20.08.2020, 13.04 Uhr

Amokfahrt auf A 100 in Berlin: Getrieben von "bizarrem religiösen Wahn" - Attentäter in Psychiatrie verfrachtet

Auf der Berliner Stadtautobahn verursachte ein 30-jähriger Mann am Dienstagabend drei Unfälle und verletzte mehrere Menschen. Inzwischen ist klar: Der Zwischenfall war laut Staatsanwalt ein Anschlag mit islamistischem Hintergrund.

Auf der Berliner Stadtautobahn verursachte ein Mann offenbar absichtlich mehrere Unfälle und drohte mit einem "gefährlichen Gegenstand". Bild: dpa

Mehrere Unfälle auf der Berliner Stadtautobahn A 100 am Dienstagabend waren wahrscheinlich politisch motiviert. Sie seien absichtlich verursacht worden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwochmorgen aus Ermittlerkreisen. Generalstaatsanwältin Margarete Koppers werde am Nachmittag den Rechtsausschuss zu den bisherigen Erkenntnissen informieren, sagte ein Sprecher der Justizverwaltung.

Äußerungen des 30-jährigen Autofahrers nach seiner Festnahme legten eine religiös-islamistische Motivation nahe, hieß es. Zusätzlich gebe es Hinweise auf eine psychische Labilität. Der Verdächtige sollte einem Haftrichter vorgeführt werden.

30-jähriger Mann verursacht mehrere Unfälle auf Stadtautobahn A 100 in Berlin - Staatsschutz und Kripo ermitteln

Gegen den Mann, der durch die Unfälle für stundenlange Sperrungen der Autobahn sorgte, ermittelt der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der Kriminalpolizei. Wegen der andauernden Untersuchungen waren Teile der Autobahn auch am Mittwochmorgen noch gesperrt. Die Folge waren Behinderungen im Berufsverkehr. Laut der "B.Z." setzte die Polizei auch eine Drohne für Filmaufnahmen aus der Luft ein.

Der Autofahrer hatte an drei Stellen auf der Autobahn nahe der Berliner Innenstadt Unfälle verursacht. Dabei fuhr er auch Motorradfahrer um. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte, drei Menschen seien schwer verletzt worden, drei weitere leicht, darunter auch ein Motorradfahrer.

Mann droht mit "gefährlichem Gegenstand" nach Amok-Fahrt

Laut Polizei hatte der Mann eine vermeintliche Munitionskiste dabei. Als er gestoppt wurde, habe er angekündigt, in der Kiste befände sich ein "gefährlicher Gegenstand", sagte eine Polizeisprecherin in der Nacht. Kriminaltechniker durchleuchteten die Metallkiste. Sie sei für die Aufbewahrung von Munition geeignet gewesen. Die Kiste sei dann mit einem Wassergewehr aufgeschossen worden, sagte die Sprecherin. Allerdings entdeckte die Polizei darin aber nichts Verdächtiges, sondern lediglich Werkzeug. Sprengstoffspuren seien im Auto nicht gefunden worden. Nähere Angaben zum Ablauf und den Äußerungen des Mannes machte die Polizei nicht, sie kündigte aber weitere Informationen für den Lauf des Tages an.

Amok-Fahrt auf Stadtautobahn Berlin im News-Ticker

+++ 20.08.2020: Sprecher: "Bizarrer, religiöser Wahn" bei Angreifer von Stadtautobahn +++

Bei dem Angreifer von der Berliner Stadtautobahn gehen die Ermittler von einem "bizarren, religiösen Wahn" aus. Dies habe eine psychiatrische Begutachtung des 30-Jährigen Irakers ergeben, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Donnerstag. Wegen der psychischen Erkrankung sei eine Schuldunfähigkeit nicht auszuschließen. Der Mann sei im Maßregelvollzug, dem Haftkrankenhaus, untergebracht. Zu dem Anschlag mit einem Auto am Dienstagabend habe er sich bislang nicht geäußert.

Die Ermittler gehen bei den gezielten Kollisionen von einer islamistischen Tat aus. Deshalb führt die Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen. Der 30-Jährige hatte demnach an drei Stellen der Stadtautobahn mit Absicht Fahrzeuge gerammt und besonders Jagd auf Motorräder gemacht. Sechs Menschen waren verletzt worden, drei davon schwer. Ermittelt wird wegen versuchten Mordes in mindestens drei Fällen.

