29.07.2020, 19.49 Uhr

Madeleine McCann News: Mit Mini-Bagger! Einsatzkräfte stoßen angeblich auf unterirdischen Raum

In Hannover durchsucht die Polizei im Vermisstenfall Maddie McCann eine Kleingarten-Parzelle mithilfe eines Mini-Baggers nach möglichen Spuren. Die Durchsuchung steht im Zusammenhang mit den Ermittlungen wegen Mordes gegen den verdächtigen 43-jährigen Deutschen Christian B.

Die Eltern von Maddie McCann suchen immer noch nach ihrer Tochter. Bild: dpa

Seit mehr als 13 Jahren gilt Madeleine "Maddie" McCann als vermisst. Die damals Dreijährige verschwand am 3. Mai 2007 aus einer Ferienanlage des Algarve-Badeortes Praia da Luz. In Braunschweig ermittelt die zuständige Staatsanwaltschaft seit einigen Wochen gegen einen 43 Jahre alten Deutschen wegen Mordverdachts. Der Mann, der wegen einer anderen Tat in Haft sitzt, steht im Verdacht, Maddie entführt zu haben.

Vermisstenfall Maddie McCann: Polizei durchsucht Kleingarten in Hannover

Im Fall der verschwundenen Maddie McCann hat die Polizei mit der Durchsuchung einer Kleingarten-Parzelle in Hannover begonnen. Der Einsatz stehe im Zusammenhang mit den Ermittlungen wegen Mordes gegen den verdächtigen 43-jährigen Deutschen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig am Dienstag.

Mehrere Beamte durchkämmten das Erdreich des Grundstücks mit Schaufeln und Harken. Auch Beamte der Spurensicherung in weißen Anzügen sowie ein Spürhund waren am Ort. Was in dem Kleingarten gesucht werde, sagte die Sprecherin nicht. Über den Polizeieinsatz, bei dem auch ein Mini-Bagger benutzt wurde, hatte zuerst die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtet. Ein Reporter der "Bild"-Zeitung spricht von Schwerstarbeit der Ermittler, die den gesamten Garten umgraben. Sie suchen nicht nur nach Maddie, sondern auch nach anderen eventuellen Beweisstücken.

Maddie McCann aktuell: Einsatzkräfte angeblich auf unterirdischen Raum gestoßen

Die Suche geht derzeit weiter. Wie "RTL" berichtet, seien die Einsatzkräfte nun auf einen unterirdischen Raum gestoßen. Neben Erde habe die Polizei mit dem Bagger auch Fundamente abtragen lassen. Mehr ist derzeit noch nicht bekannt.

Vermisstenfall Maddie: Polizei beendet Grabung in Kleingarten

Im Fall der vor 13 Jahren verschwundenen kleinen Maddie McCann ist die Polizeiaktion in einem Kleingarten am Stadtrand von Hannover beendet worden. Ob etwas gefunden wurde, blieb zunächst unklar. Zwei Tage lang hatten Polizisten auf dem Grundstück das Erdreich mit Spaten und Harken durchkämmt. Auch ein kleiner Bagger, eine Mini-Raupe und eine Drohne kamen zum Einsatz. Am Abend sagte ein Polizist am Ort, die Aktion sei beendet. Daraufhin wurden auch die Sichtschutzwände zur Straße abgebaut.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte zu Beginn des Einsatzes lediglich bestätigt, dass die Grabungen im Zusammenhang mit den Mordermittlungen gegen einen 43-jährigen Deutschen stehen. Der Mann soll die dreijährige Britin 2007 aus einer Ferienanlage an der portugiesischen Algarve entführt haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Kind tot ist. Nach Maddies Verschwinden lebte der Verdächtige in Hannover - Medienberichten zufolge wohnte er in einem Kleinbus und arbeitete in einer Werkstatt nicht weit von dem jetzt durchsuchten Kleingarten entfernt.

