28.06.2020, 10.43 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Angst um Urlaub! Wann gilt der Wohnort als Corona-Risikogebiet?

Deutschland ist in Urlaubslaune, die deutschen Küsten spüren den sommerlichen Besucheransturm. Doch wer in einem Risikogebiet wohnt, muss einen negativen Test im Hotel vorweisen. So schnell ist der Urlaub futsch.

Urlauber aus Risikogebieten müssen einen negativen Corona-Test vorweisen. Bild: dpa

In aller Regel können die Deutschen trotz andauernder Pandemie unkompliziert im Inland Urlaub machen - wenn sie nicht gerade aus den nordrhein-westfälischen Kreisen Gütersloh oder Warendorf kommen. Nach dem Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück haben sich Bund und Länder auf Einschränkungen für Reisende aus Corona-Hotspots geeinigt. Demnach dürfen diese nur dann in Hotels und Ferienwohnungen untergebracht werden oder ohne Quarantänemaßnahme in ein Bundesland einreisen, wenn sie mit einem Attest nachweisen, dass sie keine Infektion haben. Nur Thüringen macht eine Ausnahme. "Wir werden kein Einreise- und kein Beherbergungsverbot erlassen", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Erfurt.

Coronavirus-News aktuell: Landkreise zu Risikogebiet erklärt! Ist der Urlaub in Gefahr?

Wer an den nächsten Tagen aus dem Landkreis Gütersloh verreisen will, muss sich vorab auf eine Coronavirus-Infektion testen lassen. Wer bereits im Urlaub ist, muss zurückreisen. Doch nicht nur für Menschen aus Gütersloh ist der Urlaub derzeit unsicher. Auch jeder andere Landkreis in Deutschland kann jederzeit zum Infektionsherd mutieren. "Jede Region kann plötzlich von einem Ausbruch betroffen sein", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Reisende aus Risikogebieten müssen negativen Corona-Test vorweisen

Als Risikogebiet gilt ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt, wenn es dort mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche gibt. Aktuell ist das jedoch nur in Gütersloh der Fall. Laut Robert-Koch-Institut gibt es dort 132,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen (Stand: 28.06.2020, 0 Uhr). Massenstests sollen Klarheit bringen. 

Wenn man in einem Risikogebiet wohnt und in den Urlaub fahren will, muss man frühstens 48 Stunden vor der Ankunft im Hotel einen Corona-Test durchführen. Wenn dieser negativ ausfällt, steht der Reise nichts im Weg. Wer kein negatives Testergebnis vorweisen kann, muss vom Hotel abgewiesen werden. Das Gute: Labore können negative Testergebnisse auf die Corona-Warn-App schicken. Per Push-Benachrichtigung wird die getestete Person dann informiert.

Positiver Corona lässt Reise platzen! Bekommt man sein Geld zurück?

Doch können so viele Menschen überhaupt vor Reisebeginn einen Test durchführen lassen und auch noch rechtzeitig das Testergebnis erhalten? "Wir werden das schon hinbekommen, dass Menschen, die am Samstag in den Urlaub fahren und am Donnerstag getestet werden, ihr Ergebnis pünktlich bekommen", zitiert die "Bild" den NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. 

Viele Reisewillige haben Angst um ihr Geld, was sie bereits für den Urlaub bezahlt haben. Bekommt man sein Geld zurück, wenn man aufgrund der neuen Regeln die Reise nicht antreten kann? "Wer aufgrund von behördlich angeordneten Beherbergungs- oder Einreiseverboten nicht in sein gebuchtes Hotel, seine Ferienwohnung oder auf seinen Campingplatz darf, bekommt sein Geld vollständig erstattet", sagt Rechtsanwalt Kay Rodegra gegenüber der "Bild"-Zeitung. "Wer dagegen wegen einer eigenen Corona-Erkrankung seine Reise absagen muss, bleibt auf den Stornierungskosten sitzen. Auch viele Reiserücktrittskostenversicherungen übernehmen die Kosten im Pandemiefall nicht."

Auch im Ausland müssen Urlauber aus Corona-Risikogebieten einen negativen Test vorlegen. Laut Reiseveranstalter Alltours ist dies derzeit in Spanien, Italien, Kroatien, Bulgarien, Griechenland, Portugal, Malta, Montenegro und Zypern der Fall. Der negative Corona-Test darf nicht älter als drei Tage sein.

"Corona-Testoffensive" in Bayern! Jeder Bürger soll sich testen lassen

 

In Bayern soll sich künftig jeder auf das Corona-Virus testen lassen können - ganz unabhängig davon, ob er Symptome hat. Die Tests sollen "massiv" ausgeweitet werden, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag in München erklärte. Sie kündigte eine "Corona-Testoffensive" an: "Allen Bürgerinnen und Bürgern Bayerns wird deshalb zeitnah angeboten, sich bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen zu lassen."

Generell gilt: Im Kampf gegen das Virus sind inzwischen in ganz Deutschland Tests auch ohne akute Krankheitsanzeichen auf breiter Front möglich - besonders in sensiblen Bereichen wie Kliniken, Pflegeheimen, Schulen und Kitas. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte vor knapp drei Wochen eine Verordnung verkündet, die eine Reihe zusätzlicher Testmöglichkeiten auf Kassenkosten festlegt. Bis dahin gab es Tests auf Kassenkosten in der Regel nur bei Infektionsverdacht - also wenn man Symptome wie Fieber, Husten, Halsschmerzen oder Geruchs- und Geschmacksstörungen hatte.

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bua/news.de/dpa

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