+++ 20.08.2020: Innensenator: Autobahn-Angreifer konnte nicht abgeschoben werden +++

Nach dem islamistischen Angriff auf der Berliner Stadtautobahn hat Innensenator Andreas Geisel die Duldung des Täters in Deutschland mit den Regeln des Rechtsstaates begründet. Der 30-jährige Iraker sei nach Ablehnung seines Asylantrages 2017 nicht abgeschoben worden, weil Deutschland seit Jahren keine Menschen in das Bürgerkriegsland zurückschicke, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus.

Es gebe zwar Ausnahmen, etwa bei Menschen, die schwerste Straftaten begangen haben. Die vor dem Anschlag vorliegenden Erkenntnisse über den 30-Jährigen seien dafür indes nicht ausreichend gewesen.

Geisel zufolge kam der Iraker 2016 über Finnland nach Deutschland. Strafrechtlich sei er wegen Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte in Erscheinung getreten. "Der Staatsschutz hat ihn zwar als einen Bekannten eines Gefährders hier in Berlin registriert", so der Senator weiter. Sie hätten gemeinsam in einem Wohnheim gelebt. Das sei aber "schon eine ganze Weile her".

"Wir handeln rechtsstaatlich und haben das auch in diesem Fall getan", versicherte Geisel. "Ich bedauere zutiefst, dass es zu diesem Gewaltakt gekommen ist." Hätte die Polizei das verhindern können, dann hätte sie das auch getan, zeigte sich der Senator überzeugt.

+++ 20.08.2020: Behörden hatten Angreifer von Stadtautobahn nicht auf ihrem "Radar" +++

Der Angreifer von der Berliner Stadtautobahn war vor dem islamistischen Anschlag mit einem Auto nicht im Blick der Sicherheitsbehörden in der Hauptstadt. Es habe keine Staatsschutzerkenntnisse zu dem 30-jährigen Iraker und keine Anzeichen für eine Radikalisierung gegeben, sagte ein Sprecher der Innenverwaltung am Donnerstag. "Er war nicht auf dem Radar." Aufgefallen sei der Mann, der mit einer Duldung in Deutschland lebt, in der Vergangenheit aber mit Delikten wie Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Der abgelehnte Asylbewerber ist nach dem Vorfall am Dienstagabend vorerst im Maßregelvollzug, dem Haftkrankenhaus, untergebracht, wo er psychiatrisch behandelt wird. Dies hatte ein Haftrichter wegen psychischer Auffälligkeiten am Mittwochabend entschieden.

Die Unterbringung sei eine erste Momentaufnahme und bedeute nicht automatisch, dass der Angreifer schuldunfähig ist, sagten Ermittlerkreise der Deutschen Presse-Agentur. Der Iraker werde weiter begutachtet und befragt. Bislang soll er sich nicht geäußert haben.

Nach der Festnahme am Dienstagabend sei der Mann von einer Polizeiärztin begutachtet worden, diese sei nicht von einer Schuldunfähigkeit ausgegangen, der mutmaßliche Täter soll klar gewirkt haben. Bei einer weiteren Begutachtung seien dann am Mittwoch aber psychische Auffälligkeiten festgestellt worden. Generalstaatsanwältin Margarete Koppers hatte am Mittwoch gesagt, trotz psychischer Auffälligkeiten sei ein gezieltes Verhalten möglich.

+++ 20.08.2020: Nach Anschlag in Berlin verletzter Feuerwehrmann auf Intensivstation +++

Nach dem mutmaßlich islamistischen Anschlag mit einem Auto auf der Berliner Stadtautobahn wird ein schwer verletzter Feuerwehrmann weiter auf einer Intensivstation behandelt. "Sein Zustand ist ernst, wir sind in Gedanken bei ihm und hoffen das Beste", sagte ein Feuerwehrsprecher am Donnerstagmorgen der dpa. Die Behörde sei auch im engen Kontakt mit der Familie des Kollegen.

