22.07.2020, 08.14 Uhr

Geisel-Drama in Luzk, Ukraine: Polizisten stürmen Bus! Geiselnehmer festgenommen

In der Ukraine hatte ein schwerbewaffneter Mann einen Bus mit mindestens zehn Menschen in seine Gewalt gebracht. Nach stundenlangen Verhandlungen gab der Mann schließlich auf.

In der Ukraine hatte ein Schwerbewaffneter mindestens 10 Menschen als Geiseln genommen. Bild: AdobeStock / fotofabrika

Bei der Geiselnahme in der westukrainischen Großstadt Luzk ist der schwer bewaffnete Täter nach stundenlangen Verhandlungen festgenommen worden. Alle Geiseln seien freigekommen, hieß es am Dienstagabend in Luzk. Zuvor stürmten die Polizisten den Bus. Es wurde eine Blendgranate gezündet. Präsident Wolodymyr Selenskyj soll zuvor persönlich mit dem Geiselnehmer gesprochen haben.

Am Dienstagmorgen hatte der Mann in der Stadt mit rund 200.000 Einwohnern den Linienbus in seine Gewalt gebracht. Er war mit einem Sturmgewehr bewaffnet und zerschoss damit zwei Fenster des Busses. Er soll zudem Handgranaten oder selbstgebaute Sprengsätze bei sich gehabt haben. Der Mann ist 44 Jahre alt und vorbestraft.

Geisel-Drama in der Ukraine! Mann hält 20 Menschen in Bus gefangen

Wie die Behörden mitteilten, riegelte die Polizei die Innenstadt ab. Medien zufolge fielen Schüsse. In den sozialen Medien warnten die Ermittler vor dem Geiselnehmer. Er sei bewaffnet und trage Sprengstoff bei sich. Der Mann sei den Behörden bekannt. Während mehrjähriger Gefängnisstrafen soll der in Russland geborene 44-Jährige ein Buch mit dem Titel "Philosophie eines Verbrechers" geschrieben haben. Er sei zudem in psychiatrischer Behandlung gewesen, hieß es.

"Tag des Antisystems!" Mutmaßlicher Täter warnt auf Twitter vor Sprengsätzen in Luzk

Über den Kurznachrichtendienst Twitter soll der Mann auf Russisch Forderungen gestellt und vor versteckten Sprengsätzen in der Stadt gewarnt haben. "Herzlichen Glückwunsch zum Tag des Antisystems. Der Grund für den Terror ist das religiös-politische, oligarchische Machtsystem. Die Regierung war schon immer und ist immer noch der erste Terrorist. Mit mir sind viele Menschen, die Waffen, Granaten, zwei Bomben haben. Eine dritte befindet sich an einem Ort in der Innenstadt", zitierte die "Bild" aus dem mittlerweile gesperrten Account.

Zunächst war offen, wie viele Menschen sich in der Gewalt des Geiselnehmers befanden. Die Polizei ging von rund 20 Geiseln aus, der Inlandsgeheimdienst SBU sprach hingegen von zehn Opfern. Der Geiselnehmer soll gefordert haben, dass unter anderem Vertreter von Kirche und Staat sich öffentlich als "Terroristen" bezeichnen.

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bua/news.de/dpa

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