28.07.2020, 08.26 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Keine Antikörper mehr! Deutschlands erster Patient packt aus

Am 27.01.2020 wurde der erste Corona-Infizierte in Deutschland bestätigt. Seitdem hielt sich Patient Nummer 1 aus der Öffentlichkeit heraus. Doch wie hat er die Krankheit erlebt? Nun meldet sich der Webasto-Mitarbeiter in einem Interview zu Wort.

Deutschlands erster Corona-Patient spricht über seine Infektion. Bild: AdobeStock / peterschreiber.media

Vor einem halben Jahr wurde die erste Corona-Infektion hierzulande bestätigt, mittlerweile sind mehr als 206.000 Fälle registriert. Nun meldet sich Deutschlands erster Patient in einem Interview zu Wort. Ein Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto in Bayern hatte sich bei einer chinesischen Kollegin angesteckt.

Coronavirus-News in Deutschland aktuell: Erste Infektion am 27. Januar 2020 offiziell bestätigt

Eine Woche bevor seine Infektion bestätigt wurde, hatte der Familienvater ein einstündiges Meeting. Wie der "Focus Online" unter Berufung auf das interne Webasto-Interview schreibt, war auch die Kollegin aus China anwesend. Dort haben sich alle die Hand gegeben. "Ich saß dann auch direkt neben ihr und habe nebenbei Kaffee getrunken", erzählt der 33-Jährige.

Am 27. Januar 2020 erfuhr der Webasto-Mitarbeiter von seinem Vorgesetzten, dass sich seine chinesische Kollegin mit dem Coronavirus infiziert hatte. "Ich wusste, dass ich mich sofort auf das Virus testen lassen muss. Zu dem Zeitpunkt gab es leider noch keine offiziellen Hinweise dazu, wo man hingehen muss, um sich testen zu lassen", gibt der Mann zu Protokoll. Am Wochenende zuvor litt er an Fieber und Schüttelfrost. Er hatte jedoch keine Atembeschwerden. Er sorgte sich um seine schwangere Frau und seine kleine Tochter.

Ohne Symptome zum Hausarzt! Webasto-Mitarbeiter berichtet über Corona-Erkrankung

Zwar hatte er keine Symptome mehr, aber er fuhr sofort zu seinem Hausarzt. Dann wurde er zum Tropeninstitut nach München geschickt. Zuhause wartete er auf das Testergebnis. "Kurz nach 20 Uhr kam dann der Anruf, bei dem mir das Ergebnis mitgeteilt wurde. Mir wurde gesagt, dass ich mich sofort ins Schwabinger Krankenhaus begeben soll, zu einem bestimmten Gebäude und dort zu einer bestimmten Station. Ich sollte mich nicht an der Rezeption melden, sondern direkt auf das Gelände fahren, und man würde auf mich warten", sagte der 33-Jährige weiter. Insgesamt war er 19 Tage lang im Krankenhaus. "Ich hatte zum Zeitpunkt meiner Aufnahme, außer leichtem Durchfall, keine Beschwerden mehr. Dieser war nach wenigen Tagen weg", erzählt der Webasto-Mitarbeiter. "In der dritten Woche hatte ich an einem Tag eine leichte Panikattacke, da ich keine Perspektive auf eine Entlassung sah und mir eingebildet habe, ich würde auf ungewisse Zeit festsitzen."

Keine Antikörper mehr im Blut! Ist er nicht mehr vor Corona sicher?

Ende Februar wurde er wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Jedoch gab es dann weitere Auflagen vom Gesundheitsamt: Erst nachdem die Ärzte keine Virus-DNA mehr in seinem Körper gefunden haben, durfte er wieder zur Arbeit. Außer einem weiteren Kollegen hat Patient 1 keine anderen Personen in seinem Umfeld angesteckt. Dabei hatte er das Virus sieben Tage in seinem Körper ohne es zu wissen, bevor er getestet wurde.

Das Schlimme: Der 33-Jährige hat seit April keine Antikörper mehr in seinem Körper. Wissenschaftler gehen derzeit davon aus, dass dennoch ein gewisser Schutz durch Gedächtniszellen besteht. Gesichert ist diese Annahme jedoch nicht.

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bua/sba/news.de/dpa

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