Ein 30-Jähriger Iraker hatte am Dienstagabend auf der Stadtautobahn an drei Stellen nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft gezielt Fahrzeuge angegriffen und gerammt. Er hatte demnach Jagd auf Motorräder gemacht. Sechs Menschen waren verletzt worden, drei davon schwer.

Der Tatverdächtige sitzt nun vorerst im Maßregelvollzug, dem Haftkrankenhaus. Dies hatte ein Haftrichter wegen psychischer Auffälligkeiten am Mittwochabend entschieden. Gegen den Angreifer werde wegen versuchten Mordes ermittelt. Der Mann, der in Deutschland geduldet ist, habe sich bislang nicht geäußert, hieß es.

+++ 19.08.2020: Mutmaßlicher Attentäter nach Berliner Autobahn-Anschlag in Psychiatrie +++

Nach einem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag auf der Berliner Stadtautobahn kommt der Tatverdächtige vorläufig in die Psychiatrie. Das habe am Mittwoch ein Haftrichter antragsgemäß entschieden, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwochabend mit. Im Kurznachrichtendienst Twitter hieß es auf dem Account der Generalstaatsanwaltschaft: "Soeben ist unter anderem wegen versuchten Mordes und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr in drei Fällen antragsgemäß die vorläufige Unterbringung des Beschuldigten in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung des Maßregelvollzuges angeordnet worden."

+++ 19.08.2020: Mutmaßlicher Attentäter früher aufgefallen - teilweise schuldunfähig +++

Der mutmaßliche islamistische Attentäter von der Berliner Stadtautobahn ist in der Vergangenheit mehrfach mit weniger gravierenden Gewaltdelikten aufgefallen. Generalstaatsanwältin Margarete Koppers sagte am Mittwoch im Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses: "Er ist seit 2018 als Verdächtiger mehrerer Körperverletzungen und eines Angriffs auf Vollstreckungsbeamte erfasst worden."

Bei der letzten Tat im August 2018 ging es demnach um eine "Widerstandshandlung vor einer Flüchtlingsunterkunft". Darauf folgte laut Koppers ein Strafverfahren, das mit einem Freispruch eines Amtsgerichts im April 2019 wegen phasenweiser Schuldunfähigkeit endete. Das psychiatrische Gutachten von damals sei ihr derzeit noch nicht bekannt, sagte Koppers.

Unmittelbar nach der Widerstandshandlung und Festnahme 2018 sei der Mann zeitweise in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht worden. Damals sei es um eine Maßnahme zur Gefahrenabwehr gegangen, weil es keinen Anlass für einen Haftbefehl gegeben habe, sagte Koppers.

+++ 19.08.2020:Generalstaatsanwältin: Bislang keine Anhaltspunkte für Mittäter +++

Der mutmaßlich islamistische Angreifer von der Berliner Stadtautobahn hat nach Angaben von Generalstaatsanwältin Margarete Koppers mit dem Tod mehrerer Menschen gedroht. Der 30-jährige Iraker habe in arabischer Sprache gerufen, dass alle sterben werden. Er sei auch mit einem Küchenmesser bewaffnet gewesen und habe einen Gebetsteppich ausgebreitet, sagte Koppers am Mittwoch im Rechtsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses am Mittwoch. Ein mutiger Berliner Polizist, der Arabisch beherrscht, habe den Angreifer von seinem Auto weggezogen. Bislang gebe es keine Anhaltspunkte für Mittäter.

Der Angreifer hatte laut Staatsanwaltschaft am Dienstagabend mit seinem Auto "quasi Jagd auf Motorradfahrer gemacht und auch ein Auto gerammt. Bei den absichtlich herbeigeführten Kollisionen wurden sechs Menschen verletzt, drei davon schwer. Ein Motorradfahrer sei schwerst verletzt worden.

+++ 19.08.2020: Mutmaßlicher Autobahn-Täter kam als Asylbewerber nach Deutschland +++

Der 30-jährige Iraker, der für den Anschlag auf der Berliner Stadtautobahn verantwortlich sein soll, kam als Asylbewerber nach Deutschland. Nachdem sein Asylantrag abgelehnt worden sei, lebe er mit einer Duldung in Berlin, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Senatskreisen.

