09.08.2020, 08.42 Uhr

Hitze-Sommer im August 2020: 38 Grad! Hoch Detlef grillt Deutschland, Badestrände überfüllt

Der Hochsommer nimmt weiter Fahrt auf: Hoch Detlef beschert Deutschland am Wochenende Hitze satt mit bis zu 38 Grad, vor allem im Westen. Dort wurden schon am Freitag die Höchstwerte mit rund 36 Grad gemessen.

Die Ostseeküste erlebt dank der durch Hoch Detlef verursachten Hitzewelle einen massiven Gästeansturm. Bild: Bernd Wüstneck / ZB / picture alliance / dpa

Deutschland kommt ins Schwitzen - an einem hochsommerlichen Wochenende mit Temperaturen bis 38 Grad. Der Deutsche Wetterdienst (DWD)prognostiziert für den Samstag, den 08.08.2020, viel Sonnenschein. Lediglich im Nordosten können demnach am Nachmittag Quellwolken aufziehen. Die Temperaturen erreichen im Alpen-Vorland 26 bis 30 Grad, ansonsten klettern die Werte auf 31 bis 38 Grad. An den Küsten soll es bei kühlendem Wind nicht ganz so heiß werden.

Hitzewelle im August 2020: Hoch Detlef heizt Deutschland mit über 36 Grad ein

Am Freitag war es mit rund 36 Grad in Nordrhein-Westfalen am heißesten. Der Höchstwert wurde laut DWD mit 36,2 Grad in Tönisvorst gemessen, es folgten Köln mit 35,7 Grad und Kleve mit 35,6 Grad. Auch am Samstag soll die größte Hitze, die Hoch Detlef zu verdanken ist, mit bis zu 38 Grad wieder im Westen herrschen. Von einem Temperaturrekord in Deutschland ist die hochsommerliche Hitze ab noch einige Grad entfernt - im Juli des vergangenen Jahres wurde die 42-Grad-Marke geknackt.

Hitze im ganzen Land - 38,2 Grad in Trier

Bei Temperaturen bis über 38 Grad Celsius sind die Menschen in Deutschland am Samstag ins Schwitzen gekommen. Der höchste Wert wurde nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes an der Wetterstation Trier-Petrisberg (Rheinland-Pfalz) mit 38,2 Grad gemessen. Das war aber kein neuer Höchstwert für dieses Jahr - den gab es am 31. Juli mit 38,5 Grad im südbadischen Rheinfelden. Auch in Trier-Petrisberg lag der Höchstwert an diesem Tag mit 38,4 etwas höher.

Bei Temperaturen von deutlich über 30 Grad suchten viele am Samstag Abkühlung im Freibad, in einem See oder an den Küsten - oder vermieden längere Aufenthalte im Freien und blieben lieber zu Hause. Auch in den kommenden Tagen dürfte es ziemlich heiß bleiben, teilweise sogar nachts.

Am Sonntag herrscht weiter hochsommerliches Wetter: Die Temperaturen erreichen erneut 32 bis 36 Grad - im Westen sind laut DWD sogar wieder bis zu 38 Grad möglich.

Gemeinde geht während Hitze und Corona-Pandemie Wasser aus

In der niedersächsischen Gemeinde Lauenau ist die Wasserversorgung nach warmen Tagen und während der Corona-Pandemie zusammengebrochen. Die Abnahmemenge im privaten Bereich sei drastisch gestiegen - selbst im Vergleich zu anderen Spitzenzeiten, erklärte der Bürgermeister der Samtgemeinde Rodenberg, Georg Hudalla (parteilos), zu der der Flecken Lauenau gehört. "Sonst sind die Menschen in der Sommerzeit verreist und jetzt sind sie zu Hause." Der Trinkwasserspeicher könne über Nacht nicht mehr komplett aufgefüllt werden. So sei er am Samstagmittag auf Null gelaufen. "Es kann passieren, wenn Menschen den Hahn aufmachen: Es kommt wirklich gar nichts", sagte der Bürgermeister. Zuvor hatte der NDR berichtet.

Am Feuerwehrhaus wurden Behälter mit Brauchwasser etwa für die Toilettenspülung aufgestellt, das sich die Bürger abholen können. Dazu verteilten Tanklöschfahrzeuge ihr Brandwasser in den Ortsteilen. Trinkwasser müssen sich die Menschen im Supermarkt kaufen. Knapp 4.000 Menschen sind betroffen. Wann das Problem gelöst sein könnte, ist laut Bürgermeister unklar.

Volle Strände an Nord- und Ostsee - Badeorte raten von Anreise ab

Wegen eines starken Urlauberandrangs an den Nord- und Ostseestränden Schleswig-Holsteins haben viele Kur- und Badeorte am Samstagmittag dringend von weiteren Anreisen abgeraten. Gerade an der Ostsee seien bereits mittags viele Strände an ihrer maximalen Kapazität angelangt, teilten die Tourismus- und Kurdirektionen mit.

