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Coronavirus-News aktuell: Kritische Zahlen! Corona-Ausbruch in sächsischen Geflügelbetrieb

Die Zahl der in Deutschland registrierten Coronavirus-Neuinfektionen überschritt auch am Freitag den Wert von 1.500. Bundeskanzlerin Angela Merkel ermahnte die Bürger noch einmal eindringlich zur Einhaltung der Corona-Regeln.

Angela Merkel ermahnt die Bevölkerung zur Einhaltung der Corona-Regeln. Bild: dpa

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Freitagmorgen 1.571 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am Tag zuvor waren es 1.507. Am Samstag war mit 2.034 neuen Fällen erstmals seit Ende April die 2.000er-Marke überschritten worden.

Coronavirus-News aktuell: Erneut mehr als 1.500 neue Infektionen in Deutschland registriert

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1.000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten zeigen sich besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an ihre Grenzen bringt.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 239.507 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen im Internet meldete (Datenstand 28.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9.288. Seit dem Vortag wurden drei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Freitagmorgen hatten etwa 213.200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Coronavirus heute: Wie hoch ist der R-Wert aktuell in Deutschland?

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Donnerstag bei 0,83 (Vortag: 0,85). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen vom Mittwoch lag dieser Wert bei 0,94 (Vortag: 0,93). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen. Das RKI weist darauf hin, dass zwischen Bekanntwerden eines Infektionsfalls vor Ort und der Veröffentlichung durch das RKI ein Zeitverzug entsteht, so dass es Abweichungen zu anderen Quellen geben kann. Außerdem kann es aufgrund von Qualitätsprüfungen noch zu Änderungen der tagesaktuellen Daten kommen.

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VIDEO: Hilft das Trinken von Alkohol gegen Covid-19?

Video: news.de

Corona-Zahlen gestiegen - Stadt München verhängt Alkoholverbot

In München gilt nach einem weiteren Anstieg der Corona-Zahlen von Freitag an ein nächtliches Alkoholverbot für den öffentlichen Raum. Der Warnwert von 35 Infizierten pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen war am Freitag nach Zahlen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) überschritten und lag bei 35,27. "Damit tritt die Allgemeinverfügung in Kraft, die wir erlassen haben", sagte ein Sprecher der Stadt.

Der Verkauf von Alkohol ist ab 21 Uhr bis 6 Uhr morgens verboten. Zudem darf Alkohol im öffentlichen Raum ab 23 Uhr bis 6 Uhr nicht mehr konsumiert werden. Ausnahmen gelten jeweils für den Ausschank in der Gastronomie und bei genehmigten Veranstaltungen.

Auch in anderen bayerischen Städten gibt es bereits Alkoholverbote im öffentlichen Raum. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte schon vor Wochen die Kommunen aufgefordert, den Erlass entsprechender Regelungen zu prüfen. In Bamberg und Nürnberg ist es in Teilen der Altstadt bereits verboten, an den Wochenenden abends Alkohol zum Mitnehmen zu verkaufen.

Gericht kippt Verbot von Demonstration gegen Corona-Politik

Das Berliner Verwaltungsgericht hat die Verbotsverfügung der Polizei für eine geplante Demonstration gegen die Corona-Politik gekippt. Die Veranstaltung am Samstag könne unter Auflagen stattfinden, sagte ein Gerichtssprecher am Freitag der dpa. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig.

Corona-Testzentren am Frankfurter Flughafen bleiben geöffnet

Am Frankfurter Flughafen bleiben die Corona-Testzentren für Reisende weiter geöffnet. Das erklärten die Betreiber Deutsches Rotes Kreuz und Centogene am Freitag auf Nachfrage.

Nach den Beschlüssen der Ministerpräsidenten der Länder vom Donnerstag wird für Rückkehrer aus Risikogebieten die alte Regelung eines Pflichttests mindestens noch bis zum 1. Oktober weiter bestehen. Für die übrigen Heimkehrer sollen die kostenlosen Tests ab dem 16. September entfallen.

Das DRK-Testzentrum am Flughafen Frankfurt werde bis auf weiteres regulär weitergeführt, teilte eine Sprecherin mit. Man sei weiterhin vom Land Hessen beauftragt, kostenlose Tests für Reise-Rückkehrer anzubieten, die aus Risikogebieten mit dem Flugzeug am Frankfurter Airport ankommen. Seit der Eröffnung am 30. Juli wurden in dem DRK-Zentrum 55.000 Tests durchgeführt, von denen rund ein Prozent eine Infektion mit dem Covid-19-Virus anzeigte.

Der kommerzielle Betreiber Centogene ist bereits seit dem 29. Juni am Start und hat seitdem mehr als 112.000 Menschen getestet, zunächst ausschließlich gegen Entgelt. Das Zentrum werde auf jeden Fall auch nach dem 1. Oktober weitergeführt, erklärte eine Sprecherin. Ein wichtiges Angebot sind Bescheinigungen negativer Corona-Tests für Abreisende in Länder mit scharfen Einreisebestimmungen wie aktuell China oder Israel.

Umfrage: Mehrheit für stärkere Kontrolle der Corona-Regeln

Eine große Mehrheit der Wahlberechtigten in Deutschland plädiert einer Umfrage zufolge für stärkere Kontrollen der Corona-Regeln. Wie aus dem am Freitag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer" hervorgeht, sprechen sich 77 Prozent der Befragten dafür aus. Unter Anhängern der AfD fand die Idee mit 48 Prozent am wenigsten Zuspruch.

Knapp vier von fünf Befragten halten eine stärkere Begrenzung bei öffentlichen Veranstaltungen für sinnvoll. Bei privaten Feiern sind es 70 Prozent. Eine Maskenpflicht im Unterricht stößt hingegen bei Vielen auf Ablehnung. 58 Prozent der Befragten sagten, dies solle es nicht geben.

Merkel zu Corona: Kommende Monate könnten schwieriger werden

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Deutschen am Freitag darauf eingestimmt, dass sich die Corona-Pandemie im Herbst und Winter wieder stärker auf das alltägliche Leben auswirken könnte. "Man muss damit rechnen, dass Manches in den nächsten Monaten noch schwieriger sein wird als jetzt im Sommer", sagte die CDU-Politikerin zum Auftakt ihrer traditionellen Sommer-Pressekonferenz am Freitag in Berlin.

Alle hätten im Sommer durch das "Leben draußen" Freiheiten und einen relativen Schutz vor Aerosolen, die das Virus übertragen könnten, genossen. "In den nächsten Monaten wird es jetzt darauf ankommen, die Infektionszahlen niedrig zu halten, wenn wir uns wieder drinnen aufhalten - an Arbeitsplätzen, in Schulen und in Wohnungen", sagte Merkel. Weltweit arbeiteten Forscher auf Medikamente und einen Impfstoff hin, aber noch sei beides nicht gefunden.

"Wir werden noch länger mit diesem Virus leben müssen, und deshalb ist meine Grundhaltung eine der Wachsamkeit, der Aufmerksamkeit. Gerade jetzt, da die Infektionszahlen wieder so deutlich über die letzten Wochen gestiegen sind", sagte Merkel. "Es bleibt dabei: Es ist ernst, unverändert ernst - und nehmen Sie es auch weiterhin ernst."

Blutverdünner erhöhen Überlebenschancen bei Covid-19 deutlich

Blutverdünner können bei Covid-19-Patienten das Sterberisiko deutlich senken. Das berichten US-Mediziner nach einer Studie mit knapp 4.400 Teilnehmern im "Journal of the American College of Cardiology". Demnach ging die Behandlung mit Blutverdünnern - unter Berücksichtigung des Zustands der Patienten - mit einer etwa halbierten Todesrate einher. Zudem war das Risiko für eine künstliche Beatmung um etwa 30 Prozent reduziert, wie die Gruppe um Valentin Fuster vom Mount Sinai Hospital in New York schreibt.

Bevölkerungsschützer hoffen auf Corona-Effekt bei Bürgern

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hofft, dass die Corona-Pandemie das Krisenbewusstsein der Deutschen schärft. "Wir können derzeit noch nicht wissenschaftlich belegen, ob die Corona-Krise eine Verhaltensänderung mit sich bringt", sagte der Präsident des Bundesamts, Christoph Unger, der Deutschen Presse-Agentur. "Aber wir wünschen es uns und wir arbeiten dafür."