Demnach war zunächst noch unklar, wann er nach Deutschland kam. Nach Fotos von seinem Facebook-Profil war er mindestens 2016 schon in Berlin. Bis Herbst 2019 sei er in einer Gemeinschaftsunterkunft im Stadtteil Altglienicke untergebracht gewesen. Danach habe er eine Wohnung im Bezirk Reinickendorf bezogen, in der er mit großer Wahrscheinlichkeit gemeinsam mit seinem Bruder lebe.

Die Staatsanwaltschaft hatte ebenfalls mitgeteilt, dass der Festgenommene in Deutschland geduldet werde, ohne weitere Details zu nennen. Sie geht von einem islamistischen Motiv aus. Nach Erkenntnissen der Ermittler machte er am Dienstagabend auf der Autobahn 100 am südwestlichen Rand der Innenstadt mit seinem Auto "quasi Jagd" auf Motorradfahrer und veletzte sechs Menschen, drei davon schwer.

+++ 19.08.2020: Regierungschef Müller schockiert über Anschlag auf Autobahn +++

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat mit Entsetzen auf den mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag auf der Stadtautobahn reagiert. "Es schockiert mich zutiefst, dass der Unfall auf der A 100 offenbar absichtlich herbeigeführt wurde und der Vorfall auf der Autobahn von der Ermittlern inzwischen als Anschlag eingestuft wird", erklärte der SPD-Politiker am Mittwoch auf Twitter. "Ich wünsche allen Opfern schnelle Genesung und viel Kraft für diese schwere Zeit. Meine Gedanken sind bei den Verletzten und deren Angehörigen."

+++ 19.08.2020: Extremismusforscher: Die islamistische Bedrohung ist noch da +++

Der Extremismusforscher Peter Neumann ist nicht überrascht von dem islamistischen Anschlag auf der Berliner Stadtautobahn. "Die Bedrohung war ja niemals ganz weg", sagte der Terrorismusexperte vom Londoner King's College am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Auch wenn der sogenannte Islamische Staat geschwächt sei, gebe es nach wie vor Einzeltäter, "die nicht trainiert, sondern eher inspiriert sind".

Neben dem Rechtsextremismus müssten sich die Sicherheitsbehörden daher auch weiterhin mit dem Islamismus beschäftigten, betonte Neumann: "Denn das sind nach wie vor die beiden größten terroristischen Gefahren und auch extremistischen Gefahren für unsere Demokratie."

+++ 19.08.2020: Anschlag auf Berliner Autobahn - "Jagd" auf Motorradfahrer +++

Bei dem islamistische Anschlag auf der Berliner Stadtautobahn soll der Angreifer mit seinem Auto "quasi Jagd" auf Motorradfahrer gemacht haben. Der krasse Ausdruck sei angemessen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Mittwoch. Betroffen seien zwei Motorrad- und ein Motorrollerfahrer. Die Motorradfahrer und ein Auto seien gerammt worden, ein weiteres Auto gestreift worden. Die Kollisionen seien als gezielte Anschläge zu werten. Sechs Menschen wurden verletzt, drei davon schwer. Ein Motorradfahrer habe schwerste Verletzungen an Kopf und Wirbelsäule erlitten.

Ein 30-jähriger Iraker, der laut Staatsanwaltschaft in Deutschland geduldet wird, hatte am Dienstagabend gegen 18.30 Uhr an drei Stellen auf der Autobahn im Westteil Berlins die Crashs verursacht.

Ermittelt wird wegen versuchten Mordes in mindestens drei Fällen. Der Verdächtige sollte einem Haftrichter vorgeführt werden. Es gebe sowohl Hinweise auf eine radikale islamistische Gesinnung als auch auf eine psychische Labilität.

Ob weitere Personen in den Anschlag verwickelt waren, werde untersucht. "Wir werden jeden Stein umdrehen", so der Sprecher.

+++ 19.08.2020: Bundesanwaltschaft zu Autobahn-Anschlag in engem Austausch mit Berlin +++

Nach dem mutmaßlich islamistischen Anschlag eines Irakers auf der Berliner Stadtautobahn lässt sich die für Terrorismus zuständige Bundesanwaltschaft über alle Entwicklungen informieren. "Wir stehen im ständigen engen Austausch mit den ermittelnden Behörden in Berlin", sagte ein Sprecher in Karlsruhe am Mittwoch auf Anfrage.