In der Lübecker Bucht sei es dabei besonders voll. Scharbeutz' Bürgermeisterin Bettina Schäfer (parteilos) riet dringend von einer Anreise ab. Die Kurdirektion am Timmendorfer Strand empfahl, ebenfalls von einer Fahrt in die Lübecker Bucht abzusehen. Die Strandampel auf der Website strandticker.de stand vielerorts auf rot.

An der Nordsee war es vor allem in St. Peter-Ording eng - allerdings nicht wegen voller Strände: Vielmehr seien verstopfte Zufahrten das Problem, teilte die Tourismusdirektion mit. Eine Anreise solle ab Mittag nicht mehr möglich sein, Autos würden bereits abgeschleppt.

Hitzewochenende lockt viele an die Ostsee

Der übliche Bettenwechsel in den Ferienorten und die Aussicht auf ein traumhaftes Sommerwochenende haben am Samstagmorgen für dichten Verkehr Richtung Ostsee geführt. "Die Reisewelle rollt schon ganz gut an", sagte ein Sprecher der Autobahnpolizei im vorpommerschen Grimmen. Reiseziele seien vor allem die Ferieninseln Rügen und Usedom. Das zeige sich insbesondere am Fahrzeugaufkommen auf der Ostsee-Autobahn A20, aber auch auf der Bundesstraße 96, die von Berlin direkt nach Rügen führt.

Die Badeorte an den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns stellen sich auf einen Gästeansturm ein - obwohl Tagestouristen aus anderen Bundesländern, also Besucher ohne gebuchte Übernachtung, coronabedingt noch nicht einreisen dürfen. Bei Zuwiderhandlung drohen Bußgelder von mindestens 150 Euro. Flächendeckende Kontrollen wird es laut Polizei zwar nicht geben. Doch würden der Anreiseverkehr und die Belegung der Strände genau beobachtet und gegebenenfalls auch steuernd eingegriffen, hieß es in einer Mitteilung des Landkreises Rostock.

Bahn stellt sich auf höhere Auslastung am heißen Reisewochenende ein

Am Wochenende wird es heiß - und bei der Deutschen Bahn voraussichtlich voller. "Da in einigen Bundesländern die Sommerferien zu Ende gehen, rechnen wir mit einer etwas höheren Auslastung in den Fernverkehrszügen", teilte ein Bahnsprecher auf Anfrage mit.

Der bundeseigene Konzern arbeite derzeit intensiv daran, dass es in Hitzephasen und mitten in der Corona-Krise nicht zu Problemen mit Klimaanlagen in Fernzügen kommt. Unter anderem würden im Sommer gezielte Wartungsarbeiten durchgeführt, Bauteile gereinigt und Filter getauscht.

Hunderte Mitarbeiter seien in den vergangenen Jahren eingestellt worden, um die Instandhaltung der Klimaanlagen zu gewährleisten. In den kommenden fünf Jahren will der Konzern in diesem Bereich einen zweistelligen Millionenbetrag investieren.

Zudem sei die Flotte inzwischen moderner. Die Zahl der ICE-4-Züge mit "besonders leistungsfähigen Klimaanlagen" habe sich im Vergleich zum Sommer 2019 inzwischen auf 49 verdoppelt. "Auch die neuen Doppelstock-IC-Zügen besitzen Klimaanlagen, die für Außentemperaturen bis über 40 Grad Celsius ausgelegt sind", fügte der Bahnsprecher hinzu.

Kaputte Klimaanlagen waren bis vor einigen Jahren im Sommer immer wieder ein Thema bei der Deutschen Bahn. Im Juli 2010 waren in einem überhitzten ICE mehrere Schüler kollabiert. In den vergangenen Jahren blieben entsprechende Schlagzeilen aber aus.

Waldbrandgefahr steigt auf Stufe 4 - Stufe 5 in Ostdeutschland

Die Trockenheit in weiten Teilen Deutschlands bedeutet eine hohe Waldbrandgefahr. Fast bundesweit gilt nach DWD-Angaben die zweithöchste Gefahrenstufe 4, in Teilen Ostdeutschlands sogar die höchste Warnstufe 5. Nur im Alpenvorland sehe die Situation aufgrund der jüngsten Niederschläge mit der Warnstufe 2 entspannt aus.

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Extrem-Hitze am Samstag (08.08.2020) - Wetterdienst warnt vor Gewittern mit Sturm und Hagel

Ab den Mittagsstunden erwartet der Wetterdienst am Samstag verbreitet eine starke, zum Teil sogar extreme Wärmebelastung. Am Nachmittag und Abend können im Nordosten vereinzelt auch kräftige Gewitter aufziehen - dann sind auch Starkregen, Hagel und Sturmböen möglich.

Ähnlich präsentiert sich der Hochsommer auch am Sonntag:Im Osten können sich einige Wolken blicken lassen - ab dem späten Nachmittag vereinzelt auch wieder mit Blitz und Donner. Ansonsten scheint überall verbreitet die Sonne. Die Temperaturen erreichen 31 bis 36 Grad - im Westen sind laut DWDsogar wieder bis zu 38 Grad möglich.

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loc/news.de/dpa