15.07.2020, 08.56 Uhr

Zugunglück in Tschechien: Pendlerbahn rammt Güterzug - ein Toter, zahlreiche Verletzte

In Tschechien befanden sich die Menschen am Dienstagabend auf dem Weg nach Hause, als ihr Nahverkehrszug mit voller Wucht auf einen Güterzug auffuhr. Ein Mensch starb bei dem Zugunglück, zahlreiche weitere Personen wurden verletzt.

Unweit der tschechischen Hauptstadt Prag ist ein Personenzug verunglückt - ein Mensch kam dabei ums Leben. Bild: Michal Kamaryt / CTK / picture alliance / dpa

Beim Zusammenstoß eines Personenzugs mit einem Güterzug hat es in Tschechien Dutzende Verletzte gegeben. Ein Mensch sei gestorben, sagte Verkehrsminister Karel Havlicek, der an die Unglücksstelle geeilt war, am frühen Mittwochmorgen im Sender CT. Zwei Personen seien schwer und acht mittelschwer verletzt worden. Der Personenzug war am späten Dienstagabend bei der Stadt Cesky Brod, die rund 30 Kilometer östlich von Prag liegt, in den stehenden Postzug gerast.

Personenzug rast in Tschechien in Güterzug - etliche Verletzte, ein Lokführer gestorben

Nach Angaben einer Sprecherin des Rettungsdienstes wurden insgesamt 35 Menschen in Krankenhäuser der Region gebracht. Die meisten von ihnen erlitten Prellungen oder Brüche. Die Bergungsarbeiten waren nach rund drei Stunden abgeschlossen. Bei dem Toten soll es sich nach Medienberichten um einen der beiden Lokführer handeln, der in seiner Kabine eingeklemmt wurde.

Zugunglück in Tschechien: Unfallursache noch unklar

Die Einsatzkräfte waren mit mehr als einem Dutzend Notarzt- und Krankenwagen sowie zwei Rettungshubschraubern vor Ort. In dem Nahverkehrszug sollen sich im Spätabendverkehr rund 200 Fahrgäste befunden haben. Der sogenannte "CityElefant" verbindet Prag mit Recany nad Labem (Retschan an der Elbe). Die Unglücksursache muss noch ermittelt werden. Möglicherweise wurde ein Haltesignal übersehen, hieß es seitens der Behörden. Hinweise auf ein technisches Versagen gebe es nicht, sagte Havlicek.

Züge auf stark befahrener Strecke in Tschechien nach Unfall ineinander verkeilt

Bilder in den sozialen Medien zeigten, dass die Züge nach der Kollision ineinander verkeilt waren. Der Bahnverkehr auf der wichtigen Hauptachse wurde umgeleitet. Erst vor einer Woche waren bei einem Zugunglück im tschechischen Teil des Erzgebirges zwei Menschen ums Leben gekommen, darunter auch ein Deutscher.

Nach diesem Unglück hatte sich Havlicek für langfristige, aber gegen provisorische Lösungen der Sicherheitsprobleme bei der staatlichen Bahn ausgesprochen. Persönliche Konsequenzen lehnte der Politiker der populistischen Partei ANO von Ministerpräsident Andrej Babis in einer ersten Reaktion nach dem jetzigen Unfall ab. Tschechien hat eines der dichtesten Eisenbahnnetze in Europa, das aber in vielen Teilen veraltet und sanierungsbedürftig ist.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

loc/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser