Uhr

Coronavirus-News aus Deutschland: Kein Lockdown trotz 2. Welle? Virologe verrät, wie das klappen kann

Steigende Infektionszahlen in Deutschland schüren die Angst vor einer zweiten Coronavirus-Welle. Auch Charité-Virologe Christian Drosten schließt sich den Mahnern an - und gibt konkrete Handreichungen, wie ein neuer Covid-19-Lockdown zu vermeiden ist.

Charité-Virologe Christian Drosten warnt vor den Gefahren einer zweiten Infektionswelle und einem damit verbundenen Corona-Lockdown. Bild: Michael Kappeler / picture alliance / dpa

Rigorose Kontaktbeschränkungen, Abstandsregeln und gebetsmühlenartig wiederholte Hygienevorschriften scheinen die Ausbreitung des Coronavirus in den vergangenen Wochen gebremst zu haben. Doch nun, da die Vorgaben gelockert wurden und in vielen Bundesländern der Schulstart bevorsteht, wächst auch die Angst vor einer neuen Corona-Welle und einem damit verbundenen Lockdown - zumindest aus der Sicht vieler Experten.

Zweite Coronawelle und Panik vor nächstem Lockdown - auch Virologe Christian Drosten warnt

Zu den Mahnern gehört auch Prof. Dr. Christian Drosten, seines Zeichens Virologe an der Charité in Berlin. In einem Gastbeitrag für die "Zeit" schilderte der Wissenschaftler seine Sicht auf die aktuelle Pandemie-Lage in Deutschland und fand mahnende Worte, die eine neuerliche Infektionswelle stoppen sollen. Bislang sei die Pandemie in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern besser überwunden worden - doch das dicke Ende könnte noch kommen.

Neue Virus-Welle im Herbst und Winter? Christian Drosten warnt vor besonderer "Dynamik"

Während einige Zeitgenossen die aktuell niedrigen Zahlen, die die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland wiederspiegeln, zum Anlass nehmen, sich vor einer Ansteckung in Sicherheit zu wiegen, ist Virologe Drosten bereits gedanklich im Herbst und Winter 2020 angekommen. In der kühleren Jahreshälfte drohe dem Charité-Forscher zufolge nämlich eine neuerliche Ansteckungswelle, die "eine ganz andere Dynamik" entwickeln könnte als ihre Vorgängerin. Da die Gefahren von Ansteckungen durch Reisen inzwischen bekannt sei und durch entsprechende Kontaktbeschränkungen eingedämmt werden könne, bliebe nun die Gefahr von Corona-Ausbrüchen innerhalb der Bundesrepublik.

Vorbild Japan: So kann ein neuerlicher Lockdown trotz Corona-Welle unterbunden werden

Christian Drosten nannte in seinem Beitrag das Beispiel Japans, wie einem möglichen zweiten Massenausbruch des Coronavirus auch in Deutschland der Schrecken genommen werden könnte. In Asien sei man vorrangig bestrebt, unmittelbare Kontakte von Infizierten zu identifizieren und die Betroffenen unverzüglich in Quarantäne zu schicken, ohne langwierige Tests abzuwarten. Mit dieser Strategie sei Japan einem Corona-Lockdown erfolgreich ausgewichen.

Auch lesenswert: 150 Euro Bußgeld für Maskenmuffel! Diese Bundesländer greifen durch

Top-Virologe empfiehlt individuelle Kontaktnachverfolgung und sofortige Quarantäne

Für die kommenden Monate, wenn sich die Menschen wieder verstärkt in Innenräumen mit größerem Kontakt zu Mitmenschen aufhalten werden, sei die Nachverfolgung von Infektionsclustern der Einschätzung Drostens zufolge ein probates Mittel, einen weiteren Lockdown zu verhindern. Um die Kontaktnachverfolgung zu erleichtern, sei es dem Virologen zufolge ratsam, ein individuelles Tagebuch zu führen, in dem Tag für Tag soziale Kontakte vermerkt werden. So könnten Behörden entlastet werden, die sonst mühsam einzelne Kontakte von Corona-Patienten nachvollziehen müssten - eine Aufgabe, für die im Falle einer tatsächlichen neuen Infektionswelle schlichtweg keine Kapazitäten zur Verfügung stünden.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

loc/news.de