Es gebe noch viel zu tun in der Krisenvorsorge, sagte Unger. Der BBK-Präsident ist überzeugt, dass sich Katastrophenfälle künftig häufen werden - schon wegen des Klimawandels. Erdbeben, Hochwasser, Stromausfälle - die Menschen müssten für den Notfall vorsorgen. "Die Deutschen vertrauen sehr stark darauf, dass der Staat immer zur Hilfe kommt." So hätten die wenigstens Menschen Vorräte für zehn Tage zuhause, wie es das Bundesamt empfiehlt. Wer keine Reserven daheim habe, der kaufe dann panisch Klopapier wie zu Hochzeiten der Corona-Krise.

Das BBK unterstützt es, wenn Menschen sich auf Katastrophen-Szenarien vorbereiten. Klar wolle er keine Panik schüren, sagte Unger. Aber: "Wir dürfen die Menschen nicht einlullen." Er fühle sich in seiner Rolle manchmal wie die Figur Kassandra aus der griechischen Mythologie. "Die hat ja auch immer auf irgendwelche Dinge hingewiesen - und keiner hat ihr geglaubt."

Am 10. September soll es den ersten bundesweiten Warntag seit Ende des Kalten Krieges geben, vom BBK organisiert. An diesem Tag würden die unterschiedlichsten Warnmittel wie Sirenen, Apps aber auch digitale Werbetafeln bundesweit ausgelöst.

Köln-Karnevalisten planen Sessionsstart am 11.11. "in kleiner Runde"

Angesichts der neuen Corona-Auflagen für Großveranstaltungen in NRW planen die Kölner Karnevalisten einen alternativen Start in die Session am 11.11. - mit deutlich weniger Besuchern. Wegen der Infektionszahlen sei eine Sessionseröffnung in kleiner Runde mit Live-Übertragung im WDR das wahrscheinlichste Szenario, erklärte der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, am Donnerstagabend. "So können auch zuhause an den Bildschirmen möglichst viele Jecken dabei sein", sagte er. Für die vielen anderen spontanen Karnevalsfeiern am 11.11. müsse die Stadt klare Regeln definieren.

Für die Veranstaltungen im kommenden Jahr hätten die neuen Vorgaben erstmal keine Konsequenzen, sagte Kuckelkorn. "Das Festkomitee und die uns angeschlossenen Gesellschaften arbeiten seit Monaten auch an alternativen Varianten für unsere Veranstaltungen im Januar und Februar." Die Karnevalisten hätten der NRW-Landesregierung dazu ein Konzept für Veranstaltungen in Sälen und Open Air vorgelegt. "Das Konzept wird derzeit geprüft, wir rechnen mit einer Rückmeldung Mitte September und können dann unsere Pläne weiter konkretisieren", so der Festkomitee-Präsident. Besonders in Krisenzeiten könne der Karneval ein wichtiger Trostspender für die Menschen sein, betonte er.

Bund und Länder hatten vereinbart, dass Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich sind, bis mindestens Ende Dezember 2020 nicht stattfinden sollen. In NRW müssen Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Gästen künftig zudem von den Kommunen mit dem Land NRW abgestimmt werden. Dies sei auch eine Lehre aus dem Fall Düsseldorf, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Donnerstag. Dort hatte die Stadt ein Konzert mit 13.000 Besuchern genehmigt, inzwischen ist es auf einen späteren Termin verschoben.

Corona-Ausbruch in Geflügelbetrieb in Mockrehna

In einem Geflügelbetrieb in Mockrehna, der Gräfendorfer Geflügel- und Tiefkühl-Feinkost GmbH, wurdenn 25 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Alle Betroffenen zeigten keine Symptome", teilte das Landratsamt Nordsachsen am Freitag mit. Die Angestellten und sämtliche Kontaktpersonen müssten sich in häusliche Quarantäne begeben, schreibt "Bild".

Das Unternehmen hat das zuständige Gesundheitsamt gebeten, alle Angestellten vorsorglich auf das neuartige Coronavirus zu testen. Insgesamt wurden 596 Menschen getestet. Das Gesundheitsamt versucht alle Infektionsketten nachzuvollziehen, um einen Hotspot zu vermeiden, sagte NordsachsensLandrat Kai Emanuel. Bereits zuvor sind sechs Fälle bekannt geworden. Es wird vermutet, dass Urlaubsrückkehrer das Virus in die Firma eingeschleppt haben könnten. Schon einmal kam es in dem Geflügelbetrieb zu einem Ausbruch durch Rückkehrer.

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loc/news.de/dpa