10.09.2020, 08.19 Uhr

Corona-News am 10. September 2020 aktuell: Knapp 1.900 Neuinfektionen - Zahl der Corona-Tests sinkt weiter

Knapp 1.900 neue Corona-Infektionen sind den deutschen Gesundheitsämtern gemeldet worden - und das, obwohl immer weniger Corona-Tests in Deutschland durchgeführt werden. Eine Studie enthüllt zudem, wer besonders unter der Pandemie leidet.

Erstmals seit Juni hat zuletzt die Zahl vom Robert Koch-Institut (RKI) wöchentlich erfasster Corona-Tests wieder abgenommen. Bild: Sebastian Gollnow / picture alliance / dpa

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1.892 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 255.366 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag auf seiner Homepage bekannt gab (Datenstand 10.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9.341. Das sind drei mehr als noch am Vortag.

Coronavirus-News aktuell: Weniger Corona-Tests pro Woche erfasst

Erstmals seit Juni hat zuletzt die Zahl vom Robert Koch-Institut (RKI) wöchentlich erfasster Corona-Tests wieder abgenommen. In der Woche vom 31. August bis 6. September wurden demnach gut eine Million Tests gezählt - etwa 50.000 weniger als in der Vorwoche. Es ist das erste Mal seit der Woche vom 22. bis 28. Juni, dass die Testzahl wieder abnimmt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Mittwoch bei 0,88 (Vortag: 1,10). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Wie hat sich der R-Wert zu Coronavirus-Neuinfektionen in Deutschland entwickelt?

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,95 (Vortag: 0,98). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Das RKI weist darauf hin, dass zwischen Bekanntwerden eines Infektionsfalls vor Ort und der Veröffentlichung durch das RKI ein Zeitverzug entsteht, so dass es Abweichungen zu anderen Quellen geben kann. Außerdem kann es aufgrund von Qualitätsprüfungen noch zu Änderungen der tagesaktuellen Daten kommen.

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Mit Filter gegen Corona-Verstummung - Experiment für Blechbläser

Die Deutsche Orchestervereinigung hat positiv auf ein Experiment der Bauhaus-Universität Weimar reagiert, mit dem Blechbläser auch in der Corona-Zeit sicher vor Publikum musizieren können sollen. "Die Deutsche Orchestervereinigung unterstützt alle Ansätze der Wissenschaft, die geeignet erscheinen, eine Rückkehr mit Vernunft und Augenmaß zu befördern", teilte Christian Hübsch als stellvertretender Geschäftsführer der Vereinigung mit.

In Zusammenarbeit mit der Staatskapelle Weimar hat die Bauhaus-Uni einen Filter für Blechblasinstrumente entwickelt, der sowohl die Musiker als auch das Publikum schützen soll. Eine Hörprobe des Klangs der gefilterten Instrumente kündigte die Uni für Donnerstag an.

Vor allem große Orchester können unter den geltenden Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie kaum in voller Besetzung spielen. Abstandsregeln müssen eingehalten werden, zudem gibt es Bedenken wegen des Aerosol-Ausstoßes, der gerade beim Spielen von Blasinstrumenten entsteht.

Studie: Mädchen stärker von Pandemie-Auswirkungen betroffen

Mädchen sind einer Studie zufolge stärker von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen als Jungen. Das ist ein Ergebnis einer am Donnerstag in London veröffentlichten Umfrage, für die die Kinderrechtsorganisation Save the Children insgesamt 25.000 Kinder und Erwachsene in 37 Ländern der Welt befragt hat, viele davon in Asien und Afrika. Demnach lernten Mädchen in dieser Zeit weniger in der Schule und mussten sich stärker im Haushalt engagieren als Jungen. Kinder aus ärmeren Familien sind den Autoren zufolge zudem stärker betroffen als solche aus wohlhabenderen Familien.

In den meisten Staaten waren die Schulen etliche Wochen lang komplett geschlossen, der Unterricht fand, wenn überhaupt, online statt. Jedes fünfte befragte Mädchen gab an, in dieser Zeit nichts gelernt zu haben. Bei den Jungen war es nur jeder Zehnte. Vor allem in ärmeren Familien lag dies vor allem am fehlenden Zugang zum Internet: Weniger als ein Prozent der Haushalte, die sich selbst als arm einstuften, konnten den notwendigen Zugang zum Netz gewährleisten. Bei besser gestellten Haushalten hatte immerhin jede fünfte befragte Familie Zugang zum Internet. Auch die Beschaffung von Lernmaterialien war bei den ärmeren Haushalten vielfach ein Problem.

Knapp zwei Drittel der befragten Mädchen sagten, sie hätten während der Pandemie häufiger als zuvor im Haushalt mitarbeiten müssen, bei den Jungen war das nicht einmal bei der Hälfte der Befragten der Fall. Auch bei der Betreuung von Geschwistern waren die Mädchen stärker gefragt.

