28.07.2020, 09.51 Uhr

Coronavirus-Ausbruch in St. Wolfgang : So kam es zur Corona-Explosion im Touri-Paradies Wolfgangsee

Am Wochenende erschütterte die Nachricht von einem Corona-Ausbruch im österreichischen Ort St. Wolfgang am Wolfgangsee. Viele Hotels und Lokale mussten dichtmachen. Wie kam es zu den Infektionen? Wird die Stadt jetzt zum neuen Hotspot nach Ischgl?

Wie kam es zum Corona-Ausbruch in St. Wolfgang am Wolfgangsee? (Symbolfoto) Bild: picture alliance/Barbara Gindl/apa/dpa

Viele Menschen genießen aktuell ihren Urlaub in beliebten Urlaubsländern wie Spanien. Doch das hat einen herben Beigeschmack. Das Risiko, sich zu infizieren spielt immer mit. Deshalb bleiben viele Urlaubshungrige in Deutschland oder reisen in Nachbarländer. Besonders Österreich ist in diesem Jahr ein beliebtes Ziel, aber ein neuer Hotspot verdirbt den Spaß: Im Touristenort St. Wolfgang breitet sich das Virus aus. Für die Tourismusbranche ist das eine Katastrophe.

Coronavirus in St. Wolfgang! Hunderte Infektionen legen Tourismus am Wolfgangsee lahm

Am Wochenende meldete die österreichische Stadt St. Wolfgang am Wolfgangsee die ersten Corona-Fälle. Hans Wieser (61), Chef des Tourismusverbands im Ort sagte am Dienstag gegenüber "Bild": "Wir stehen bei 764 getesteten Personen, von denen 53 positiv getestet wurden. Wir sehen uns natürlich jetzt mit diversen Stornierungen konfrontiert." Bislang gab es in elf Betrieben, darunter das berühmte Hotel "Weiße Rössl" elf Infektionen. Die Angst bei den Unternehmern ist groß. "Gucken Sie sich den Parkplatz an, es herrscht gähnende Leere. Es ist ein großes Desaster. Ich würde im Moment auch nicht Urlaub in St. Wolfgang machen", erzählte Hermann Graf (56), Parkplatzbewirtschafter in St. Wolfgang.

Einwohner, Gäste und Tourismusmitarbeiter wurden gebeten, am Samstagabend in ihren Unterkünften zu bleiben. Die Sperrstunde wurde mit 23 Uhr festgelegt. "Es gibt dort und da Absagen und Stornierungen" von Buchungen, sagte der Chef des Tourismusverbandes Wolfgangsee, Hans Wieser, der dpa. Auch seien vereinzelt Gäste vorzeitig abgereist. St. Wolfgang ist der wichtigste Touristenort Oberösterreichs, mit mehr als 400 000 Übernachtungen im vorigen Jahr. In einer normalen Saison sind rund ein Drittel der Gäste Deutsche.

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Wie kam es zum Corona-Ausbruch in St. Wolfgang?

Wie konnte es zur Ausbreitung kommen? Die Behörden vermuten, dass die Corona-Infek­tionen vor durch Praktikanten hervorgerufen wurden. "Wir können nicht mit Sicherheit sagen, ob die Ansteckung in den Quartieren, wo sie wohnen, schlafen und auch gemeinsam essen, stattgefunden hat oder in bestimmten Lokalen passiert ist", sagt Alois Lanz, Bezirkshauptmann von Gmunden. Alois Lanz, verteidigte aber am Samstag das Verhalten der Praktikanten, die in mehreren Lokalen gefeiert hatten und sich dort angesteckt haben könnten. "Das haben wir alle gerne gemacht in unserer Jugend", sagte er dem Radiosender Ö1.

Allerdings wurden am Freitag zwei Bars geschlossen, um weiteren Infektionen vorzubeugen. Der Tourismusverband startete eine Informationskampagne, um junge Mitarbeiter für die Gefahren von Covid-19 zu sensibilisieren. Ab Samstag wurden dann Hunderte von Angestellten, Urlaubern und Einheimischen getestet.

St. Wolfgang hat Testkapazitäten ausgeweitet

Mit Hunderten von Tests haben Behörden auf den Corona-Ausbruch im beliebten oberösterreichischen Touristenort St. Wolfgang reagiert. Die Zahl der bestätigten Fälle stieg vorerst auf mindestens 44 an, wie die Landesbehörden in Linz mitteilten, doch die Auswertung ging am Sonntag weiter. Demnach sind viele der Infizierten junge Praktikanten in Tourismusbetrieben, doch auch ein Feriengast wurde positiv getestet.

Der Ausbruch weckt Erinnerungen an den österreichischen Ski- und Partyort Ischgl in Tirol, der in der Anfangsphase der Pandemie ein Zentrum der Corona-Ausbreitung in ganz Europa war. Insgesamt sind in Österreich aktuell mehr als 1500 Menschen mit dem Virus infiziert. Schwerpunkte bei den Neuinfektionen sind Wien und Oberösterreich. Auch in dem Ort Mamming wurden Fälle bestätigt.

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Video: news.de

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bos/sig/news.de/dpa

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