19.06.2020, 08.09 Uhr

Corona-Warn-App: "Streich mich von der Kontaktliste!" Kettenbrief warnt vor Datenschutz-Panne

Mehr als sieben Millionen Menschen haben die Corona-Warn-App bereits auf ihrem Smartphone installiert. Doch es bildet sich Widerstand: Bei WhatsApp und Co. kursiert ein Kettenbrief, der vor der App warnt. Angeblich soll sie die Kontaktliste auslesen.

Die Corona-Warn-App steht seit dem 16. Juni 2020 zum Donwload bereit. Bild: AdobeStock / Maren Winter

Seit dem 16. Juni 2020 ist die Corona-Warn-App des Robert-Koch-Instituts erhältlich. Mehr als sieben Millionen Menschen in Deutschland haben sich die Applikation bereits auf ihrem Smartphone installiert. Nun warnt ein Kettenbrief bei WhatsApp und Co. vor vermeintlichem Datenklau.

Angeblicher Datenklau! Kettenbrief warnt vor Corona-Warn-App

Wie "mimikama.at" berichtet, heißt es in dem Kettenbrief, dass die Corona-Warn-App den Standort des Nutzer tracken sowie sämtliche Kontaktdaten auf dem Smartphone auslesen würde. Weiterhin werde darum gebeten, dass man bei einer Nutzung der App den Absender des Kettenbriefs aus seinem Telefonbuch sowie sämtlichen sozialen Netzwerken löschen solle.

Der Kettenbrief ist bereits seit Anfang Mai im Umlauf mit Bezug auf die französische StopCovid-App. "Ich möchte erneute eine Bitte aussprechen an alle meine Kontakte, Freunde und Bekannte, die die neue App STOPCOVID nutzen wollen. Nimm es nicht persönlich, aber bitte streiche mich von Deiner Telefonkontaktliste und allen Social Media-Plattformen, die Du verwendest, bevor Du die App auf Deinem Smartphone installierst, oder sie installieren lässt ohne sie wieder zu entfernen", zitiert "mimikama.at" aus dem Kettenbrief, der bei WhatsApp und Co. die Runde macht. "Du hast NICHT meine Zustimmung, meine Telefonnummer in Verbindung mit der Stopcovid App zur Identifizierung, Tracking oder Standortbestimmung meiner Person zu verwenden, denn wenn Du diese App hast, kann auf alle Deine Kontakte via App zugegriffen werden."

Kontaktliste wird nicht ausgelesen! Corona-Warn-App speichert keine personengebundenen Daten

Die Corona-Warn-App soll das Nachverfolgen von Corona-Infektionen leichter und schneller machen. Dafür misst sie, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie nachträglich anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Dann kann man sich freiwillig - auch ohne Symptome - auf Kassenkosten testen lassen. Kontaktdaten werden nicht zentral gespeichert, sondern nur jeweils auf den Smartphones.

Datenschützer geben Corona-Warn-App ein "Ausreichend"

Der Bundesbeauftragte für Datenschutz rechtfertigte am Mittwoch die Bewertung der Corona-Warn-App durch seine Behörde mit dem Attribut "ausreichend". Dabei habe es sich nicht um eine Schulnote gehandelt, betonte Ulrich Kelber (SPD). In der datenschutzrechtlichen Bewertung gebe es nur "ein ausreichend oder nicht ausreichend". Auf die eigene Kontakliste greift die Corona-Warn-App nicht zu. Die Sorgen in dem Kettenbrief sind völlig unbegründet.

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bua/loc/news.de

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