Der Generalbundesanwalt wäre zuständig, wenn sich Verbindungen des Mannes zu einer terroristischen Vereinigung herausstellen würden. Dafür gibt es nach Angaben der Berliner Ermittler bisher aber keine Anhaltspunkte.

Außerdem kann der Generalbundesanwalt Ermittlungen zu staatsschutzrelevanten Straftaten wegen deren "besonderer Bedeutung" an sich ziehen. Bei Mord müssten dafür die innere Sicherheit der Bundesrepublik oder ihre Verfassungsgrundsätze gefährdet sein.

+++ 19.08.2020: Bei Anschlags-Crash auf Stadtautobahn Feuerwehrmann schwer verletzt +++

Bei dem mutmaßlichen islamistischen Anschlag auf der Berliner Stadtautobahn ist auch ein Feuerwehrmann schwer verletzt worden. Der Kollege sei am Dienstagabend nach dem Dienst auf dem Nachhauseweg von den Zusammenstößen betroffen gewesen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Mittwoch. Der Schwerverletzte sei in ein Krankenhaus gebracht worden. Ob er im Auto saß oder mit einem Motorrad fuhr, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Nach Informationen der "B.Z." soll der Mann schwere Kopfverletzungen erlitten haben.

+++ 19.08.2020: Innensenator Geisel: Tat war gezielter islamistischer Anschlag +++

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat sich bestürzt über den Anschlag auf der Autobahn gezeigt. "Nach jetzigem Stand der Erkenntnisse gehen wir von einem islamistischen Anschlag aus. Ein religiös motivierter Tathintergrund ist nicht auszuschließen", teilte Geisel am Mittwoch mit. Die Unfälle seien gezielt herbeigeführt worden. "Die Tatsache, dass der Tatverdächtige möglicherweise unter psychischen Problemen litt, macht die Sache nicht einfacher. Wenn sich persönliche Probleme mit religiös aufgeladenen Vorstellungen vermischen, kann dies zu unkontrollierbarem Handeln führen."

Geisel erklärte weiter: "Wenn ein Auto gezielt auf Motorradfahrer auffährt, haben diese keine Chance." Unbeteiligte Menschen seien "aus dem Nichts heraus Opfer einer Straftat geworden". Unter den drei Schwerverletzten sei auch ein Feuerwehrmann, der auf dem Heimweg war.

"Die gestrigen Ereignisse zeigen uns sehr schmerzhaft, wie verletzlich unsere freie Gesellschaft ist." Berlin stehe "weiterhin im Fokus des islamistischen Terrorismus".

+++ 19.08.2020: Ermittler: Keine Hinweise auf Terrorgruppe - Kreise: Gefährderkontakt +++

Nach dem mutmaßlichen Anschlag auf der Berliner Stadtautobahn haben die Ermittler nach derzeitigem Stand keine Anhaltspunkte für eine Mitgliedschaft des Verdächtigen in einer terroristischen Vereinigung. Das teilten die Generalstaatsanwaltschaft und die Polizei am Mittwoch mit.

Aus Sicherheitskreisen erfuhr die Deutsche Presse-Agentur, dass der Iraker in Kontakt gestanden habe zu einem als Gefährder bekannten Islamisten. Der Berliner "Tagesspiegel" berichtete, der Gefährder werde dem Spektrum der Terrormiliz Islamischer Staat zugeordnet.

Nach der Mitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei sollte der 30-Jährige einem Haftrichter zum Erlass eines Haftbefehls wegen versuchten Mordes vorgeführt werden. Es sei eine Ermittlungsgruppe "Motorrad" gegründet worden.

Die Kollisionen des Autofahrers mit anderen Fahrzeugen seien als vorsätzliche Angriffe zu werten, hieß es in der Mitteilung. Sechs Personen wurden demnach verletzt, drei davon schwer.

"Es handelt sich nach dem derzeitigen Ermittlungsstand um gezielte Angriffe vor allem auf Motorradfahrer mit zum Teil schwerwiegenden Folgen. Äußerungen des Beschuldigten nach seinen Tathandlungen legen eine religiös-islamistische Motivation nahe. Zusätzlich gibt es Hinweise auf eine psychische Labilität", hieß es.