Pächter des Nachbargartens hat nichts Verdächtiges beobachtet

Wie der Pächter der unmittelbar angrenzenden Nachbarparzelle der Deutschen Presse-Agentur sagte, war das Gartengrundstück zuletzt unbenutzt. Es befand sich kein Gartenhaus mehr darauf, auf dem Gelände wuchsen Brombeerbüsche und ein Kirschbaum. Vor Start der Grabungsarbeiten hatte die Polizei den Baum fällen und Buschwerk entfernen lassen. In den zwei Jahren, in denen er seine Parzelle nutze, habe er auf dem Nachbargrundstück niemanden gesehen, sagte der Pächter. Zu sehen war, dass die Polizei neben Erdreich auch Fundamente hatte wegbaggern lassen.

Wie lange die Durchsuchung des Grundstücks noch dauern wird, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft nicht mit. Für die Polizeiarbeit wurde ein Zelt in dem Garten aufgebaut. Ein Einsatzwagen und Beamte blieben zur Sicherung der Einsatzstelle über Nacht vor Ort.

Ermittler gehen von Madeleine McCanns Tod aus

Der wegen anderer Delikte in Kiel inhaftierte 43-Jährige steht im Verdacht, 2007 die dreijährige Britin Maddie aus einer Ferienanlage in Portugal entführt zu haben. Die Ermittler in Deutschland sind überzeugt, dass das Mädchen tot ist. Am 3. Mai 2007 soll der Mann zu "tatrelevanter" Zeit im portugiesischen Praia da Luz mit dem Handy telefoniert haben. Das BKA ermittelt nach Zeugenhinweisen bereits seit 2013 im Fall Maddie gegen den Deutschen - allerdings reichten die Indizien bisher für eine Anklage nicht aus. Der Beschuldigte wollte sich bisher nach Angaben seiner Verteidiger nicht zur Sache äußern.

Fall Maddie: Verdächtiger Christian B. sitzt wegen Vergewaltigung ein

Das Landgericht Braunschweig hatte den 43-jährigen Christian B. Ende 2019 wegen schwerer Vergewaltigung unter Einbeziehung früherer Strafen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Er hatte 2005 in Praia da Luz eine damals 72-jährige Amerikanerin vergewaltigt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Deutsche ist auch wegen sexuellen Kindesmissbrauchs vorbestraft. Die Ermittler in Braunschweig sind für den Fall zuständig, weil der Verdächtige seinen letzten deutschen Wohnsitz in der Stadt hatte.

Er verbrachte mehrere Jahre auch Zeit in der niedersächsischen Landeshauptstadt, Medienberichten zufolge seit 2007. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover der dpa sagte, verurteilte ihn das Amtsgericht Hannover 2010 wegen Urkundenfälschung und 2013 wegen gemeinschaftlichen Diebstahls zu Geldstrafen. In den Jahren 2013 bis 2015 pendelte er dem Sprecher zufolge zwischen Deutschland und Portugal. Ende 2012 hatte der Verdächtige zusammen mit seiner damaligen Lebensgefährtin einen Kiosk in Braunschweig eröffnet. Nach der Trennung führte er den Laden allein weiter, bis er ihn sowie die angrenzende Wohnung eineinhalb Jahre später aufgab.

Nach Medienberichten soll die Durchsuchung des Kleingarten-Grundstückes in der Nähe des Stichkanals Hannover-Linden am Mittwoch fortgesetzt werden.

Polizei in Portugal sucht in Brunnen nach Maddie McCann

Zuletzt hatte die portugiesische Polizei in drei Brunnen nach der seit mehr als 13 Jahren verschwundenen Maddie McCann gesucht. In den vergangenen Wochen waren Beamte der Kriminalpolizei in der Gemeinde Vilo do Bispo mithilfe von Tauchern im Einsatz, berichtete die Zeitung "Expresso" damals unter Berufung auf einen Augenzeugen. Die Suche blieb allerdings ergebnislos.

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rut/news.de/dpa

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