zahl der Tests abgenommen hat. Der R-Wert erreicht seine kritische Marke.

Die Corona-Zahlen von Samstag laut Robert-Koch-Institut. (Im Bild: Chefvirologe der Berliner Charité Christian Drosten, Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Präsident Lothar Wieler (v. l.)) Bild: picture alliance/Michael Kappeler/dpa

Die Zahl der Neuninfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland nimmt weiterhin zu. Bis Freitagnacht übermittelten die Gesundheitsämter 1.630 neue Corona-Fälle an das Robert-Koch-Institut. Die Reproduktionszahl steigt ebenfalls wieder. Die Zahl der Tests sinkt indes.

RKI meldet 1.630 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1.630 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 258.480 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstag auf seiner Homepage bekannt gab (Datenstand 12.9., 0.00 Uhr).

9.347 Corona-Tote in Deutschland - fünf Menschen seit 24 Stunden verstorben

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9.347. Das sind fünf mehr als noch am Vortag. Bis Samstagmorgen hatten etwa 231.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Coronavirus News aktuell: Testzahl nimmt ab

Erstmals seit Juni hat zuletzt die Zahl vom Robert Koch-Institut (RKI) wöchentlich erfasster Corona-Tests wieder abgenommen. In der Woche vom 31. August bis 6. September wurden demnach gut eine Million Tests gezählt - etwa 50.000 weniger als in der Vorwoche. Es ist das erste Mal seit der Woche vom 22. bis 28. Juni, dass die Testzahl wieder abnimmt.

Reproduktionszahl des RKI steigt - R-Wert bei 1,00

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Freitag bei 1,00 (Vortag: 0,9). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Sieben-Tage-R des Robert-Koch Instituts auf 1,11 gestiegen

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,11 (Vortag: 1,04). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Coronavirus Deutschland: RKI verweist auf Meldeverzug

Das RKI weist darauf hin, dass zwischen Bekanntwerden eines Infektionsfalls vor Ort und der Veröffentlichung durch das RKI ein Zeitverzug entsteht, so dass es Abweichungen zu anderen Quellen geben kann. Außerdem kann es aufgrund von Qualitätsprüfungen noch zu Änderungen der tagesaktuellen Daten kommen.

Kanzlerin Merkel verteidigt Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die staatlichen Corona-Beschränkungen erneut verteidigt, aber ausdrücklich die Möglichkeit zu demokratischen Debatten darüber betont. «Bei uns steht jedem frei, diese Entscheidungen der Regierung offen zu kritisieren», sagte sie in ihrer wöchentlichen Videobotschaft (Samstag). Jeder könne seine Haltung bei friedlichen Demonstrationen zum Ausdruck bringen. "Ein Staat, der Meinungsfreiheit, öffentliche Debatte und Teilhabe nicht unterdrückt, sondern garantiert - darum beneiden uns viele Menschen auf der Welt", sagte Merkel zum "Internationalen Tag der Demokratie" der Vereinten Nationen am kommenden Dienstag.

Beschränkungen bei Kontakten, Besuchsmöglichkeiten und im kulturellen Leben in der Corona-Krise seien «wirklich demokratische Zumutungen". Diese Maßnahmen, über die frei berichtet und breit öffentlich debattiert werde, hätten aber gewirkt. "Sie haben uns geholfen, eine unkontrollierte Ausbreitung der Pandemie zu verhindern."

Die Kanzlerin betonte mit Blick auf andere Staaten, dass Demokratie, Rechtsstaat und Freiheit leider keine Selbstverständlichkeit seien. "Wir sehen in der Welt, wie auch autoritäre Systeme wirtschaftlich erfolgreich sein können und uns auf vielen Gebieten herausfordern - dies aber auf Kosten elementarer Grundrechte."

Merkel bekräftigte ihre Sorge über die Entwicklung in Belarus. "Dort wird der Einsatz für Demokratie buchstäblich mit Füßen getreten. Unser Herz schlägt mit den friedlich Demonstrierenden. Es ist bewundernswert, mit welchem Mut und mit welcher Entschlossenheit sie für Freiheit und Rechtsstaatlichkeit auf die Straße gehen."

Schon gelesen?Charité-Virologe wird während Corona-Krise zum Sex-Symbol

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

sig/news.de/dpa