+++ 19.08.2020: Anschlag auf Autobahn - Polizeieinsatz vor Ort weitgehend beendet +++

Nach dem islamistischen Anschlag mit einem Auto auf der Berliner Stadtautobahn hat die Polizei am Mittwoch die Untersuchungen vor Ort zum größeren Teil beendet. Die Sperrungen der Autobahn Richtung Neukölln wurden weitgehend aufgehoben. Zwischen Kurfürstendamm und Hohenzollerndamm gab es laut Verkehrsinformationszentrale allerdings weiterhin eine Sperrung.

Ein 30-jähriger Mann hatte am Dienstagabend gegen 18.30 Uhr an drei Stellen auf der Autobahn im Westteil Berlins mit seinem Auto andere Fahrzeuge wie Autos und Motorräder gerammt. Die Kriminalpolizei hatte für die Untersuchungen ganze Fahrbahnen gesperrt und am Dienstag auch eine Drohne für Video- und Fotoaufnahmen aus der Luft eingesetzt. Während die Drohne flog, mussten aus Sicherheitsgründen beide Fahrtrichtungen der Autobahn gesperrt werden.

Das stark beschädigte Auto des Fahrers stand zuletzt auf der Autobahnausfahrt Alboinstraße in Berlin-Tempelhof in Fahrtrichtung Osten und Neukölln. Dort in der Nähe hatte sich wohl der dritte Crash ereignet. Auf der Fahrbahn lagen einige Trümmer und ein Motorradhelm. Ein Motorrad war quer in die Front des Wagens geklemmt, wie auf Fotos zu sehen war. Offenbar hatte der Fahrer das Motorrad mit großer Gewalt gerammt. Insgesamt wurden drei Menschen schwer und drei weitere leicht verletzt.

Die anderen beiden Zwischenfälle, bei denen der Mann andere Fahrzeuge rammte, geschahen weiter westlich auf der Autobahn in Wilmersdorf und Schöneberg.

+++ 19.08.2020: Anschlag in Berlin: Mutmaßlicher Täter postete Hinweise auf Facebook +++

Der mutmaßliche Täter von der Berliner Stadtautobahn hat im Internet Hinweise auf die geplante Tat veröffentlicht, bevor er mit einem Fahrzeug mehrere Menschen verletzte. Auf seiner Facebook-Seite postete der Iraker Fotos des Autos, mit dem er später absichtlich mehrere Fahrzeuge rammte, sowie religiöse Sprüche, in denen auch das Wort "Märtyrer" vorkommt. Auf den Fotos ist das Berliner Kennzeichen des schwarzen Wagens zu erkennen, der Stunden später schwer beschädigt auf der Autobahn stand. Die Staatsanwaltschaft geht nach derzeitigen Erkenntnissen von einem islamistischen Anschlag aus. Es gebe aber auch Hinweise auf psychische Probleme des 30-jährigen Irakers, sagte ein Sprecher.

+++ 19.08.2020: Staatsanwaltschaft: Zwischenfall auf Autobahn islamistischer Anschlag +++

Bei dem Zwischenfall auf der Berliner Stadtautobahn mit mehreren Verletzten hat es sich nach derzeitigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft in Berlin um einen islamistischen Anschlag gehandelt. "Nach derzeitigen Erkenntnissen ist es ein islamistisch motivierter Anschlag gewesen", sagte ein Sprecher am Mittwoch. Es gebe aber auch Hinweise auf psychische Probleme des 30-jährigen Irakers.

Mehrere Menschen wurden am Dienstagabend bei den Zusammenstößen des Autofahrers mit anderen Fahrzeugen erheblich verletzt. Gegen den Iraker werde wegen versuchten Mordes in mehreren Fällen ermittelt, sagte der Sprecher. Die Zusammenstöße seien absichtlich verursacht worden. "Aufgrund der Umstände gehen wir nicht von einem zufälligen Unfallgeschehen aus." Ein gerammter Motorradfahrer sei schwerst verletzt worden.

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bua/loc/news.de/dpa

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