"Covid-19 hat bestehende Ungleichheiten vergrößert, mit dramatischen Folgen für die Kinder", sagte die Chefin von Save the Children in Deutschland, Susanne Krüger. "Um eine ganze Generation vor dem Verlust ihrer Zukunft zu schützen, müssen einkommensschwache Länder und fragile Staaten dabei unterstützt werden, in ihre Kinder zu investieren", forderte die Kinderrechtlerin.

München oder Mumbai: Müller fordert fairen Zugang zu Covid-Impfstoff

Im Kampf gegen Corona hat Entwicklungsminister Gerd Müller für ärmere Länder einen fairen Zugang zu künftigen Impfstoffen angemahnt. "Die Erfahrung zeigt, dass Impfstoffe in Entwicklungsländern oft mit großer Verzögerung zum Einsatz kommen", sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. "Das muss bei Covid-19 anders laufen und ist vor allem eine logistische Herausforderung."

Zwar sei nachvollziehbar, dass jede Regierung zunächst an die eigene Bevölkerung denke. Doch müsse "jeder Mensch die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen, wenn ein Wirkstoff verfügbar ist - egal ob in München oder Mumbai, ob arm oder reich", sagte Müller. "Denn Corona besiegen wir nur weltweit oder gar nicht."

Er unterstützte die Initiative von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für eine «Global Response», die insgesamt 15,9 Milliarden Euro an Spendenzusagen erhielt. Die nicht-staatlichen Organisationen Gavi und Cepi sowie die Weltgesundheitsorganisation WHO sollen die faire Verteilung von Impfstoffen in der Initiative Covax organisieren. Darin können sich reichere Länder verpflichten, Impfstoff für ärmere Staaten mitzufinanzieren.

An diesem Donnerstag will von der Leyen mit der WHO eine Art Koordinierungsstelle starten, den sogenannten ACT-Accelerator Facilitation Council.

Corona versetzt Familien wegen ausbleibender Au-pairs in Stress

Das Ausbleiben fest eingeplanter Au-pairs versetzt nach Angaben der FDP viele Familien in Stress. Grund seien Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie, heißt es in einem FDP-Antrag, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt und der an diesem Donnerstag in den Bundestag eingebracht werden soll. "Familien fühlen sich alleingelassen und suchen verzweifelt nach alternativen Möglichkeiten, um die Kinderbetreuung zu meistern", heißt es in dem FDP-Antrag. Im vergangenen Jahr waren 14.900 Au-pairs nach Deutschland gekommen.

Der sozialpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Pascal Kober, sagte der dpa: "Für viele Familien sind Au-pairs eine unverzichtbare Unterstützung bei der Kinderbetreuung und eine unabdingbare Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf." Er forderte unter anderem eine Ausnahmeregelung für ihre Einreise.

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Zahl der Corona-Tests sinkt - Weiter hoher Rückstau

Erstmals seit Juni hat die Zahl vom Robert Koch-Institut (RKI) wöchentlich erfasster Corona-Tests wieder abgenommen. In der Woche vom 31. August bis 6. September wurden demnach gut eine Million Tests gezählt - etwa 50.000 weniger als in der Vorwoche. Es ist das erste Mal seit der Woche vom 22. bis 28. Juni, dass die Testzahl wieder abnimmt. In jener Woche waren noch weniger als eine halbe Million Tests erfasst worden, seither war ihre Zahl stetig gestiegen. Der Anteil positiver Testergebnisse sank in den vergangenen fünf Wochen von 1,00 auf 0,74 Prozent.

Der Rückstau an PCR-Proben habe seit der Woche vom 3. bis 9. August stark zugenommen, hieß es vom RKI auch. In der Woche bis 6. September gaben demnach 66 Labore einen Rückstau von insgesamt 29 964 abzuarbeitenden Proben an. 44 Labore hätten Lieferschwierigkeiten für Reagenzien genannt.

Bis vergangenen Sonntag erfasste das RKI insgesamt gut 13,4 Millionen Tests auf Sars-CoV-2. Bei gut 290.300 davon wurde der Erreger nachgewiesen, wie das RKI im Lagebericht mitteilte. Das RKI betont, dass die Zahl der Tests nicht der Zahl der Getesteten entspricht, da die Daten Mehrfachtestungen von Menschen enthalten können.

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1.176 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies gab das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch auf seiner Homepage bekannt. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 253.474 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 9.9., 0.00 Uhr). Bis Mittwochmorgen hatten etwa 228.000 Menschen die Infektion überstanden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9.338. Das sind neun weitere Todesfälle im Vergleich zum Vortag.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Mittwoch bei 0,88 (Vortag: 1,10). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,95 (Vortag: 0,98). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

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loc/news.de/dpa

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